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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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454
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Anzahl, Entfernung und Größe der Fixsterne. §. 198.

dicht stehe». Vorzüglich scheinen sie sich in der Nähe eines breiten lich-ten Streifens, der jedem unter der Benennung der Milchstraße be-kannt ist, immer enger an einander zu drängen. Dieser Streifen um-zieht in der Gestalt eines größten Kreises, von ungleicher Breite, denganzen Himmel. Herschel war der erste, dem es gelang, durch seinelichtstarken Fernrohre, diesen Streifen, wenigstens in den meisten Thei-len desselben, in kleine und äußerst dicht gedrängte Sterne auszulosen.Er hat es sehr wahrscheinlich gemacht, daß diese ganze Sammlung vonSternen die Gestalt einer Linse habe, und daß wir, oder unser Plane-tensystem, nicht eben sehr weit von dem Mittelpunkte dieses ungeheuren,linsenförmigen Gebäudes stehen, wodurch es uns eben in der Gestalt er-scheint, in welcher wir es am Himmel erblicken. Wenn wir nämlichunser Auge gegen die scharfe Kante dieser Linse erheben, so sehen wirunzählige, dicht gedrängte Sterne hinter einander, während wir, wennwir den Blick gegen die Mitte der beiden großen Seitenflächen der Linse,d. h. gegen die beiden Pole derselben richten, nur wenigen und weit aus-einander stehenden Sternen begegnen. Dort sehen wir von dem tiefen,dichten Walde des Himmels sehr viele und auch sehr weit entfernte, dichtan einander stehende Bäume, während wir hier, bei der geringen Breitedes Waldes, nur die wenigen, uns zur Seite stehenden Bäume dessel-ben erblicken. Jene beiden Pole der Milchstraße sind in der Nähe desHaupthaares der Berenice und der Bildhauerwerkstätte, und es ist selbsteinem unerfahrenen Beobachter sehr auffallend, wenn er zufällig mit sei-nem Fernrohre diese beiden Gegenden des Himmels trifft und sie beinaheganz sternleer findet.

Alle diese unzählbaren Sterne, welche die Milchstraße bilden, gehö-ren also wahrscheinlich zu einem für sich bestehenden, abgeschlossenen Sy-steme, von dem unser ganzer Sonnenhaushalt nur einen sehr kleinenTheil ausmacht. Die Sterne der ersten Größe sind wahrscheinlich dieje-nigen jenes großen Systems, die uns noch am nächsten stehen, und viel-leicht sind alle Sterne, die wir überhaupt sehen, nur noch die Sonnendieses ersten Systems, da alle andern viel zu weit entfernt sind, um sieauch durch unsere besten Fernröhre noch erreichen zu können.

H. ZW. (Andere Milchstraßen.) Da wir, wie gesagt, nahe in derMitte dieses linsenförmig aufgestellten Sternenheeres uns befinden, soscheint uns die Kante, oder der hellste Theil desselben, in der Gestalteines größten Kreises um den Himmel zu ziehen. Wenn aber unserAuge von dem Mittelpunkte dieser Bahn oder dieses größten Kreises umden ganzen Durchmesser dieses Kreises entfernt wäre, so würden wir dieMilchstraße nur als einen Ring oder als eine Scheibe von 60 Gradenim Durchmesser sehen. In der Entfernung von 100 Durchmessern wür-den wir die ganze Milchstraße nur mehr unter einem Winkel von 36Minuten im Durchmesser erblicken, also kleiner, als der bekannte Nebel-fleck in der Andromeda, der ebenfalls eine linsenförmige Gestalt hat.

Wie also, wenn dieser letzte Nebel selbst wieder eine, aber eine soweit von uns entfernte Milchstraße wäre, daß wir die einzelnen Sternederselben nicht mehr unterscheiden können, so daß uns das Ganze nurmehr als eine schwache Lichtwolke erscheint? Solcher Nebel gibt es abernoch sehr viele am Himmel, und die Muthmaßung, welche wir hier vonihm aufgestellt haben, hat wenigstens sehr viel Wahrscheinlichkeit.In der That hat auch Herschel mehrere dieser wunderbaren Gebilde desHimmels noch als sehr gedrängte Sternhaufen erkannt; seine mächtigenFernröhre haben eine große Menge von sehr kleinen und äußerst dichtgedrängten Sternchen in ihnen erkennen lassen, während andere, wahr-