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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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655
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§. ,SZ. Beschreibung und Gebrauch der astronomischen Instrumente. gzz

'M anders, als verändert werden kann? ") Demungeachtet haben unsere'!chsl, Künstler, in Verbindung mit den Astronomen, für welche sie arbeiten,

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i') Die nähere Bekanntschaft mit den neueren astronomischen Instrumenten hat! uns gelehrt, daß man die Ideen, die man von der Festigkeit und Stabi-lität der uns umgebenden Körper ans deni gemeinen Leben mitgebrachthat, als ungegrimdete und falsche Ansichten, als wahre Vorurtheile ganzaufgeben muß. Die massive metallene Säule Fig. 107, des Multi-plicationskreises z. B., die in ihrer Größe und Masse einer kleinen Ka-none zu vergleichen ist, joll, zum gehörigen Gebrauche des Instruments,vollkommen senkrecht auf dem Horizonte stehen. Die Wasserwage gibtuns, wie wir später sehen werden, die Mittel, diese Verticalität zu un-tersuchen, und die Fußschrauben lii, IG, I<G des Instruments geben dieMittel, die Fehler dieser Verticalität wegzubringen. Wenn nun, durchwiederholte Versuche, diese Fehler schon sehr klein gemacht sind, und manbloß den letzten Rest derselben wegzuschaffen sucht, so kann man dieß, nachReichenbach's Rathe, nicht mehr mit jenen Fußschrauben, deren Windun-gen zu diesem Zwecke nicht mehr fein genug sind, sondern man wird dieseAbsicht viel besser dadurch erreichen, daß man die Säule an ihrem obernEnde bei L mit der Spitze des Fingers sanft von der Stelle weg drückt,wohin sie noch eine kleine Neigung gegen den Horizont hat, wo sie dannin der neuen, durch den Druck der Hand erzeugten, vertikalen Lage ver-bleibt, so daß also diese solide Metallsäule von mehreren Zollen im Durch-' Messer uicht mehr als ein rigider, unbiegsamer Körper, sondern nur alseine feine Stange von weichem, biegsamem Wachse anzusehen ist, derman, durch einen sanften Druck der Fingerspitze, jede beliebige Lage gebenkann. Mit Hülfe des bekannten Fühlhebels kann man die Biegun-gen, welche durch äußere Kräfte hervorgebracht werden, an denjenigenKörpern noch deutlich lesen, die man sonst für ganz unbiegsam gehaltenhat. Wenn man zum Beispiel eine Kanone an ihren beiden Enden aufStützen legt, so krümmt sich, wie der Fühlhebel zeigt, der nicht unter-stützte, mittlere Theil der Kanone durch die Wirkung der Schwere, gleichjt einem dünnen, biegsamen Stäbe zur Erde. Wird die Kanone bloß in

ihrer Mitte auf eine einzige Stütze gelegt, so sieht man dafür die beidenEnden derselben, gleich einem in der Mitte gehaltenen Fischbeine, sich ab-wärts biegen. Man könnte dieß der größer» Masse oder dem bedeutendenGewichte der Kanone zuschreiben. Aber diese Erscheinung wiederholt sichauch bei den leichtesten Körpern, mit welchen wir noch Versuche dielerArt anstellen können. Die horizontalen Fäden, welche man in dem Brenn-punkte der astronomischen Fernröhre ausgespannt findet, gehören zu denfeinsten, welche die Natur oder auch die Kunst hervorbringen kann. Manpflegt sie häufig von dem feinen Gespinnste zu nehmen, welches im Herbsteunsere Gärten und Wiesen überzieht, und das unter der Benennung desfliegenden Sommers bekannt ist. Diese Fäden, welche von einer eigenenGattung sehr kleiner Spinnen gesponnen werden, sind so fein, daß mansie mit freien Augen nur mehr an ihrer Spiegelung erkennt, wenn siegegen die Sonne gehalteil werden. Obschon daher ihr Gewicht ohneZweifel ganz ungemein klein ist, so sieht man doch durch die starke Ver-größerung des Fernrohrs, daß sie, wenn sie an ihren beiden Enden indem Fernrohre befestigt, und auf das beste horizontal gespannt werden, inihrer Mitte sich krümmen, und daher keine gerade, sondern eine krumme,gegen den Horizont convepe Linie bilden, nicht anders, als ein dickes Seiloder eine schwere Kette von beträchtlicher Länge, die auch bekanntlich keine

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