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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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596
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Säculäre Störungen. §. gz

periodische Schwankungen ausgenommen, im Allgemeinen als beständigbetrachtet werden können.

Dieß gilt von der Lage zweier Planetenbahnen gegen einander. Wennman aber, wie es dem astronomischen Gebrauche angemessen ist, die Lageeines jeden Planeten auf eine dritte ebenfalls bewegliche Ebene, z. B.auf die Ekliptik bezieht, so hat jene einfache Darstellung nicht mehrStatt, und dann kann der Knoten der gestörten Bahn mit der Ekliptiksowohl vor- als rückwärts gehen, und die Neigung der Bahn gegen dieEkliptik kann eben so, wie der Knoten, beständig zu- oder abnehmen.Dieß ist selbst dann der Fall, wenn die Ekliptik als eine feste Ebene be-trachtet wird. Allein das ist sie nicht, da sie, als die Ebene der Erd-bahn, von allen andern Planeten ebenfalls in ihrer Lage am Himmelgestört wird. Nach den astronomischen Rechnungen nähert sich, in Folgedieser Störungen der Erde durch die Planeten, die Ekliptik dem Aequa-tor in jedem Jahrhundert um 48.37 Secunden, während der Durch-schnittspunkt derselben mit dem Aequator, oder während der Frühlings-punkt um die kleine Größe von 16.44 Secunden vorwärts, oder vonWest nach Ost geht. Wir haben aber bereits oben (Z. §. 190) gesehen,daß, den Beobachtungen zu Folge, der Frühlingspunkt in einem Jahr-hundert um 5021.13 Secunden rückwärts geht, und daß dieß im All-gemeinen eine Folge der Anziehung der Sonne und des Mondes auf dieabgeplattete Erde ist, die wir dort die Präcession genannt haben.Da aber die Wirkung der Planeten den Frühlingspunkt in einem Jahr-hundert um 16.44 Secunden vorwärts bewegt, so beträgt die eigentlicheWirkung der Sonne und des Mondes 5037.57 Secunden, oder die be-obachtete Präcession, nach welcher der Frühlingspunkt in jedem Jahreum 50.2113 Secunden rückwärts geht, besteht aus zwei Theilen. Ver-möge des ersten, oder vermöge der Einwirkung der Sonne und des Mon-des auf die abgeplattete Erde geht der Frühlingspunkt jährlich um50.3757 Secunden rückwärts, und vermöge des zweiten, der Einwirkungder Planeten auf die Erdbahn, geht derselbe jährlich um 0.1644 Secun-den vorwärts. Der erste ist seiner Natur nach constant, und für alleZeiten derselbe, wenn anders die mittlere Entfernung jener beiden Ge-stirne und die Abplattung der Erde sich nicht mit der Zeit ändert. Derzweite Theil aber hangt von der Lage, von der Vertheilung der Plane-tenbahnen gegen die Erdbahn ab und ist daher veränderlich, da inder Folge der Jahrhunderte diese Lage der Planeten, durch ihre gegen-seitigen Störungen selbst, eine ganz andere seyn wird, als diejenige ist,welche wir jetzt beobachten.

§. 93. (Veränderung der Länge des tropischen Jahres.) Diese Bemer-kung hat einen wichtigen Einfluß auf die Länge des Jahres, und dadurchauf unsere gesammte Zeitrechnung. Das wahre Jahr der Erde oderdie siderische Umlaufszeit (I. H. 100) derselben um die Sonne ist bei ihr,wie bei allen anderen Planeten, eine völlig unveränderliche Größe. Al-lein das tropische Jahr (I. Z. 123), oder die Umlaufszeit der Erde inBeziehung auf den Frühlingspunkt, ist kürzer als das siderische Jahr,und zwar um die Zeit, welche die Erde braucht, mit ihrer mittleren Be-wegung den Bogen zurücklegen, welcher von dem Frühlingspunkte vermögeder beobachteten Präcession zurückgelegt wird. Dieser Bogen enthältaber, nach dem Vorhergehenden, einen obschon kleineu Theil, dessenWerth in verschiedenen Jahrhunderten veränderlich ist. Also ist auch dieZeit, in welcher die Sonne diesen Bogen zurücklegt, und somit das tro-pische Jahr selbst, eine veränderliche Größe.

In unserer Zeit z. B. beträgt jener veränderliche, von den Plane-

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