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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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485
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§- 227. Veränderliche Sterne. HgF

soll man nahe an derselben Stelle wieder ein solches Gestirn gesehen ha-ben. Im Jahre 1572 am Uten November bemerkte Tycho, als er ebenzur Nachtzeit aus jeinem chemischen Laboratorium über den Hof seinesHau>es in die Sternwarte ging, ebenfalls in dem Sternbilde der Cas-siopeia einen neuen Stern von ganz vvrzüglicber Große, auf einer Stelle,wo er früher nur sehr kleine Sterne gesehen hatte. Er war so hell, daßer selbst Jupiter und Venus an Glanz übertraf und daß er sogar amTage sichtbar war. Während der ganzen Zeit seiner Sichtbarkeit konnteTycho keine Aenderung seiner Steile und auch keine Parallaxe (I. tz. 71)bemerken. Aber nach einem Jahre nahm dieses Gestirn wieder allmäh-lig au Glanz ab und verschwand endlich gänzlich im März 1574, sechs-zehn Monate nach seiner Entdeckung, ohne daß man seitdem eine Spurvon ihm auffinden konnte. Als er zuerst erschien, war sein Licht blen-dend weiß. Im Januar 1573, zwei Monate nach seiner Entdeckung,war dasselbe bereits beträchtlich schwächer und gelblich geworden. Wie-der in einigen Monaten nahm er eine röthliche Farbe an, wie Marsoder Aldebarau, und im Anfange des Jahres 1574, zwei oder drei Mo-nate vor seinem gänzlichen Verschwinden, schimmerte er nur mehr ineinem grauen oder bleifarbenen, dem des Saturn ähnlichen Lichte.Goodrike, dessen wir oben (H. 226) schon öfter gedachten, ist der Mei-nung, daß die erwähnten neuen Sterne der Jahre 945 und 1264 iden-tisch mit diesem von 1572 seyn, und daß daher dieser Stern ebenfallsein veränderlicher Stern wäre, dessen periodischer Lichtwechsel 150 oder300 Jahre betrage. Allein jene zwei früheren Erscheinungen sind zu un-gewiß, um auf sie mit Sicherheit eine solche Behauptung aufstellen zukönnen.

Ein anderer neuer Stern, dessen zuerst der Bischof Münter inse inem Briefe erwähnt, erschien i. I. 1604 am 10ten October im östli-chen Fuß des Schlangenträgers (Ophiuchus), der nahe eben so hell war,wie jener von 1572, und der im October 1605 ebenfalls völlig ver-schwand. Kepler schrieb darüber ein eigenes, auch in mehreren anderenBeziehungen sehr interessantes Werkchen: Ile stelln uovn in xefle 8er-jientnrii. lN'NKne 1606.

Im Jahre 1670 am 20ten Junius entdeckte Anthelm einen Sternder dritten Größe im Schwan, der schon nach zwei Monaten zu einemStern der fünften Größe herabsank und bald darauf völlig unsichtbarwurde. Der berühmte Dominic Cassini beobachtete ihn sehr eifrig durchdie ganze Zeit seiner Sichtbarkeit.

Erscheinungen dieser Art mögen unter den kleineren und seltener be-obachteten Fixsternen vielleicht sehr häufig seyn. In der That kann manmehrere dieser Sterne, welche unsere Vorgänger in ihren Catalogen ver-zeichnet haben, jetzt nicht mehr am Himmel finden. Manche dieser Lückenmögen allerdings ihren Ursprung Irrthümern in der Beobachtung, Schreib-und Nechnungs-Fehlern und dergleichen Dingen verdanken,

(M!> 5 IiumkMA nktt'UM cavit n-itura.

Aber es ist sehr unwahrscheinlich, daß alle diese vermißten Sterneaus diesem Grunde erklärt werden sollten. Jene großen, hellleuchtenden,von den berühmtesten Astronomen ihrer Zeit beobachteten neuen Sterneaber können keinen weiteren Zweifel ihrer Existenz und ihres darauf fol-genden Verschwindens ausgestellt werden.

Aber wie sollen wir nun Erscheinungen dieser Art deuten? Sollman sie, mit Newton, dem Aufflammen eines Planeten zu,chreiben. dersich in seine Sonnen gestürzt hat? Oder sind diese Sterne an sich dunkle