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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
507
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2S7. Sterngruppen und Nebelmassen des Himmels. Zy?

ist, finden wir diese isolirten Nebel schon kleiner, von ihren Nachbarndurch größere Zwi>chenräume getrennt und gegen ihren Mittelpunkt all-mählig an Helligkeit zunehmend. Hier hat sich die Lichtmasse des Gan-zen bereits um eine Centralftelle angehäuft, aber diese Stelle selbst istimmer noch Nebel, ausgebreiteter und an ihren Gränzen unbestimmterNebel. Wieder andere, die vielleicht Millionen von Jahren in ihrerBildung jenen bereits voraus geeilt sind, haben sich schon zu einer nahekugelförmigen Gestalt abgerundet, und ihr mehr verdichteter, daher klei-nerer und hellerer Mittelpunkt nähert sich bereits dem eigentlichen Ster-nenlichte, aber dieser Kern ist doch noch mit einer dichten Atmssphäreumgeben, die bisher noch nicht von jenem Centralpunkte aufgenommenund absvrbirt werden konnte. In jenem anderen sieht man bereits zweiund selbst mehrere solcher vorherrschenden Stellen, welche sich das Gleich-gewicht halten, welche die sie umgebende Nebelmasse unter sich theilen,oder auch vielleicht in einander übergehen werden. Hier sind zwei dieserim Kampfe begriffenen Streiter noch durch ein Nebelband mit einanderverbunden, durch welches, wie durch einen Kanal, der Schwächere in denmächtigen Gegner hinüber zu fließen scheint; dort ist jener bereits ver-nichtet, aber dieser, der Sieger, trägt noch die Spuren seines langenKampfes und zieht den noch nicht völlig aufgezehrten Nebel in der Ge-stalt eines Schweifes, eines Fächers oder einer Spindel nach sich u. s. f. Mit einem Worte: überall bemerken wir bei jenen Himmelskörpern,wie bei denen auf unserer Erde, das Prinzip der Anziehung undihre beiden Folgen, die Verdichtung und Abrundung, überall bemerkenwir diese beiden immer wiederkehrenden Erscheinungen der ganzen Natur,die vereinigende und die formgebende Kraft, die im Kleinen, wieim Großen, durch den ganzen endlosen Weltraum zu herrschen scheint.Wie durch Verdichtung aus der Regenwolke der Wassertropfen entsteht,und wie er, das Gleichgewicht seiner Theile herzustellen, sich abzurundenstrebt, eben so und wahrscheinlich durch dieselbe Kraft getrieben, hat sichauch unsere Erde, eben so die Sonne mit ihren Planeten, und eben soauch jenes zahllose Heer von Sonnen gebildet und abgerundet: jene ineiner Secunde und diese in Millionen von Iahren. So entstand derThau, der auf dem Blumenblatte perlt, und eben so entstand unsereMilchstraße und alle die anderen unzähligen Milchstraßen, die nur alsNebelflecken oder Sterngruppen aus den Tiefen des Himmels zu unsherüberschimmern.

Uebrigens liegen die meisten dieser wundervollen Gegenstände wettaußer dem Bereiche unserer eigentlichen Beobachtungen, und der Phan-tasie ist daher noch ein unendliches Feld für ihre Spiele eröffnet. Viel-leicht existirt eine dlrmaterie, das alte Chaos, nach allen Seiten in demWeltraume ausgegossen, das sich in unübersehbaren Gefilden gleich einemNebel lagert, das sich stellenweise in Wolken sammelt und verdichtet,und gleich den letzten, wenn sie vom Winde getrieben werden, verschie-dene phantastische Gestalten annimmt, das sich später bis zur Lichterzeu-gung cvndensirt, aus dem die eigentlichen Gestirne sich entwickeln, wennin der That die letzten, wie Herschel meint, nichts als verdichtete Licht-wolken sind. Vielleicht auch, daß dieser Urnebel bloß die Nahrung dereigentlichen Sonnen ist, aus dem sie Licht und Wärme ziehen. Dießwar wenigstens die Ansicht Newton's, die er emst seinem FreundeConduit in einem vertraulichen Gespräche mitgetheilt hat. Der ehr-würdige Greis feierte eben seinen dreiundachzigften Geburtstag. Er hattevor Kurzem eine heftige Krankheit überstanden und fühlte sich heute stär-ker und munterer, als lange Zeit vorher. Sein Freund befragte ihn