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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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610
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Ebbe u. Fluch d. Meeres und d. Atmosphäre d. Erde. 5. 11z.

Sey D (Fig. 92) der Mittelpunkt des Mondes und 8 der Mittel-punkt der Erde also ^ der nächste, und 15 der von dem Mondeweiteste Punkt der Oberfläche der Erde, wo der Beobachter ^ den Mondin seinem Zenith, und 15 in seinem Nadir (Einl. §. 8) hat. Da dieAnstehung des Mondes, wie die aller Korper, sich wie verkehrt das Qua-drat der Entfernung verhält, so ist diese Anstehung des Mondes für denPunkt ^ der Erde die größte, und für den Punkt I! die kleinste vonallen, während sie für die beiden zwischen jenen liegenden Punkte m undn nahe eben so groß, als für den Mittelpunkt 8 der Erde, also nahegleich der mittleren Anziehung des Mondes ist. Da also der Punkt Vstärker, als der Mittelpunkt 8 der Erde, von dem Monde angezogenwird, so wird auch dieser Punkt ^ sich dem Monde zu nähern, odervon dem Punkte ö zu entfernen suchen; der Punkt V und also auch dasihn zunächst umgebende Wasser wird daher steigen. Da aber eben soder Mittelpunkt 8 von dem Monde P mehr, als der entfernteste Punkt15 angezogen wird, so wird sich auch der Punkt 8 dem Monde mehrnähern, als der Punkt 15, oder mit andern Worten, der Punkt 15 undalso auch das ihn umgebende Wasser wird hinter dem Mittelpunkte 8der Erde zurückbleiben, sich von ihm entfernen und daher ebenfalls stei-gen. Dasselbe wird auch, obschon in geringerm Grade, für alle diePunkte der Erde gelten, die mit den beiden Punkten ^ und 15 in einer-lei Meridian liegen, oder für die der Mond zu derselben Zeit culminirt.Die übrigen Punkte der Erde aber werden sich desto weniger von demMittelpunkte derselben entfernen, werden desto weniger steigen, je weitersie von jenem Meridian entfernt sind. Die Punkte in und n, die denMond in oder nahe bei ihrem Horizonte sehen, werden nur mit dermittleren Kraft des Mondes, mit derselben Kraft, wie der Mittelpunkt8 angezogen und bleiben daher ungestört, oder vielmehr die diese bei-den Punkte umgebenden Gewässer müssen an Höhe abnehmen oder sin-ken, weil ein großer Theil dazu verwendet worden ist, die Gewässer bei^ und 15 zu erhöhen.

Man sieht daraus schon ohne alle Rechnung, daß zwischen je zweinächsten Culminationen des Mondes auch eine doppelte Ebbe und FluthStatt haben, und daß die Fluth für jeden Ort der Erde in die Zeit sei-ner oberen oder unteren Culmination (Einl. H. 26), die der Ebbe abernahe sechs Stunden vor und nach derselben Statt haben muß.

Was so eben von dem Monde gesagt worden ist, gilt auch von derSonne, nur wegen ihrer zu großen Entfernung in viel geringeremMaaße. Die Sonnenfluthen werden für jeden Ort in den Augenblickseines Mittags und seiner Mitternacht fallen, und wenn jeden Monateinmal die Culmination des Mondes in dieselbe Zeit fällt, d. h. zurZeit der Neu- und Vollmonde, so werden die Wirkungen der Sonne unddes Mondes ebenfalls zusammenfallen und die Fluthhöhe vergrößern,während im Gegentheile zur Zeit der Quadraturen, wo der Mond inder Linie L81' und die Sonne in der verlängerten Linie m8n liegt, dieFluthhöhe des Mondes durch die der Sonne vermindert werden muß.Aus derselben Ursache wird die Fluth des Mondes sowohl, als auch dieder Sonne desto stärker seyn, je näher diese Gestirne bei der Erde stehen,was alles mit den Beobachtungen ganz genau übereinstimmt. Daß dasHochmeer an jedem Orte nicht in den Augenblick der Culmination selbsttrifft, sondern oft erst mehrere Stunden später Statt hat, kömmt offen-bar daher, daß das Wasser, von m und 11 nach oder nach v zu kom-men und sich in diesen beiden letzten Punkten auf die größte Höhe zubringen, eine gewisse Zeit erfordert, da die Trägheit des Wassers, die