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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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455
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tz. 199200. Anzahl, Entfernung und Größe der Fixsterne.

schemlich noch viel weiter entfernte, sich nicht mehr in Sterne auflösenließen, und jelbst in seinen stärksten Telescvpen immer noch die frühereNebelgestalt beibehielten. Er hat daraus den Schluß gezogen, daß dieseletzten wenigstens gegen 19999 Sternweiten von uns entfernt seyn müs-sen. In einer solchen Entfernung würde aber unsere eigene Milchstraßekaum mehr eine Secunde am Himmel bedecken und uns daher ganz un-sichtbar seyn. Wie viel größer müssen aber dann viele von jenen Milch-straßen seyn, da sie uns, jener Entfernung ungeachtet, doch noch oftunter einem Durchmesser von mehreren Minuten erscheinen.

H. 199. (Daraus folgende Anzahl der Fixsterne.) Wenn aber dießAlles sich in der That so verhält, wer wird es dann noch unternehmen,die Sterne des Himmels zu'zählen? Offenbar führen uns die vorher-gehenden Betrachtungen dahin, die Anzahl der Fixsterne als ganz un-zählbar, als wahrhaft unendlich groß anzunehmen. Wir sind gleichsamgezwungen, den Weltenraum nach allen Richtungen hin als unbegränztund überall und ohne Ende alle Gegenden desselben von Himmelskörperneingenommen vorauszusetzen. Zwar ist es uns, bei unserer Beschränkt-heit, unmöglich, einen nach allen Seiten gränzenlosen Raum zu denken,aber ist es uns eben so unmöglich, die Natur und die schaffende Kraftderselben in irgend einer Beziehung, der Zeit oder des Raumes, be-schränkt zu denken? Können wir eine Ursache angeben, welche dieseKraft in ihrer Thätigkeit aufzuhalten im Stande ist? Wenn wir unseinen Raum, der keine Gränzen, also auch keine Gestalt hat, nicht mehrvorstellen können, so begreifen wir doch eben so wenig, wie der Urheberaller Dinge, nachdem er Myriaden von Weltsystemen ihr Daseyn gegebenhatte, nun plötzlich in den Aeußerungen seiner schaffenden Allmacht auf-gehalten werden, oder wie er sich selbst ein, wenn auch noch so entfern-tes, doch immer endliches Ziel seiner Wirksamkeit gesetzt haben sollte.

h. 299. (Einwurf gegen die unendliche Anzahl der Fixsterne.) Aber,könnte man einwenden, wenn die Zahl der Sterne des Himmels in derThat, und im eigentlichen Sinne des Wortes unendlich seyn soll, somüßte auch jeder unserer Gesichtsstrahlen auf einen, ja selbst wieder aufunendlich viele hinter einander stehende Sterne stoßen, und die Folgedavon müßte seyn, daß uns der Himmel in allen seinen Punkten mitSternen ganz bedeckt, daß uns jeder Punkt desselben ganz eben so hell,als die Sonne selbst, erscheinen würde. Da dieß nun offenbar gegenalle Erfahrungen ist, so kann auch jene Voraussetzung einer wahrhaftunendlichen Zahl von Fixsternen nicht zugelassen werden.

Da wir, ebenfalls unseren Erfahrungen zufolge, noch nirgends inder ganzen Natur einen völlig leeren Raum angetroffen haben, ,o istes auch nicht wahrscheinlich, daß die großen Räume, welche unsere Pla-neten, und die noch viel größeren, welche die Sonnensysteme unjererMilchstraße, und welche diese Milchstraßen selbst von einander trennen,ganz leer und von keiner Materie ausgefüllt feyn sollten. Wir habenerst in den neuesten Zeiten eine Gattung von directem Beweis für die Exi-stenz eines solchen Aethers, oder wie man dieje Materie sonst nennenmag, an dem Kometen von Iahren Umlaufszeit erhalten, von demwir oben (II. H. 175) gesprochen haben. Welcher Art die,er Aether, wiegroß auch seine Feinheit und Durchsichtigkeit seyn mag, so wird er dochdas Licht der Fixsterne, das sich in dem Mittel dieses Aethers bewegt,schwächen müssen, und die Folge dieser Schwächung wird endlich seyn,daß dieses Licht nicht mehr bis zu uns vordringen kann, oder doch einenganz unmerklichen Eindruck auf unser Auge machen muß. Nehmen wirmit Olbers, dem wir die Untersuchung dieses Gegenstandes verdanken,

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