Massen und Dichtigkeiten der Himmelskörper. §. 43.
mit einigem Nachdenken auch wohl diese Antwort ohne Mühe selbst finden
kann. Die Leser werden sich davon sogleich, wenn ich es anders nicht -
gar zu sehr an mir selbst fehlen lasse, durch eigene Erfahrung überzeugen. ^
H. 43. (Nähere Bestimmung des Gesetzes der allgemeinen Schwere, iWir haben oben (Kap. dies Gesetz der allgemeinen Schwere, derbessern Verständlichkeit wegen, in seiner einfachsten Gestalt gegeben.
Wir wollen daher hier, ehe wir an die Beantwortung jener Fragen ge-hen, eine kleine, aber wichtige Berichtigung, die wir früher übergehenkonnten, nachtragen.
Nach jenem Gesetze ziehen sich alle Körper gegenseitig im verkehrtenQuadrate ihrer Entfernungen an. Wenn also z. B. ein Satellit Jupi- .
ters oder Saturns einen Stein in der Entfernung von 100 Meilen inder ersten Secunde um einen Fusi gegen sich anzieht, so wird er diesen -Stein in der doppelten Entfernung, von 200 Meilen, nur mehr um 74,in der Entfernung von 300, 400, 500 Meilen, nur um 7», 7.«, 7^ Fuß ^in der ersten Secunde anziehen, und so fort für jeden andern Körper, !>' 'nur mit dem Unterschiede, daß z. B. ein zweiter Satellit jenen Steinin der Entfernung von 100 Meilen nicht mehr um einen ganzen, son- lo -dern vielleicht nur mehr um einen halben Fuß in der Secunde anziehenwird. Bei beiden wird sich also, jenem allgemeinen Gesetze gemäß, dieAnziehung des Steines wie verkehrt das Quadrat seiner Entfernungverhalten, aber diese Anziehung selbst wird bei dem zweiten Satellitennur die Hälfte des ersten seyn, oder sie wird für t00 Meilen 7z Fuß,für 200 Meilen 7«, für 300 Meilen 7.,, für 400 Meilen 7zz Fuß u. f.betragen.
Man sieht daraus, daß die Art, nach welcher die Anziehung derKörper wirkt, bei allen dieselbe, daß aber die Größe dieser Anziehungbei verschiedenen Körpern auch sehr verschieden seyn kann, etwa so, wiez. B. alle Pferde den Wagen, vor den sie gespannt werden, auf dieselbeWeise ziehen, während doch das eine derselben ihn viel stärker oderschwächer ziehen kann, als das andere, je nachdem es mit einer größernoder geringern Muskelkraft begabt ist. Was ist es nun, das dieseStelle der Muskelkraft bei den Körpern des Himmels vertritt?
Wir werden uns nicht bei der Untersuchung aufhalten, was dieseKraft der Himmelskörper, mit welcher sie alle anderen Körper anziehen,eigentlich sey oder woher sie komme. Die Metaphysiker, die sich so gernmit Fragen dieser Art beschäftigen, mögen sie beantworten, wenn siekönnen. Uns genügt es, das Daseyn einer solchen Kraft aus ihren un-bestreitbaren Wirkungen zu erkennen. Diese sehen wir täglich undimmerwährend in unendlichen Abwechslungen sowohl um uns/als auchselbst in uns. Ueberall in der Natur bemerken'wir diesen Hang derKörper, sich anzuziehen, sich zu vereinigen, sich zur Kugelgestalt abzurun-den. Der Thaurropfen auf dem Kvhlblatte, und die Gestirne des Him-mels sind gleich gute Beispiele für den Beweis dieses Satzes. Aber dieUrsache dieser Erscheinung? —
Wir empfinden den Duft, den die Blume aushaucht; wir ergötzenunser Auge an dem Lichte und an den Farben der Körper; wir erfreuenunser Ohr mit den harmonischen Tönen der Musik; wir sehen die ganzeErde mit allen ihren Reizen unter, und den endlosen Himmel mit allenseinen Wundern über uns — aber was wissen wir davon? Daß sieda sind, und nichts weiter. Woher sie kommen, und wohin sie gehen, -Mg
ist uns unbekannt. Wir können eben so wenig den Hauch der Blumen,als die Feinheit des Lichtes berechnen, und der innere Zusammenhangder Dinge auf der Erde ist uns eben so ein Räthsel, als jene Zauber-