5. 142^143. Andere merkwürdige Folgen d. Störungen d. Plan.
setzt seyn, die Temperatur von dem Aeguator zu den Polen wurde vielschneller abnehmen, die kleinsten Variationen in der Entfernung derSonne von uns würden die Wärme auf der Oberfläche der Erde sebr
stark ändern, und der Wechsel des Tages mit der Nacht würde einenotolflichen , den meisten Thieren und Pflanzen unerträglichen Wechsel derTemperatur erzengen. Da bei unserer Erde, wie wir gesehen haben, undwahrscheinlich auch bei den andern Planeten, die ursprüngliche Central-wänne derselben beinahe keinen Einfluß mehr auf die Oberfläche dersel-ben äußert, so werden die Pole dieser Weltkörper nahe die Temperaturdes Weltraumes haben, während die dem Aeqnator nahen Gegenden vonhcr Sonne in einer viel höheren Temperatur erhalten werden. Aber fürdie äußersten Planeten unseres Systems, für Uranus z. B., ist ohneZweifel der Einfluß der Sonne schon so gering, daß die Temperatur derganzen Oberfläche eines solchen Planeten von jener des Weltraumes wohlnur unbedeutend verschieden seyn wird.
H. 142. (Wirkuüg der Sonne ans andere Planeten.) Die Sonne istaljo die Quelle, nicht nur der Bewegungen so vieler Planeten und Ko-meten .sondern auch des Lichtes und der Wärme, deren sich die Bewoh-ner dieser Himmelskörper erfreuen. Ihr wohlthätiger Einfluß ist es, derdie Thiere und Pflanzen belebt, welche die Erde bedecken, und die allerWahrscheinlichkeit nach, wenn auch anders gestaltet und organisirt, ansden übrigen Planeten wieder gesunden werden. Wie dürfte man auchannehmen, daß die Natur, deren Fruchtbarkeit wir hier so sehr zu be-wundern Gelegenheit haben, ans so viel größeren Planeten unthätig seynsollte, auf Jupiter z. B.. der so, wie unsere Erde seine Tage und Nächteund seine Jahreszeiten hat, und auf dehen Oberfläche wir selbst in dergroßen Ferne, die uns von ihm trennt, noch Veränderungen vorgehensehen, die von einer ungemeinen Kraft und Thätigkeit der Natur in je-nen Gegenden zeugen. Der Mensch allerdings ist nur für die Tempera-tur dieser Erde geschaffen, von der er kömmr, und zu welcher er wiederzurückkehrt, aber anderen Himmelskörperu werden ohne Zweifel auch an-dere Organisationen nicht »veniger angemepeu seyn. Wenn auf unsererErde der einzige Unterschied des Klimas schon so viele Abwechslungen indie Producte derselben gebracht hat; welche noch viel größere Verschieden-heiten dürfen wir bei allen diesen Planeten und den Satelliten derselbenerwarten ? Die lebhafteste Imagination kann sich diese Variationen nichtmehr vorstellen, aber das Daseyn derselben scheint dessenungeachtet nichtminder gewiß.
H. 113. (Ueberblick des Vorhergehenden ) Alles Vorhergehende zeigt,daß die Bewegungen unseres Sonnensystems sehr.zusammen gesetzt sind,und daß ein seltener Scharfsinn und die Vereinigung der höchsten geisti-gen Kraft aller Jahrhunderte nöthig war, diese Verwicklungen zu ent-falten, und in dem Ganzen ein einziges, Alles beherrschende Gesetz zuentdecken. Der Mond beschreibt seine beinahe kreisförmige Bahn umdie Erde; allein, von der Sonne gesehen, scheint er eine Reihe von Epi-cykeln zu beschreiben, deren Mittelpunkte auf der Peripherie des großenKreises liegen, in welchem die Erde ihre jährliche Bahn um die Sonnevollendet. Aber auch diese Sonne bewegt sich in dem unermeßlichenWeltraume und wird auf diesem Wege, wie der Mond von der Erde,von allen ihren Planeten und Kometen begleitet. Aflo auch diese Erdeund alle Planeten beschreiben wieder andere Epicykeln, deren Mittel-punkte auf der Peripherie der Bahn liegen, welche die Sonne um denSchwerpunkt desjenigen Sternensystems zurücklegt, von dem sie selbst,mit allen ihren Begleitern, nur als ein kleiner, aber integrirender Theik