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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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484
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^. Veränderliche Sterne. - §. 227.

worden. Als der erste Entdecker der Veränderlichkeit dieses sonderbarenGestirn's wurde oben mit Recht Goodrike angeführt. Allein es muß nochbemerkt werden, daß dieselbe nahe in gleicber Zeit auch von dem bekann-ten astronomischen Bauer, Pa titsch bei Dresden, gefunden worden ist,demselben, der auch i. I. 1759 den Öalley'schen Kometen einen ganzenMonat früher, als alle Astronomen Europa'S gesehen hat. Er war, wieHerschel sagt, ü« rvas u Ztuticm mist an ßv

(vergl. il. H. 173).

Man hat über den Grund dieses wunderbaren Lichtwechsels verschie-dene Meinungen aufgestellt. Wir geben sie hier kurz an, ohne über ih-ren Werth entscheiden zu wollen. Man glaubt, daß diese Sterne,gleich unserer Sonne, eine Rotation um ihre Are haben und an einerihrer Seiten lichtlos oder doch mit mehreren dunkeln Flecken bedeckt sind.Andere lassen große dunkle Planeten um diese Sterne gehen und unsdas Licht derselben benehmen, wenn sie zwischen uns und diese Sternetreten. Wieder Andere nehmen die Gestalt dieser Sterne linsenförmigan, wo sie dann, wenn sie während ihrer Rotation uns ihre scharfeKante zuwenden, weniger hell erscheinen oder auch ganz verschwinden.Auch wollte man diese abwechselnden Aufhellungen und Verdunklungeneigenen atmosphärischen Erzeugnissen dieser Sterne, denen unserer Son-nenfischen ähnlich, zuschreiben. Es ist aber auch möglich, daß diese son-derbare Erscheinung eine weniger mechanische Ursache hat, und daß dieseSterne ihren Lichtwechsel einem periodisch wiederkommenden Anspannenund Nachlassen jener Naturkraft verdanken, durch welche ihr Selbsileuch-ten hervorgebracht wird (m. s. Harding's kleinere Ephemeride für dasJahr 1831).

227. (Neue oder wieder verschwundene Sterne.) So groß auch dieRevolutionen seyn mögen, die auf den Oberflächen jener Fixsterne, diediesem Lichtwechsel unterworfen sind, vorgehen welche ganz andereVeränderungen mögen jene andern erfahren haben, die an Stellen desHimmels, wo man früher keinen Stern bemerkte, in hellen Flammenaufzulodern und dann, vielleicht für immer, zu verschwinden scheinen.Ein solcher war vielleicht der neue Stern, dessen Plinius (IZist. uut.I^id. II.) erwähnt, der i. I. 125 vor Chr. G. in einer früher ganz stern-losen Gegend des Himmels erschien. Hipparch soll, dadurch aufmerk-sam gemacht, den Entschluß gefaßt uud ausgeführt habeu, das ersteSternverzeichniß zu verfertigen. Es enthielt nur die vorzüglichsten, mitfreiem Auge sichtbaren Fixsterne, und'doch wendeten die Alten auf ihndie Stelle Virgil's au, wo vom Paliuurus, dem Steuermanne desAeneas, gesagt wird:

Kidera. cuneta notat wcito labenlia

Was würden sie zu unserm Sterncatalog der Mstone oelests (ll.H. 192) gesagt haben, die 50000 Sterne enthält. Eben so erschien i. I.389 nach Chr. G. zur Zeit des Kaisers Honorius, ein neuer, früher niegesehener Fixstern neben dem Sterubilde des Adlers, der durch dreiWochen an Glanz der Venus gleich kam und später wieder völlig ver-schwand, wie Cuspinianus erzählt, der ihn selbst beobachtet haben soll,Im neunten Jahrhundert beobachteten zwei arabische Astronomen, Halyund Albumazar, einen solchen neuen Stern im Scorpion, dessen Lichtdem des Mondes in seinen Vierteln gleich war und der nach vier Mo-naten wieder unsichtbar wurde. Im Jahre 945, zur Zeit des KaisersOtto, sah man, wie die Chroniker erzählen, einen solchen neuen undhellen Fixstern zwischen dem Cepheus und der Cassiopeia, und i. 1.1264