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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Störungen der Planeten überhaupt. §. 7l.

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verkleinerten Modelle, ganz nahe vor unsern Augen hätten, und wennwir jede kleine Abweichung der so wunderbar unter einander verschlunge-nen Bewegungen mit unsern stärksten Mikroscopen noch vergrößert sehenkönnten, so würde es wahrscheinlich keinem von uns einfallen, die Ge-setze aufzusuchen, nach welchen alle diese Erscheinungen vor sich gehen.

Dort oben aber, in jenen angemessenen Räumen, zeigen sich die Verän-derungen, welche mit den Himmelskörpern vorgehen, für uns nur in p

ihren großen, gleichsam in ihren rohen Zügen, daher es uns noch mög-lich wird, die Hauptmomente derselben rein aufzufassen, ohne uns vondem Detail dieser Erscheinungen beirren oder übertäuben zu laßen. Indieser Beziehung also ist das Problem, die wahre Bahn eines Planetenunseres Sonnensystems zu bestimmen, so schwer es auch an sich seynmag, doch immer noch unendlich leichter, als die Bahn eines der Mil-lionen Sonnenstäubchen zu berechnen, die uns in unserer nächsten Näheumgeben. Aus dieser Ursache sind wir auch in der Physik, so weit sichdiese Wissenschaft nur mit den Körpern der Erde, die wir unmittelbarvor unsern Augen haben, beschäftiget, viel mehr zurück, als in der Astro-nomie, die es nur mit sehr entfernten Gegenständen zu thun hat. Garvieles läßt sich nur gut erkennen, wenn es aus einer gewisstn Fernegesehen wird, und das Detail versteckt nur zu oft die großen Züge desGanzen. Wenn man mehreren Personen ein großes Frescogemälde vor-legte, und sie dasselbe nur theilweise durch ein starkes Mikroscop besähen,so würde jeder eine andere Idee davon erhalten, und der eine würdees für ein Haus, der zweite für einen Baum, und ein anderer wohl garfür ein Portrait ansehen. Die Bewohner des Mondes, die fünfzig tau-send Meilen von uns entfernt sind, und eben dadurch die ganze Erdeim Großen übersehen, kannten gewiß Amerika und Neuhvlland langevorher, ehe sie von uns, die wir doch die Erde so nahe haben, entdecktwurden, und daß die Erde eine Kugel ist, die sich täglich um sich selbstdreht, werden sie lange vorher, ehe Copernicus es finden konnte, schonauf den ersten Blick gesehen haben.

Allein dieß ist nicht die einzige Ursache, durch welche uns die Auf-lösung jenes großen Problems möglich geworden ist. Es gibt vielmehrnoch mehrere besondere Eigenthümlichkeiten unseres Sonnensystems, dieuns jene Auflösung ungemein erleichtern, und es scheint beinahe, alshätte die gegen uns auch sonst so gütige Natur diese Einrichtungen ab-sichtlich gerroffen, um den schwachen Kräften der Menschen nachzuhelfen,und den Besseren von ihnen die Freude von ihnen machen, wenigstenseinige von ihren Geheimnissen zu enthüllen.

71. (II. Große Masse der Sonne gegen die der Planeten.) Alledie Ungleichheiten der Bewegung, welche durch die Anziehung der Pla-neten unter sich entstehen, sind doch immer nur sehr klein gegen dieeigentlich elliptische Bewegung derselben, welche letzte bloß von der An-ziehung der Sonne kömmt, und von welcher jene ersten nur gleichsamals geringe Unregelmäßigkeiten zu betrachten sind, die man daher auch ldie Störungen oder die Perturbationen der elliptischen Bewegungzu nennen pflegt. Wir haben oben (§. 43) gesehen, daß alle himmlischeKörper sich im geraden Verhältnisse ihrer Masse, und im verkehrten desQuadrates ihrer Entfernung anziehen. Wenn nun z. B. Jupiter zu einerZeit von der Sonne eben so weit als Saturn entfernt ist, so würde er,wenn die Masse Saturns eben so groß wäre, als die der Sonne, von die-sen beiden Körpern gleich stark angezogen werden, uud die Folge davonwürde eine sehr große Störung, eine totale Umänderung seiner Bewegungund seiner Bahn selbst seyn. Allein die Masse Saturns ist noch nicht