§. 136^-136. Andere merkwürdige Folgen d. Störungen d. Plan. HHz
Störung würde noch viel größer seyn, wenn jenes Verhältniß dem derZahlen 2 zu 5 noch näher wäre, ja sie würde endlich in ein immerdau-erndes Wachsen der Are der Jupitersbahn, und in eine stets abnehmendeEntfernung Saturns von der Sonne übergehen, wenn jenes Verhältnißvollkommen hergestellt wäre. Wir haben bereits oben (§. 84) von denaus dieser Quelle entspringenden großen Störungen dieser beiden Plane-ten gesprochen und gezeigt, daß sie in bestimmte Gränzen eingeschlossensind, zwischen welchen sie während einer Periode von 930 Jahren aufund nieder gehen. Je näher die Umlaufszeiten dieser Planeten jenenVerhältnissen kommen, desto mehr würden sich diese Gränzen sowohl, alsauch die Dauer dieser Periode erweitern, bis endlich die Zügel, welchedie beiden größten Himmelskörper unseres Systemes in ihren Bahnengehalten haben, nachgeben, und das Ganze seinem unvermeidlichen Un-tergange entgegen eilen müßte.
H. 135. (Die Erde war anfänglich in einem flüssigen Zustande.) Dievorhergehenden Betrachtungen über die Unveränderlichkeit der Länge desTages stehen noch mit einem andern Gegenstande in naher Verbindung,der zu interessant ist, als daß er hier ganz übergangen werden könnte.
Wir hatten schon öfter Gelegenheit, zu erwähnen, daß unsere Erdezur Zeit ihrer Entstehung in einem Zustande der Flüssigkeit gewesen ist.Die Abplattung derselben an ihren Polen ist dafür ein hinlänglicher Be-weis. Wäre die Erde ursprünglich ein fester Körper gewesen, so würdesie, ihrer Notation ungeachtet, ihre erste Gestalt im Allgemeinen beibe-halten haben. Die Theorie zeigt uns bei der gegebenen Größe der Erdeund der Geschwindigkeit ihrer Notation, vorausgesetzt, daß sie anfangsflüssig war, — nicht nur die Größe ihrer Abplattung, sondern auch diesphäroidische Gestalt ihrer Oberfläche, und die Resultate dieser Theoriestimmen zu wohl mit unsern Beobachtungen, mit unsern Meridianver-messungen und Pendellängen zusammen, als daß man an der Richtig-keit der Voraussetzung, worauf jene Theorie gebaut ist, weiter zweifelnkönnte.
H. 136. (Ursache dieses ursprünglichen Zustandes der Erde.) Welchesist aber die Ursache dieses ursprünglichen Zustandes unserer Erde? —-In der Antwort auf diese Frage haben sich unsere Geologen von jeherin zwei Klassen getheilt, die sich, wie es bei allen Spaltungen, die sichauf Meinungen gründen, zu geschehen pflegt, nicht immer sehr freundlichbegegneten. Die Neptuniften behaupten, daß zur Zeit der Entstehungder Erde die festen und flüssigen Theile unter einander gemengt, dast jenedurchaus im Wasser aufgelöst gewesen sind, und daß die feste Rindeund überhaupt alle soliden Theile der Erde, die wir jetzt auf derselbenbemerken, nur auf dem Wege der Austrocknung und der Präcipitativn,des Bodensatzes, erhalten werden konnten. Die Pluto nisten im Ge-gentheile wollten von allen diesen Auflösungen und Niederschlägen nichtswissen und erklären daher den in der Vorzeit flüssigen Zustand der Erde,den beide Parteien als eine Thatsache zugeben müssen, für eine Folgedes Feuers oder der hohen Temperatur, mit welcher anfänglich die ganzeErde durchdrungen gewesen sey, und welche sich, seit so vielen Jahrtau-senden. gegen den Mittelpunkt der Erde zurückgezogen habe, wahrenddie äußeren Theile derselben erkalteten, erstarrten und dadurch m denfesten Zustand geriethen, in welchem wir sie jetzt erblicken. .. ^
Tstese beiden Parteien stritten lang und heftig genug, aber die Be-weise, welche sie für und gegen die aufgestellten Meinungen vorbrachten,waren nicht der Art, um die Sache zu entscheiden und den langen Kampfzu einem glücklichen Ende zu führen. Zu diesem Zwecke gab es nur ein