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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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656
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Beschreibung und Gebrauch der astronomischen Instrumente. §. isz.

Mittel gefunden, die einzelnen Sekunden auf ihren Instrumenten mitSicherheit anzugeben, und erst seit einigen Decennien hat unsere Instru-mental-Astronomie, vorzüglich durch englische und deutsche Künstler, Fort-schritte gemacht, an deren Möglichkeit man vor Kurzem noch verzweifelnmußte. Nicht bloß die großen Instrumente dieser Art, die sogenanntenMeisterstücke, sondern auch die kleineren, die sich jeder mit geringen Kostenanschaffen kann, sind mit einer Präciston, mit einer Vollendung gear-beitet, die wohl nur wenig mehr zu wünschen übrig lassen kann. Nurwenig aber nicht nichts! Denn am Ende ist doch alles, was Men-schenhände machen können, nur Menschenwerk, und so vortrefflich es unsauch erscheinen mag, noch immer unvollkommen. Auch werden wohl dieForderungen des Astronomen an den Künstler, die Leistungen des letzterenimmer hinter sich zurücklassen, und es wird daher auch immer der wahreBeobachter bemüht seyn müssen, durch Geschicklichkeit in der Anwendungdieser Instrumente, durch Umsicht und Scharfsinn in dem Gebrauche der-selben, sich von den noch übrig bleibenden Unvollkvmmenheiten der Werk-zeuge, die ihm der Künstler in die Hände liefert, so viel als möglichunabhängig zu machen. Der Astronom wird daher darauf bedacht seynmüssen, die Umstände und Verhältniste seiner Beobachtungen zweckmäßigauszuwählen, die Fehler seines Instruments kennen zu lernen, um sieentweder zu umgehen oder durch Nachhülfe^ der Rechnung unschädlich zumachen, ferner seine Operationen mit diesen Instrumenten so zu com-biniren, und die damit erhaltenen Resultate so zu behandeln, daß erdaraus, so sehr es nur von ihm selbst abhängen kann, alles Unvollkom-mene entfernt und sich dadurch der gesuchten Wahrheit so weit nähert,als es überhaupt dem Menschen erlaubt ist, dieses nur für höhere Wesen,wie es scheint, bestimmte Gut zu erreichen.

In diesen wenigen Zügen ist das eigentliche Geschäft des praktischenAstronomen gezeichnet, ein schwieriges, mühevolles, aber auch durch denerhabenen Gegenstand, auffchen es gerichtet ist, und durch die Genüsse,die ein glücklicher Erfolg destelben gewährt, ein edles und in hohem Gradebeglückendes Geschäft, um welches ihn der größte Theil der übrigen Men-schen beneiden würde, wenn sie die Annehmlichkeiten desselben näherkennen möchten.

Wir wollen nun diese Instrumente und die Art, sie anzuwenden, soweit dieses mit dem Zwecke der gegenwärtigen Schrift vereinbar ist,näher betrachten.

H. 163. (Znstrumente der Alten: Gnomon.) Das älteste und zugleicheinfachste Instrument, welches wir kennen, ist der Gnomon, von dem

Kraft an ihren Enden so stark spannen kann, daß sie eine vollkommengerade Linie bildet. Ein anderes Mittel, die Veränderlichkeit der Kör-per, die man gewöhnlich für unveränderlich hält, zu untersuchen, gebenunsere äußerst empfindlichen Wasserwagen. Legt man eine solche Wageauf die Fensterbrüstung eines Hauses, selbst im ersten Stockwerk, selbst vondem solideste!, Malierwerke, und drückt man dann mit der Hand stark gegendie Wand des Fensters, so sieht man augenblicklich die Lage der Blase sichverändern, und wenn der Druck nachläßt, sich wieder herstellen, zumZeichen,daß auch unsere stärkste Mauer, wie jene Säule an dem Multiplications-kreise, gleich einer weichen Wachstafel, jedem Drucke nachgibt, wie dennüberhaupt jede auf einen Körper ausgeübte Kraft auch eine Wirkung aufdenselben hervorbringen muß, obschon diese Wirkung in vielen Fällen soklein seon wird, daß wir sie, mit unseren Sinnen, nicht mehr bemerken können.