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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Doppelstevne.

§. 222.

mini « Leo, « Serpens n. f. Da hier weder roth noch gelb ist, wo-her soll die komplementäre blaue Farbe kommen? Bei andern Dop-pelsternen sind sogar beide blau, wie bei ö Serpens, r Draco, 28 und59 Andromeda u. f. Bei 7 Andromeda ist der große orange und derkleine smaragdgrün; bei ö Orion ist der große weiß und der kleine pur-purroth; bei e Einhorn ist der große gelb und der kleine blutroth; bei xim südlichen Schiffe Argo ist umgekehrt der große blau und "er kleinedunkelroth; auch findet man mehrere Doppelsterne, wo beide tief gelb,oder beide stark roth sind u. s. w.

Alle diese und viele andere Beispiele zeigen deutlich, daß die vorher-gehende Muthmaßung nicht gegründet ist, und daß wenigstens bei sehrvielen, wo nicht bei den meisten Doppelsternen, dieser Unterschied derFarben keine optische Täuschung, sondern eine diesen Sternen selbst zu-kommende Eigenthümlichkeit ist. .

Auch gibt es ein einfaches Mittel, sich von dieser Eigenthümlichkeitder Farben der Doppelsterne zu überzeugen. Man darf nur den größe-ren im Brennpunkte des Fernrohrs mit einem daselbst ausgespanntendicken Faden bedecken und zusehen, ob dann der kleine, wenn er aufdiese Weise allein im Fernrohr erscheint, noch immer seine frühere blaueoder grüne Farbe behält. Dieß ist in der That der Fall mit den Beob-achtungen, die man bisher darüber angestellt hat, zum Beweise, daß dieseblaue oder grüne Farbe den kleineren Sternen eigenthümlich ist. Indeßbehauptet der jüngere Herschel, der doch so viele Erfahrungen über dieDoppelgestirne gesammelt hat, daß ihm durchaus noch kein Fall vorge-kommen sey, wo der eine der beiden Doppelsterne grün oder blau erschie-nen wäre, wenn er nicht zugleich sehr nahe bei einem größeren rothenoder gelben Sterne stand, so daß also iene Farbe des kleinen Sternsallerdings aus der komplementären Farbe erklärt werden könnte. Ihmerscheinen, wie er versichert, alle Sterne weiß, deren Farbe sich nicht ge-gen gelb oder roth neigt, vorausgesetzt, daß keine Lampe in der Nahedes Beobachters ist. Nach seiner Behauptung sind alle Farben derSterne nur aus dem unteren Ende des SpectrumS genommen, wodaS rothe und gelbe Licht ist, und durchaus keine von dem oberen Ende,wo die blaue und grüne Farbe vorherrscht. Da aber andere Beobachterdiese blane und grüne Farbe so oft schon gesehen haben, so glaubt erden Grund davon in der grünlichen Farbe des KronglaseS zu finden, dieman bei den achromatischen Fernröhren der Engländer so oft antrifft.Allein die neueren Fernröhre von Fraunhofer haben diese grüne Färbungihrer Objectivgläser nicht. Vielleicht daß umgekehrt die Abwesenheit derblauen und grünen Farbe bei Herschel'ö Teleskopen in den Metallspiegelnderselben zu suchen ist, die bekanntlich, der Höhern Politur wegen, vielKupfer enthalten, welches den rothen und gelben Lichtstrahlen ein Ueber-gewicht geben und die blauen und grünen Farben beträchtlich schwächenmag. Wir wollen die Entscheidung dieses Gegenstandes unsern Nach-kommen überladen, da uns noch die zweckmäßigen Beobachtungen dazufehlen. Es ist möglich und selbst sehr wahrscheinlich, daß sie durch dieseUntersuchungen auf sehr interessante Resultate geführt werden können,wenn anders der Gegenstand nicht auch für sie noch mit zu großenSchwierigkeiten verbunden seyn wird, um ihn ins Reine zu bringen.

H. 222. (Doppelfterne als Prüfiingsmittel der Fernrohre.) Wenn manmit zwei oder mehreren Fernröhren denselben irdischen Gegenstand, z. B.eine entfernte Thurmspitze, beobachtet, so steht man oft an, zu sagen,mit welchem von diesen Fernröhren man besser sieht. - Sicherer ist esschon, zu diesem Zwecke ein gedrucktes Blatt in einiger Entfernung vor