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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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624
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621 Andere merkwürdige Folgen d. Störungen d. Plan. §. 137-133.

Mittel: die Spuren jenes Centralfeuers aufzusuchen, welche doch wohlzu finden seyn mußten, wenn anders die Hypothese der Plutonisten ge-gründet seyn sollte.

H. 137. (Centralfeuer der Erde.) Man weiß, daß in einer maßigenTiefe unter der Oberfläche der Erde, in unsern Kellern z. B., die Tem-peratur den ganzen Tag und das ganze Jahr immer unverändert dieselbeist. Aber in größeren Tiefen? Auch darüber hat man lange genuggestritten, ob in diesen größern Tiefen die Temperatur sich ändere, undwenn sie dieß thut, in welchem Verhältnisse sie es thue. Das Eintretender äußeren Luft in unsere Bergwerke , die Luftzüge, die daselbst herr-schen, selbst das Verweiten mehrerer Menschen in denselben, verbundenmit den Schwierigkeiten der Beobachtungen, alles erregte Zweifel undließ lange zu keinem stehenden Resultate gelangen. Endlich wurde esdurch zweckmäßig angestellte Versuche in unsern Minen ausgemacht, daßdie Temperatur der Erde mit der Annäherung zu ihrem Mittelpunktesteige, und zwar in allen Breiten und zu allen Jahreszeiten nahe umeinen Grad Reaumur für je 60 Fuß Vertiefung. Nachdem diese That-sache einmal über alle Zweifel erhoben war, war auch das Recht derPlutonisten hergestellt, da diese Erscheinung, deren Daseyn nicht weitergeläugnet werden konnte, nicht anders, als durch eine sehr hohe Tempe-ratur im Mittelpunkte der Erde sich erklären ließ, die sich allmählig ge-gen diesen Punkt zurückgezogen habe, während die anfangs flüssige Ober-fläche derselben durch Verkühlung sich erhärtete.

Diese Verkühlung, welche bisher bloß auf die Oberfläche und die ihrzunächst liegenden Theile der Erde gewirkt hat, mußte aber auch nocheine andere Wirkung, die sich über die ganze Erde erstreckte, gehabthaben. Alle Körper dehnen sich bekanntlich aus, wenn sie erwärmt wer-den^, so wie sie sich wieder durch die Kälte zusammen ziehen. Dasselbemußte also auch mit der Erde geschehen seyn. Zu der Zeit ihrer Entste-hung, wo sie von einem sehr hohen Grad der Temperatur durchdrungenwar, muß sie auch viel größer gewesen seyn, als jetzt, sie muß sich durchdie seit so vielen Jahrtausenden auf ihrer Oberfläche vorgegangene Ver-kühlung auf einen viel kleineren Raum zurückgezogen haben, als der ist,den sie ursprünglich eingenommen hat. Wir werden weiter unten nocheinen anderen, wichtigern Grund für diese allmählige Zusammenziehungder Erde finden. Daß aber die anfängliche Temperatur der ganzen Erdesehr hoch gewesen seyn muß, wird mau uicht leicht in Abrede stellen kön-nen, wenn man bemerkt, daß nach dem angegebenen Verhältnisse derZunahme der Wärme in größeren Nähen bei dem Mittelpunkte derErde, für eine Tiefe von einer deutschen Meile unter der Oberflache derErde die Zunahme der Temperatur schon 381 Grad Reaumur betragenmüsse, bei welcher Hitze schon das Blei im flüssigen Zustande sich erhält.In der Tiefe ron 3^/^ Meilen unter der Oberfläche der Erde würdeGold, und in einer Tiefe von 34 Meilen würde selbst Eisen und Platinschmelzen, und wahrscheinlich nimmt die Temperatur in den größer» Tie-fen noch schneller zu, als in den geringen, in welchen allein wir sie bis-her zu beobachten Gelegenheit hatten, so daß man also mit Recht indem Mittelpunkte der Erde auch jetzt noch eine ungemein große Hitze an-nehmen kann.

H. 138. (Wirkung dieser Abnahme der Temperatur der Erde auf ihreRotation.) Diese mit der Zeit an Volum abnehmende kugelförmige Erdedreht sich aber um ihre Are. Welches immer die Kraft gewesen seynmag, die diese Drehung hervorgebracht hat, ihre Wirkung auf die No-tation der Erde, d. h. die Geschwindigkeit dieser Rotation mußte, nach