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Beschreibung nnd Gebrauch der astronom. Instrumente. §. ma.
markand einen Quadranten von einer solchen Größe errichtet haben, daßder Halbmesser desselben, nach der Erzählung der türkischen Geschicht-schreiber, der Höhe des Gipfels der Kuppel der Sophienkirche in Konftan-tiuopel gleich, d. h. daß er 180 römische Fuß groß gewesen ist. Alleines ist wahrscheinlich, daß diese Erzählung auf einem Mißverständnisseberuht, und daß dieses Instrument kein Quadrant, sondern nur ein Gno-mou gewesen ist.
Das Astrolabium oder der astronomische Ring besteht in einemin einzelne Grade eingetheilten Ring >II CD (Fig. 94), um dessen Mit-telpunkt L sich eine Älhidade (Limas) 88" bewegt, das mit zwei daraufsenkrecht stehenden durchlöcherten Absehen in nnd n versehen ist. Bei derBeobachtung wird es an dem kleinen Ringe.V aufgehängt, wo dann derDurchmesser 141) horizontal stehen soll. Wird in dieser Lage des In-struments die Älhidade 88" so gestellt, daß das Auge bei 8" durch diebeiden Oeffnungen der Absehen das Gestirn, z. B. die Sonne, erblickt, sogibt der Winkel 8"DD der Älhidade mit dem Halbmesser LD oder auchder jenem gleiche Winkel 8W die gesuchte Höbe der Sonne an. Mansieht, wie vielen Unvvllkommenheiten ein Instrument dieser Art unter-worfen ist, auch wurde es nicht lange gebraucht, nnd bloß in der Marine,wo man gewöhnlich mit einer geringern Genauigkeit zufrieden ist, erhieltsich dasselbe bis in das vorige Jahrhundert. Jetzt ist es, auch unter denSchiffern, durch den viel genaueren Sextanten schon längst verdrängt.Uebrigens bezeichnet man in unseren Tagen mit dem Namen Astrolabeinen auf einem Fußgestelle horizontal liegenden Kreis mit einerÄlhidade, deren Absehen höher sind, als die in Fig. 94 erwähnten, umdurch die Oeffnungen derselben die Spitzen hoher terrestrischer Objekteund selbst der Gestirne zu sehen. Wir werden weiter unten ein diesemähnliches, aber viel vollkommener gebautes Instrument unter dem Artikel»Theodolit" kennen lernen.
Armillarsphären oder Armillen nannte man verschiedene Ver-bindungen von Kreisen, durch welche man den Aequator, die Ecliptik unddie darauf senkrechten Kreise darstellte. In Fig. 95 ist ein solches In-strument abgebildet, dessen sich schon Hipparch und Ptolemäus bediente,nnd an welchem noch Tycho Brahe den größten Theil seiner Planeten-Beobachtungen machte. Der äußere Kreis IIXII stellt den Meridian vor,und bei den Beobachtungen wurde dieser Kreis auch in der That in derEbene des Meridians aufgestellt, so daß von den Punkten II und II desHorizonts der erste nach Süd nnd der zweite genau nach Nord, und daßdie Endpunkte CD" nach dem Nord- und Südpole gerichtet waren. DerFaden XX", mit seinem Gewichte bei X." zeigte das Zenith an. Der Mit-telpunkt jener Ave HI" war mit einem kleinen Cylinder m versehen, unddurch ihn ging, senkrecht auf die Axe, die Ebene des Rings Jlil, die da-her den Aequator vorstellte. Dieser Ring war an dem äußern Ringe11X41. fest, und mit Absehen n und d versehen. Senkrecht auf die Ebenedieses Ringes I!» war ein anderer, um die Axe CD" beweglicher, undebenfalls mit Absehen versehener Ring CD angebracht, der daher denDeclinations- oder Vtundenkreis vorstellte. Das ganze Instrument standauf einem festen Fnßgestelle bei X".
Wenn man mit diesem Instrumente eine Beobachtung machen wollte,so wurde zuerst der äußere Ring IIXI» in den Meridian nnd mittels desLothes der Punkt X in das Zenith, also auch D in den Nordpol desAequators gebracht, und dann der bewegliche Declinationskreis CD soweit verschoben, bis man durch die Absehen desselben das zu beobachtendeGestirn bemerkte, wo dann der Kreis CD auf dem Aequator JD den