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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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445
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z. 186.

Kometen.

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H. I8ll. (Bewohner der Kometen.) Da wir, so weit unsere Erfah-rungen reichen, alles in der Natur von lebenden Wesen bewohnt finden,so können wir nicht gut zweifeln, daß die Kometen, diese großen Welt-körper, deren Anzahl, wie wir gesehen haben, viele Tausende übertrifft,ganz ohne alle lebenden Geschöpfe seyn sollten. Da aber auch diese Ko-meten von allen anderen Himmelskörpern in ihrem Aeußern sowohl,als auch wahrscheinlich in ihrer inneren Structur so sehr verschiedensind, so wird ohne Zweifel der Unterschied derjenigen Wesen, welche siebewohnen, von dem der Erde und der übrigen Planeten, ebenfalls ganzverschieden seyn. Aber welcher Art sollen sie nun seyn? Als Fon-tenelle von seiner neugierigen Marquise über die Bewohner der Pla-neten befragt wurde, antwortete er:Madame, ich kenne sie nicht undweiß daher nichts von ihnen zu sagen." Unsere Leser werden es unsnicht übel deuten, wenn wir ihnen auf ihr Fragen von den Bewohnernder Kometen, mit noch größerem Rechte, wie wir glauben, dieselbe Ant-wort geben. Gibt es doch in der Astronomie nicht bloß, sondern in bei-nahe allen andern Wissenschaften noch gar manche, für uns in der Thatum Vieles wichtigere Fragen, auf die wir alle auch keine bessere Ant-wort haben.

Welcher Art aber auch die Bewohner der Kometen seyn mögen:wenn sie an dem Höchsten, was dem Menschen hienieden dargebotenwird, wenn sie an der Betrachtung der Natur und an der Kenntniß derWerke ihres über alles erhabenen Schöpfers Sinn und Freude habenwelche hohe Genüsse müssen ihnen vorbehalten seyn, Genüge, von denenwir uns, ans dem uns angewiesenen Standpunkte, gar keine weitereVorstellung machen können, wir, die wir auf einem kleinen, beinahe un-beweglichen Punkte, wie Raupen auf ihrem Kohlblatte, leben, währendsie mit der Schnelligkeit des Blitzes auf ihren weitgestreckten, parabo-lischen oder hyperbolischen Bahnen von einer Sonne, von einer Weltzur andern fliegen.

Für uns allerdings, für Wesen unserer Art, sind diese Genüssenicht bestimmt. Wer von uns könnte jene Extreme von Licht und Fin-sterniß, von Hitze und Kälte ertragen, denen sie auf ihren weiten Bah-nen ausgesetzt sind. Die Bewohner des Kometen von l68v kamen derOberfläche der Sonne so nahe, daß die Hitze, welche dadurch entstand,nach Newtons Berechnung, unsere höchste Sonnenhitze 26000mal undselbst die Hitze des weißglühenden Eisens noch 2v0Umal übertreffenmüßte; und dieselben Wesen sind wieder, zur Zeit ihres Apheliums, soweit von der Sonne entfernt, daß sie ihnen nur mehr als einer derkleinsten Fixsterne erscheint, und daß die in jenen Distanzen herrschendeKälte selbst unsere Atmosphäre in einen unserem Eise ähnlichen festenKörper verwandeln würde. Welche Organisation müssen jene Wesenhaben, wenn sie diese Wechsel ertragen, wenn sie sich ihrer vielleichtJo-gar erfreuen können, so wie wir uns an der Abwechslung unserer Ta-ges- und Jahreszeiten ergötzen. Welche Augen müiien es seyn, die jenesblendende Licht der Sonne ohne Schmerz ertragen können, wo auch jchonder erste Blick in dieselbe unsere Gesichtsorgane nicht nur blenden, son-dern sogleich in Asche verwandeln würde, und die zugleich wieder in einerbeinahe völligen Abwesenheit des Lichts, in einer Finsterniß, gegen welcheunsere schwärzesten Nächte nur schwache Dämmerungen sind, doch nochsehen und die Wunder ihrer immer neuen Himmel betrachten können.

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