48. Machn und Dichtlgkeiten der ^Himmelskörper.
nahe gezwungen, anzunehmen, daß außer den großen Kugeln, die wirPlaneten nennen, auch noch ganze Aggregate oder Systeme von kleinerenKörpern sich in dem Welträume um die Sonne bewegen, und daß dieseKörper, gleich einer Wolke von Sand oder Steinen, ihre Bahnen umdie Sonne nach denselben Gesetzen zurücklegen, wie die Erde und dieübrigen Planeten. Dle>e Sandwvlken, oder wie man solche Sammlun-gen von kleinen Planeten nennen mag, und deren es vielleicht unzäh-lige gibt, die sich in den großen Zwischenräumen der anderen, eigentlichsogenannten Planeten herumtreiben, würden daher eine eigene, uns bis-her ganz unbekannte Art von Weltkörpern bilden, die wegen dem äußerstlockern Gewebe, aus dem ste bestehen, wegen der getrennten Textur ihrereinzelnen Theile einen sehr großen Raum einnehmen. Nimmt' man an,daß die uns nächste Planetenwolke dieser Art mit ihrem Schwerpunkteeine Bahn um die Sonne beschreibt, die nur wenig von der unsererErde verschieden ist, und daß beide von West nach Ost, also auch nahein derselben Zeit um die Sonne gehen, so würden wir jährlich einmal,nahe um dieselbe Zeit, dieser Wolke begegnen und vielleicht sogar durchden Rand derselben mit unserem großen Erdenschisse durchfahren, ohneeben mehr davon zu merken, als daß um dieselbe Zeit die Sternschnup-pen immer sehr häufig erscheinen und zugleich alle nahe dieselbe Rich-tung von West gen Ost haben, indem nämlich diejenigen jener kleinenPlaneten, die unserer Erde nahe kommen, von ihr weggezogen, in unsererAtmosphäre entzündet und endlich auf die Erde selbst herabgeschleudertwerden. Da nun die Aufmerksamkeit der Astronomen auf dieses son-derbare Phänomen gerichtet ist, so wird der Grund desselben wahrschein-lich schon in den nächsten Jahren mit Bestimmtheit nachgewiesen werdenkönnen.
Einstweilen wollen wir wieder zu unserem Gegenstand zurückkehrenund zusehen, welche weitere Folgen sich aus bem bisher betrachteten Ge-setze der allgemeinen Schwere ableiten lassen.
§. 48. (Bestimmung der Masse der Sonne.) Nach diesem Gesetze istdie Attractionskraft eines jeden Körpers auf einen außer ihm gelegenenPunkt gleich der Maye dieses Körpers, dividirt durch das Quadrat sei-ner Entfernung von dem angezogenen Punkte. Also ist auch sofort um-gekehrt: die Masse des anziehenden Körpers gleich der An-ziehungskraft desselben, multiplicirt in das Quadrat derEntfernung.
So gestellt, sieht man sogleich, daß dieses Gesetz uns auch dieMassen der Himmelskörper kennen lehrt, wenn man ihre Anziehungauf einen gegebenen äußern Körper kennt.
Diese Anziehung aber wird, (nach H. 33) durch die kleine Nnie U)?(Fig. 87) ausgedrückt, um welche der angezogene Punkt während einerSecunde zu dem anziehenden Körper hinfällt. Diese kleine Nnie ist fer-ner gleich der Entfernung des angezogenen Punktes ^ von dem an-ziehenden Körper E, multiplicirt in das halbe Quadrat des kleinen Bo-gens welchen der angezogene Punkt während einer Secunde um denanziehenden Körper beschreibt. Dieser Bogen endlich, in Theilen desHalbmessers (W seines Kreises ausgedrückt, wird erhalten, wenn mandie Zahl 360 durch die in Tagen ausgedrückte Umlaufszeit des angezo-genen Punktes dividirt, und die so erhaltene Zahl durch 0.000004848tmultiplicirt, wie dieß alles bereits oben (H. 27) umständlich erör-tert wurde.
Wenden wir dieß sogleich auf die Bestimmung der Masse unsererSonne an. — Die Umlaufszeit der Erde beträgt 365.25,638 Tage. Dar-