Ursprung des Weltsystems. k.' iso.
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eben so gut von West gen Ost, als umgekehrt, um die Sonne bewegenkönnen. Wenn daher alle, ohne Ausnahme, nur in einer und derselbenRichtung sich bewegen, so kann die Ursache davon nicht in jenem Gesetze,sondern sie mnsi in der primitiven Einrichtung des Systems, in einerAnordnung gesucht werden, die zur Zeit der Entstehung dieses Systemsgetroffen worden ist. Die Richtung der Bewegung eines Planeten, dieNeigung der Ebene seiner Bahn, die größere oder kleinere Epcentricitätdieser Bahn — dieß sind gleichsam die willkührlichen Größen des Sy-stems, mit denen der Urheber desselben nach seinem Willen und nachZwecken verfügt hat, von welchen es uns vielleicht gegönnt ist, einigeaufzufinden.
§. 15ll. (Laplace's Hypothese.) Diese drei, allen Planeten zukom-menden Eigenschaften, die jährliche und tägliche Bewegung von West genOst, die geringe Ercentricität und die ebenfalls sehr kleine Neigung ih-rer Bahnen, von denen man bisher noch keine Rechenschaft geben konnte,scheinen nämlich auf eine das ganze System umfassende, gemeinschaftlicheKraft zu deuten, die bei dem Entstehen dieses Systems wirksam gewesenist, und aus deren Kenntniß wir vielleicht etwas Näheres über dieseEntstehung selbst ableiten können. Diesen Weg hat Laplace genommen,um den Ursprung des Planetensystems zu erklären, wie wir sogleich nä-her. sehen wollen.
Welches auch die Ursache, die jene drei Erscheinungen erzeugte, ge-wesen seyn mag, so muß sie doch offenbar alle Planeten umfaßt haben,und da diese letzten durch so große Zwischenräume von einander getrenntsind, so kann sie nur in einer, anfänglich vielleicht bloß luftfvrmigenFlüssigkeit von ungeheurer Ausdehnung gesucht werden. Da sie allenPlaneten eine beinahe kreisförmige Bewegung, in einer und derselbenRichtung, um die Sonne gegeben hat, so wird diese Flüssigkeit die Sonnein Gestalt einer Atmosphäre umgeben haben. Diese Atmosphäre derSonne, die vielleicht ursprünglich nur eine Fortsetzung des eigenen Son-nenkörpers war, hatte also anfänglich, wahrscheinlich durch die Wirkungeiner in ihr herrschenden außerordentlichen Hitze, eine Ausdehnung, dienoch weit über die Bahn des Uranus herausreichte, und die sich später-hin, in Folge ihrer Abkühlung, bis auf die gegenwärtige Gränze derSonne zurückgezogen hat.
Damals glich also unsere Sonne einem jener Nebelsterne (II. H. 24l),einem großen Lichtkern, umgeben von einer sphärischen Dunsthülle. Vordieser Zeit mag selbst jener lichte Kern noch nicht da gewesen seyn unddas Ganze bloß einem äußerst dünnen, weit verbreiteten, chaotischenNebel geglichen haben.
Wenn jener lichte Kern, der Embryo der künftigen Sonne, durchirgend eine Kraft, wozu schon die Anziehung der benachbarten Theileaußer der Sounenatmvsphäre hinreichend war, eine Bewegung, eine Ro-tation um sich selbst hatte, so mußte an dieser Rotation auch die ganzeAtmosphäre der Sonne allmählig Theil nehmen. Wenn nun die anfangsso große Hitze aus den oberen Theilen oder Schichten dieser Atmosphäreentfloh, so 'mußte dadurch eine Trennung der Atmosphäre in einzelnenSchichten Statt finden, deren Bestandtheile sich, wie zuvor, so auch jetztnoch um die Sonne bewegten. War ferner irgendwo in diesen Schichteneine dichtere Masse vorhanden, so zog diese nach und nach die benachbar-ten Theile der Schichten an sich, rundete ihre Masse zu einer Kugelformab und die Planeten entstanden. Man sieht, daß bei einer solchenEntstehung dieser Körper die Richtung der Bewegung derselben um dieSonne mit derjenigen übereinstimmen mußte, welche die Sonne selbst