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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
545
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z. Z8. Allgememe Schwere.

teren Untersuchungen dieses Gegenstandes zum zweiten Male fallen, daer sie nur als leere, von den Beobachtungen nicht unterstützte Spekula-tionen betrachtete, und er würde sie vielleicht nie mehr aufgenommen ha-pen, wenn er nicht volle sechszehn Jahre nach jenem ersten Versuchedurch einen bloßen Jttsall wieder darauf zurückgeführt worden wäre.

Es war im Junius des Jahres 1682, als er in dem Hause derAcademie zu London, unter den früher Angekommenen, auf die für die-sen Tag angesagte Versammlung wartete^ Man sprach hier unter An-dern auch von einer neuen Gradmessung, die kurz zuvor ein gewisserdamals noch wenig bekannter Picard in Frankreich ausgeführt hätte,und eines der Mitglieder zeigte ein von ihm erhaltenes Schreiben vorin welchem die Resultate dieser Vermessung enthalten waren. Newtonnahm eine Abschrift dieser Zahlen und hörte dann den folgenden Vor«trägen der Academie mit ungetheilter Aufmerksamkeit zu. Nach geende-ter Sitzung wieder in seiner Wohnung angekommen, fuchte er seine al-ten Rechnungen von dem Jahre 1666 hervor, um sie mit den Zahlenjenes Briefes zu vergleichen. Er bemerkte bald im Verfolge seiner Rech-nungen, daß er sich der so lange gewünschten Erfüllung seines Wunschesnähere; mit jeder Zeile wurde es ihm gewisser, daß er an dem Vor-abende einer großen Entdeckung stehe aber jetzt wurde er auch voneinem so heftigen Beben seiner Nerven ergriffen, daß er die angefangeneRechnung nicht vollenden kdnnte. In diesem Zustande vertraute er sicheinem seiner hereintretenden Freunde, der den Griffel wieder aufnahmund die Rechnung zu Ende brachte.

Wir haben bereits oben gezeigt, wie Picard's Messungen in derM sehr gut mit Newton's Voraussetzung übereinstimmten, und wieeben dadurch der so lange gesuchte Beweis der Richtigkeit derselben end-lich gefunden wurde. Es möchte schwer seyn, den Eindruck zu schil-dern, den dieses Resultat auf einen solchen Geist hervorbringen mußte.Mit eins öffnete sich nun das ganze Weltall vor seinem Blicke: die Sonnemit ihren Planeten und Kometen, diese Planeten selbst mit ihren Satel-liten, kurz das ganze, dem menschlichen Auge bisher verschleierte Son-nensystem stand nun in seiner innern, wundervollen Einrichtung, undin dem alle seine regulirenden Gesetze, klar und deutlich vor seinenAugen. '

38. (Nächste Folge dieser Entdeckung.) Nachdem sich nun Newtonvon der Wahrheit seiner ersten Ansicht überzeugt, nachdem er das großeGesetz der Natur, daß nämlich alle Körper sich wie verkehrt das Qua-drat ihrer Entfernungen anziehen, gefunden, und durch die Erscheinun-gen der Natur selbst nachgewiesen hatte, ging er mit neuer Kraft analle die früheren Versuche, die er über diesen wichtigen Gegenstand vonZeit zu Zeit angestellt hatte. Er suchte sie unter einander zu verbinden,und aus ihnen die Erklärungen aller übrigen Phänomene des Himmelsabzuleiten. Er sah bald, daß sich aus der Anwendung des von ihm ent-deckten Gesetzes nicht nur die elliptische Bewegung der Himmelskörper,londern auch noch eine große Anzahl von andern Erscheinungen dersel-ben, von welchen man bisher keinen Grund angeben konnte, würde ab-lecken lassen. Allein diese 'Ableitung, diese weitere Entwicklung jenesobersten Naturgesetzes erforderte einen noch viel höheren Aufwand vongeistiger Kraft, als selbst jene Entdeckung, und sie ist es eigentlich, wo-durch er seine wahre Größe beurkundet hat.

.Vier Jahre beschäftigte er sich unablässig mit diesen wichtigen undlchwrerigen Entwicklungen, deren Resultate er endlich im Jahre 1686,

Littrow. ZZ