§. 164. Beschreibung und Gebrauch der astronom. Instrumente. LA9
die höhere gebaute Sternwarten bewohnen, für richtig erkennen würden,wenn sie darauf mehr aufmerksam wären.
H. 164. (Instrumente der Alten: Triquetrum, Astrolabium, Armillen.)Die Griechen der alepandrinstchen Schule bedienten sich zum Höhenmessender Gestirne eines Instrumentes, das aus drei Linialen zusammen gesetztwar, und das sie desihalb Triquetrum nannten. Es ist in Fig. 93 soabgebildet, wie es Ptolemäus in seinem Almagest (IAK.V.12) beschreibt.Es besteht aus einer verticalen Säule , an welcher sich zwei RegelnLlü und in Gewinden auf und ab bewegen. Die Regel LO trägtzwei auf sie senkrecht gestellte Absehen in und n, deren jede mit einerkleinen Oeffnnng versehen ist. Man erhebt die Regel 110 so lange, bisdas Auge hinter in das Gestirn durch die beiden Oessnungen der Absehenerblickt, in welcher Lage der 110 dann die dritte Regel A.0 so auf LOgelegt wird, dasi die Distanzen und 110 einander gleich sind. Zudiesem Zwecke theilte man die Linie L ^ sowohl, als auch die ihr gleicheLO in 6V gleiche Theile und trug dann dieselben Theile, nur in einergrößeren Anzahl, auf die dritte Regel von 4 nach v auf. Diesem gemäßerhielt man in jeder Beobachtung, durch die erwähnte Stellung der dreiRegeln, ein gleichschenkliges Dreieck ^LO, in welcher die beiden gleichenSeiten 1!< die Halbmesser eines Kreises, desien Mittelpunkt H, undin welchem die dritte Seite ^.0 die Sehne des ihr gegenüberstehendenWirkels vorstellte. Die Größe dieser Sehne erhielt man für jedeStellung der Regeln durch eine einfache Zählung der auf der Regel Xvaufgetragenen Theile von Ii bis 0, und aus dieser Sehne AiO fand manden ihr entsprechenden Winkel ^VO durch eine zu diesem Zwecke eigensberechnete Tafel, welche in einem Kreis des Halbmessers 60 für jedenWinkel die zu ihm gehörende Sehne gab. Ganz eben so, wie man jetztaus unsern Sinustafeln fstr jeden Winkel den ihm entsprechenden Sinusfindet, wie denn auch in der That der Sinus eines Winkels nichts an-ders als die Sehne eines doppelt so großen Winkels ist. Der hier ge-fundene Winkel ist aber, wie mau leicht sieht, nichts anderes, alseben die gesuchte Zenithdistanz der Sonne. Hat man z. B. in irgendeiner Beobachtung die Länge der Sehne IiO gleich 40 solcher Theile ge-sunden, von denen jeder der beiden Halbmesser 60 hatte, so war die Ze-nithdistanz ^110 der Sonne gleich 38° 5,6' 33" und daher ihre Höhegleich 5,1° 3' 27".
Zur Versicherung der Verticalität der Säule diente ein soge-nanntes Loth oder ein an einem Faden in p aufgehängtes Gewicht,der von selbst eine verticale Lage annahm, und mit dem daher die SäuleAZ parallel gestellt werden mußte.
Man sieht, daß ein Instrument dieser Art, selbst wenn es mit allerSorgfalt der neueren Mechanik coustruirt würde, keine große Gutartigkeitin den Beobachtungen gewähren könnte. Auch bedienten sich desielben dieden Griechen folgenden Araber nur im Anfange ihrer astronomischen Ar-beiten, und ersetzten es bald durch den bereits oben (I. H. 43) erwähntenQuadranten, dessen Einrichtung aus der dort gegebenen Beschreibunghinlänglich klar seyn wird, so daß wir ihn hier um so mehr übergehenkönnen, da er nun auch schon außer Gebrauch ist, etwa den sogenanntenMauerquadranten ausgenommen, von welchem wir später sprechen werden.Wir bemerken hier nur noch, daß der größte Quadrant, desien man sichle zu den astronomischen Beobachtungen bediente, der des Ulug Beighgewesen ist. Dieser berühmte Astronom war gegen das Jahr 1430 Be-herrscher der Länder an dem Flusse Oxus (des heutigen Amu in dergroßen Bucharei und in Khowaresm). Er soll in seiner Hauptstadt Sa-
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