z>2 Andere merkwürdige Folgen d. Elörungen d. Plan. §. iis-ns.
nichts gegründete Theorie, an welcher aber die Pariser Academie nochviele Jahre festzuhalten suchte, nachdem bereits Newton sein System derallgemeinen Schwere aufgestellt und die Nichtigkeit der Wirbel desDc'scaileö dargethan hatte. Die gegenwärtige hohe Ausbildung diesesGegenstandes verdanken wir vorzüglich Laplace, der seine tiefen Unter-suchungen darüber in den beiden letzten Theilen seiner Nüo. erstatte mit-getheilt hat.
H. N.Z. (Ebbe und Fluth der Atmosphäre.) Da die Wirkung derSonne und des Mondes auf unsere Meere so bedeutend ist, so wird siewahrscheinlich auf das unsere Erde rings umgebende Lnftmeer, wegender großen Beweglichkeit desselben, noch viel beträchtlicher seyn. An derobersten Gränze der Atmosphäre sind diese Wirkungen ohne Zweifel auchsehr groß. Aber wir bewohnen nur den Grund dieses Meeres undsind in dieser Beziehung in demselben Falle mit den Bewohnern derTiefe des Oceans, die von den großen Veränderungen, welche an seinerOberfläche vorgehen, wohl nur sehr wenig fühlen mögen. Indeß erken-nen wir diese Fluctuationen unserer Atmosphäre selbst auf der Erde nochdurch die täglichen Aenderungen des Barometers und an denjenigenWinden, deren Richtung und Stärke von den Tageszeiten abhängt unddie daher periodisch sind. Jene Variationen des Barometers sind aller-dings nur klein, da sie selbst unter dem Aequatvr, wo sie am größtensind, nur etwa drei Zehntheile einer Linie betragen. Demungeachtet hatman sich durch fortgefetzte Beobachtungen an guten Instrumenten, selbstin höheren Breiten, von ihrem Daseyn nicht nur, sondern auch von ih-rer Größe überzeugt. Diesen Beobachtungen zu Folge liegt die größteHöhe des Barometerstandes zwischen 9 und l0 Uhr Morgens; hieraufnimmt die Höhe bis 4 Uhr Abends ab, wo sie-am kleinsten ist. Vonda steigt sie wieder, bis sie um 11 Uhr Abends zum zweitenmale eine größteHöhe erreicht und dann wieder fällt, bis sie um 4 Uhr Mvrgens zu ih-rer zweiten größten Tiefe sinkt. Aus dieser Epoche sieht man aber schon,daß sie sich nicht nach dem Laufe des Mondes, sondern vielmehr nachdem der Sonne richtet. Auch zeigt die Theorie, daß die Anziehung die-ser beiden Gestirne auf unsere Atmosphäre, selbst unter dem Aequator,höchstens eine Aenderung von 0.02 Linien in der Höhe des Barometershervorbringen könnte. Jene beobachtete Aenderung scheint daher mehreine Wirkung der Temperatur zu seyn, die durch die Sonne in unse-rer Atmosphäre erzeugt wird.
Kapitel X.
Andere merkwürdige Folgen der Störungen
der Planeten.
N6. (Bei dem Monde ist die Revolution der Rotation gleich.) Wir
haben nn Vorhergehenden gesehen, daß sich aus dem einfachen Gesetze