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§, i«2. Beschrn'bung und Gebrauch der astronomischen Justin mente. ^zzg
Wer mit dem Zwecke, um den es sich hier handelt, nicht näher bekanntist, mag es wohl für etwas sehr Leichtes halten, auf der Drehbank einStück Metall kreisförmig abzudrehen, und die Peripherie desselben in 36l>
... ... irgend einer geforderten Lage zu .
festigen. Allein die praktische Ausführung dieser Aufgaben gehört zu denschwierigsten der gesammten Mechanik, wie sich schon daraus schließenläßt, daß man, aller Bemühungen und aller darauf verwendeten Kosten
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Die Alten, sowohl die Griechen in der alepandrinischen Schule, als auchdie Araber, so viel Fleiß und Mühe sie auch auf ihre oft sehr großenund kostbaren Instrumente verwendet hatten, konnten doch Fehlemvonfünf und oft selbst von zehn Minuten in ihren Beobachtungen nicht ver-meiden,^ und sie mußten mit diesen Fehlern zufrieden seyn, da sie, mitunbewaffneten Augen, am Himmel eben nicht mehr oder nicht genauersehen konnten, als an ihren Instrumenten. Was würde es ihnen auchgenützt haben, an den letzten selbst die einzelnen Sekunden noch mit Ge-nauigkeit zu lesen, während sie am Himmel Winkel von mehreren Mi-nuten nicht mehr unterscheiden konnten.
Allein alles dieß änderte sich, sobald das Fernrohr und das mitihm so nahe verwandte Mikroseop erfunden war, und sobald man aufdie glückliche Idee gerieth, diese beiden wunderbaren optischen Werkzeugemit den astronomischen Instrumenten in eine unmittelbare Verbindungzu bringen. Diese Erfindung, vielleicht die schönste und nützlichste, derender menschliche Geist sich rühmen kann, erweiterte unsere Kenntniß dersichtbaren Welt, zu beiden Gränzen derselben, beinahe in's Unendliche,und brachte Gegenstände, die uns zuvor durch ihre zu große Entfernung,oder auch durch ihre Kleinheit für immer unsichtbar geblieben wären, inden Bereich unserer Sinne, und dadurch in den Kreis unserer Beobach-tungen. Besonders aber war es in der Astronomie, daß diese Erfindungeine für alle Zeiten merkwürdige Epocke cvnstituirte. Fortan konnte manan dem gestirnten Himmel, die den Alten ganz unmerkbaren Winkel voneiner, oder doch von einigen wenigen Sekunden deutlich unterscheiden,während man zugleich, durch das Mikroscvp, auf der Oberfläche der astro-nomischen Instrumente dieselben kleinen Winkel klar zu erkennen ver-mochte. Jetzt erst drängte sich daher auch das Bedürfniß auf, dieleInstrumente so einzurichten, und sie so genau einzutheilen, daß man aufihnen diese kleinen, früher ganz unkennbaren Winkel auch mit Sicherheitzu messen im Stande seyn könnte. Jeder Fehler in dieser Eintheuung,jede Unvollkommenheit in der Ausarbeitung dieser Instrumente, auchjene kleinen, welche unsere Vorgänger mit Recht übergehen mochten, unusogar, da sie dieselben nicht weiter bemerken konnten, übergehen mußten,wurden jetzt fühlbar und wirkten störend auf die Beobachtungen ein.Die geringste Unsicherheit der Hand des Künstlers, der diese Im,.rumenteverfertigen sollte, jede noch so kleine Unvollkommenheit seiner Werkzeuge,deren er sich zur Verfertigung jener Instrumente bediente, konnte dieletzten schon unbrauchbar machen, da sie mit jener Genauigkeit, welcheuns, bei dem vorgerückten Zustande der Wissenschaft, das^Fernrohr andem gestirnten Äimmel gewährte, nicht mehr gleichen Schritt haltenkonnte. Dazu kam noch die ungleiche Ausdehnung jener metallischenMassen durch Veränderungen der Temperatur, die unvermeidliche Biegung
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