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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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654
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654 Beschreibung und Gebrauch der astronomischen Instrumente. §. 102.

der einzelnen Theile dieser Instrumente durch ihr eigenes Gewicht undmehre andere Rücksichten und Fehlerquellen, die jetzt den praktischenAstronomen plagen, und von denen unsere Vorgänger nicht einmal eineAhnung hatten.

Es wird der Mühe werth seyn, die erste dieser Fehlenqueilen, dieEinth eilung der astronomischen Kreise etwas näher zu betrachten.Wenn die Peripherie eines Kreises in einzelne Sekunden getheilt werdensollte, so müßte sie 12060N0 feine Striche oder Punkte erhalten, derenAbstände unter einander alle gleich groß sind. In jedem Kreise beträgtaber eine Sekunde der Peripherie desselben nur 0.000004848 seines Halb-messers , oder jeder Abstand zwischen zwei nächsten jener Punkte ist nurder 206200ste Theil seines Halbmessers. Bei einem Kreise von drei Fuß(432 Linien) im Durchmesser, und größere hat Neichenbäch, der erstedeutsche Mechaniker, aus guten Gründen nie verfertiget, nimmt eineMinute der Peripherie nur mehr in ihrer Länge 0,063 oder nahe 'Fs einerLinie ein, also eine Große, die man mit freien Augen nicht mehr gutunterscheiden, und die man ohne Mikroscop nicht mehr mit Sicherheitauftragen kann. Aber ein Fehler von einer ganzen Minute ist schon sogroß, daß er, bei dem gegenwärtigen Zustande der praktischen Astrono-mie, durchaus nicht mehr zugelassen werden darf. Mit den besseren, jetztgebräuchlichen Instrumenten pflegt man die einzelne Sekunde noch anzu-geben. Bei einem Kreise von drei Fuß im Durchmesser beträgt aber eineSekunde nur 0.00105 Linie, also nahe nur den tausendsten Theil einerLinie. Eine so geringe Größe kann man aber nur mit sehr starken Mi-kroscopen unsern Augen sichtbar machen. Welche Aufgabe ist es daher,auf der Peripherie eines solchen Kreises auch nur dreihundert und sechszigfeine Striche oder Punkte so anzubringen, daß keiner von ihnen um dentausendsten Theil einer Linie versetzt, oder außer dem genau für ihn be-stimmten Orte steht, nichts zu sagen von den 3600 anderen Strichen,die zwischen je zweien der ersten in den Distanzen von dem tausendstenTheile einer Linie eingeschaltet werden sollen, um dadurch die einzelnenSekunden des Kreises anzuzeigen. Ein solches Kunstwerk, das den hieraufgestellten Forderungen genau entspricht, ist wohl noch nie ans derHand eines Menschen hervorgegangen, und wird auch in aller Folgezeitfür so gut, als ganz unmöglich gehalten werden können. Auch würdeein solches Instrument, wenn es durch irgend einen glücklichen Zufalleinmal entstünde, seiner Natur nach auf keine Dauer Anspruch machen,und schon in den nächsten Augenblicken nicht mehr seyn, was es, im Zu-stande seiner größten Vollkommenheit, gewesen ist. Die immer wechselndenAenderungen der Temperatur der Luft, welche diese Instrumente umge-ben, werden in der Lage und Gestalt seiner Theile nicht bloß vorüberge-hende und sich wieder herstellende, sondern selbst konstante und bleibendeVerziehungen derjenigen Metalle hervorbringen, aus welchen allein dieseInstrumente verfertiget werden können. Auch wird, wie bereits erwähnt,das eigene Gewicht dieser Theile Biegungen und Krümmungen erzeugen,die weder durch den symmetrischen Bau des Instruments, noch durch Ge-gengewichte vermieden werden können, so sorgfältig auch jener ausgeführt,so sinnreich auch diese angebracht seyn mögen. Ja selbst wenn es mög-lich wäre, auch diese Uebel zu vermeiden oder durch Vorsicht zu umgehenund unschädlich zu machen, welche Mittel haben nur, diese Kreise an ihrerSäule zu befestigen, oder um ihre Axe zu bewegen, ohne Anwendungeiner äußeren Kraft, d. h. ohne die einzelnen Theile des Instrumentes,wenn auch noch so vorsichtig, doch immer mit einer gewissen Kraft zupressen und zu ziehen, wodurch die Gestalt und Lage derselben nicht

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