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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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618
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Andere merkwürdige Folgen d. Störungen d. Plan. §. 125 -126.

so daß sowohl in der alten, als auch in der neuen Welt der östlichereTheil bei weitem der kältere ist.

H. 125. (Andere Beweise für die Unveränderli'chkeit der Erdare.) Ueber-haupt sind diese Versetzungen der Pole, so oft man sie auch bei geologi-schen Erklärungen zu Hülfe gerufen hat, und zwar nicht nur jene ge-waltsamen und plötzlichen, sondern selbst geringe und langsam fortschrei-tende Veränderungen derselben, durch nichts erwiesen, und mit den Be-obachtungen, so wie mit der Theorie in directem Widersprüche. Seit derZeit, wo man durch die Erfindung der Fernröhre die Polhöhen so vielerOrte mit großer Genauigkeit bestimmt hat, wurde auch nicht an einemderselben eine Aenderung bemerkt, die größer wäre, als die bisher nochunvermeidlichen Beobachtungsfehler. Das die Erde zum Theil bedeckendeMeer stört die Lage der Erdaxen so wenig, daß es vielmehr, durch seinegroße Beweglichkeit, der Erde erst den sichern und dauernden Zustanddes Gleichgewichtes gibt, der sonst, bei einer ganz starren Masse derErde, durch die kleinste äußere Einwirkung schon gestört werden könnte.

H. 126. (Freie Axen der Rotation.) Wir haben bereits oben (H. 23)von der Schwungkraft gesprochen, durch welche jedes Element einesKörpers, der sich um eine gerade Linie als um seine Axe dreht, sich insenkrechter Richtung von dieser Axe zu entfernen strebt. Da aber dieseElemente, durch den Zusammenhang des Körpers, an dieser Entfernunggehindert werden, so entsteht daraus ein Druck auf die Rotationsaxe.Dieser Druck liegt, so wie die Centrifugalkraft, in der Richtung derLinie, die von dem Elemente senkrecht auf die Are gezogen wird, undist offenbar desto größer, je größer diese Linie, d. h. je weiter das Ele-ment von der Rotationsare entfernt liegt. Ist nun der Körper, in Be-ziehung auf diese Axe, nicht zu allen Seiten derselben symmetrisch gestellt,so wird dieser Druck ein Wanken der Rotationsaxe und eine Störungder sonst gleichförmigen Drehung des Körpers erzeugen. Ist aber derKörper so gebaut und die Rotationsaxe durch ihn so gestellt, daß jedesElement desselben, auf der einen Seite der Axe, ein anderes gleich gro-ßes und gleich entferntes auf der andern Seite derselben hat, so wirdzwar jedes dieser zwei Elemente einen Druck auf die Axe erzeugen, aberbeide Pressungen werden erstens gleich groß, und zweitens auf einandrrin ihrer Richtung entgegengesetzt seyn, d. h. beide Pressungen werdensich gegenseitig aufheben, und die Axe wird durch dieses Elementenpaarkeinen Druck erleiden. Da dasselbe von jeden zwei anderen eben so ge-gen einander gestellten Elementen gilt, und da, der Voraussetzung ge-mäß, der ganze Körper nur aus solchen Elementenpaaren besteht, sowird auch die Drehungsaxe eines solchen Körpers von keinem Elementedesselben einen Druck erleiden, oder sie wird eine sogenannte freie Axeseyn. Für eine Kugel z. B. sind alle Durchmesser derselben solche freieAxen, und eben so ist für ein Ellipsoid, das durch die Umdrehung einerEllipse um seine große oder kleine Axe entsteht, diese große oder diesekleine Axe eine freie, weil in der That alle auf diese Rotationsave senk-rechten Schnitte des Ellipsoids Kreise sind, deren Mittelpunkte sämmt-lich in dieser Axe liegen, wie dieß bei der Kugel für jeden ihrer Durch-messer der Fall ist.

Weitere geometrische oder vielmehr mechanische Untersuchungen habengezeigt, daß jeder Körper, so unregelmäßig er auch geformt seyn mag,immer wenigstens drei solche freie Axen habe, und daß sich dieselben indem Schwerpunkte des Körpers unter einander senkrechten Richtungendurchschneiden. Bei der Kugel siud, wie gesagt, alle Durchmesser der-selben freie Axen, und bei dem so eben erwähnten Ellipsoid ist nicht nur