§. 19. Eigenschaften der Körper. 527
so beträgt der Fall der Köroer während der ersten Secunde, den darüberangestellten Beobachtungen gemäß, 15.098 Par. Fuß. Diese Größe istalso, vermöge der zweiten unserer Gleichungen, gleich so daß da-her die Größe A selbst 30.196 Par. Fuß beträgt.
Mit diesem Werthe von ^ findet man aus derselben zweiten Glei-chung, wenn man in ihr x ^ 450 setzt, daß ein Stein von dem Gipfeldieser Pyramide bis zu dem Boden derselben in 5^ Secunden fallen,und daß er daselbst mit einer Geschwindigkeit ankommen würde, mitwelcher er, wenn er nun gleichförmig fortginge, in jeder Secunde einenWeg von 164 ^/z Fuß zurücklegen müßte.
Der höchste Berg der Erde, der Dhawalagiri in Indien, soll 24150Par. Fuß über die Meeresfläche sich erheben. Von seinem Gipfel würdedaher ein Stein in vertikaler Richtung erst nach 40 Secunden an derMeeresfläche, und zwar mit einer Geschwindigkeit von 1520 Fuß ankom-men. Diese Endgeschwindigkeit ist bedeutend größer als die des Schal-les, die nur 1038 Fuß in einer Secunde beträgt, und sie übersteigt diegewöhnliche Geschwindigkeit einer Kanonenkugel nahe dreimal.
In Norwegen, Distrikt Rake bei Friedrichshall, soll ein senkrechtesErdloch sich befinden, dessen Tiefe man noch mit keinem Senkbley ergrün-den konnte. Wenn man aber einen Stein in dasselbe fallen läßt, sohört man den letzten Aufschlag desselben auf den Boden der Höhle erstnach 9V Secunden. Nimmt man dabei auf die Verzögerung dieser Er-scheinung durch den Schall keine Rücksicht, so zeigen unsere Gleichungen,daß die senkrechte Tiefe dieser Höhle 122294 Par. Fuß, also nahe fünf-mal so viel, als die Höhe des Dhawalagiri betrage, und daß dieserStein an den Boden der Höhle mit der Geschwindigkeit von 2718 Fußin einer Secunde ankommen müßte.
Der Mond ist in seiner mittleren Distanz 51600 deutsche Meilenoder 1178647000 Par. Fuß von der Erde entfernt. Wenn wir daher dieKraft der Erde auch in dieser Entfernung noch gleich der an ihrer Ober-fläche annehmen und überdieß voraussetzen dürften, daß der Mond nichteine ähnliche Anziehung, wie unsere Erde, auf die ihn umgebenden Kör-per ausübe, so würde, wie unsere Gleichungen zeigen, ein von demMonde in gerader Linie zur Erde fallender Stein die letzte erst in 8835Secunden oder in 2 Stunden 27 Minuten 15 Secunden erreichen, undauf derselben mit einer Geschwindigkeit ankommen, vermöge welcher erin einer Secunde durch 266797 Fuß, das heißt, durch nahe 11^ deutscheMeilen geht.
Allein diese Voraussetzungen sind sehr gewagt und äußerst unwahr-scheinlich. In der That, wenn unsere Erde eine Kraft besitzt, mit wel-cher sie alle Körper an sich zieht, warum sollten diese anderen Körper,warum sollte der Mond, die Sonne und überhaupt alle Körper der Na-tur einer solchen Kraft beraubt seyn? Welche Vorrechte soll irgend einKörper der Natur vor allen andern ansprechen dürfen? Und wenn siein der That alle eine solche Kraft besitzen, durch welche sie selbst aufsehr entfernte Körper noch eine Wirkung äußern, welchen Grund hatman vorauszusetzen, daß diese Kraft in allen, in großen und kleinenEntfernungen immer dieselbe bleiben soll? Diejenigen Entfernungenvon der Erdoberfläche, die Berge und Höhlen derselben, m welchen wirunsere Beobachtungen noch anstellen können, sind in der That, gegen denHalbmesser der Erde, so klein, daß sie, ohne merklichen Fehler, alle alsgleich groß, und daß also auch die auf sie wirkende Kraft der Erdedurchaus als dieselbe, oder als eine konstante Kraft angesehen werdenkann. Und wenn dieß, in viel größern Distanzen, wie es scheint, nicht