^ ^ Allgemeine schwere. §. 4,.
ihren Scepter über ganz Europa verbreitet, und Alle eilten, sich für einSystem zu erklären, das mehr für die Imagination, als für den Ver-stand gemacht war, und das die Meisten desto leichter zu verstehen glaub-ten, je weniger sie es in der That verstanden, oder je weniger sie sichvon dem Grunde dieses Glaubens eine genügende Rechenschaft gebenkonnten. Newton's Theorie im Gegentheile war ganz und allein für denVerstand berechnet, und der Vortrag desselben war so kurz und dun-kel und erforderte von dem Leser so viele Vorkenntnisse und Fassungs-kraft, daß von allen seinen Zeitgenossen kaum zwei oder drei gefundenwerden konnten, von denen man sagen durfte, sie seyen im Stande ge-wesen, das Werk vollkommen zu verstehen. Er wählte in diesem Bucheden synthetischen Vortrag der alten griechischen Gevmeter, für welchener sein ganzes Leben durch eine besondere Achtung gehegt hatte. Alleines scheint, daß er die von ihm gemachten Entdeckungen nicht auf die-sem , an sich sehr schwierigen, sondern daß er sie auf dem viel leichterenWege der mathematischen Analyse gemacht, und dann nur wieder in dieSprache jener Synthese übertragen habe. Man muß es bedauern, daßer für seine Mittheilung diesen Weg gewählt, daß er bei Auseinander-setzung seiner Entdeckungen nicht die Mittel angegeben hat, welche ihndazu führten, und daß er die Beweise mehrerer seiner Theoreme gänz-lich unterdrückte, weil er, wie es scheint, das Vergnügen, sich mühsamerrathen zu lassen, dem Zwecke, seine Leser aufzuklären, vorgezogen hat.Die Kenntniß der Methode, die das Talent zu seinen Entdeckungen führt,ist oft nicht weniger interessant und lehrreich zugleich, als diese Ent-deckungen selbst '-st.
H. 41. (Einfachere Ableitung dieses allgemeinen Gesetzes.) Da diesesGesetz die Grundlage der ganzen neueren Astronomie, und sonach vonder größten Wichtigkeit ist, so wird es nicht unangemessen scheinen, dieWahrheit desselben noch ans einem anderen Wege zu zeigen.
Newton wollte seine Idee von diesem Gesetze, oder vielmehr er wolltedie Richtigkeit dieser Idee durch irgend eine allgemeine Erscheinung inder Natur, durch eine eigentliche Beobachtung nachweisen, und er wähltedazu die Bewegung des Mondes, indem er durch Rechnung zeigte, daßdieser Himmelskörper, wenn er bis zur Oberfläche unserer Erde gebracht
--'st So viel man auch von der Concinnität gesprochen hat, mit welcher die-ses unsterbliche Werk verfaßt seyn soll, so scheint es für den aufmerksa-men Leser doch mehrere Spuren einer den Gegenstand nicht immer vol-lendenden Eile zu tragen, wenigstens in Beziehung auf den äußerenVortrag der darin aufgestellten Satze. Oft würden nur einige Wortenoch hingereicht haben, das fehlende Licht über den Gegenstand zu ver-breiten, und die oft so nothwendigen Rücksichten auf Ordnung, Voll-ständigkeit und Klarheit des Vortrags scheinen zuweilen ganz hintange-setzt worden zu seyn. Wenn der Verf. bei einer seiner schwierigsten Un-tersuchungen (Buch III. ?rop. 23) sich die Mühe nicht nehmen will, alleseine Ideen auseinander zu setzen, so hilft er sich mit der Redensart: obcÄusam, lzsunm bic exponers oon vacat, oder uti rstioueiu iueuuti la-eile xatebit. Die Resultate seiner Untersuchung über die jährliche Glei-chung des Mondes gibt er bloß mit den einleitenden Worten: per ean-llora tbeoriam iuveni praeterea; eine andere Störungsgleichung des Mon-des wird bloß mit der Bemerkung aufgeführt: uti ex tbeori» xrsvitstiscolli^o u. s. w.