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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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§. 181.

Kometen.

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migen sollen sehr geschwind laufen, die lanzettförmigen sehr blassen An-sehens seyn, die Haarkometen am längsten sichtbar bleiben nnd was der-gleichen sinnreiche Bemerkungen mehr sind.

Aristoteles nahm nur zwei Klassen an: die bärtigen und die ge-schwänzten Kometen.

Der gelehrte Plutarch, der auch über Astronomie schrieb, obgleicher nichts davon verstand, behauptete ganz dreist, daß die Kometen nichtsReelles, sondern bloß ein Nester des Sonnenlichtes, von andern Him-melskörpern zurückgeworfen, sind. Einige andere griechische Philosophenhielten die Kometen für eine Art von Coagulation der Fixsterne, die,wenn sie sich zufällig nahe kommen, wie geronnene Milch in einanderstießen. Der bereits erwähnte Scagyrit erklärte sie für bloße Ausdün-stungen der Erde, für Exhalationen der Klüfte und Höhlen, die in un-serer Luft aufsteigen, sich eine Zeit lang daselbst herumtreiben und dannwieder verschwinden.

Nachdem man im Anfange des siebenzehnten Jahrhunderts mit demneuerfundenen Fernrohre nebst andern himmlischen Erscheinungen auchdie Sonnenstecken entdeckt hatte, wurden die Kometen sofort für einerleiUrsprunges mit diesen Flecken, für bloße Ausdünstungen der Sonne ge-halten, welche sie, wie unbrauchbare Schlacken von sich werfe. Hevelin Danzig, der das Fernrohr für ein sehr trügerisches Instrument hieltund es auch aus dieser Ursache nie gebrauchen wollte, eiferte gewaltiggegen diese Ansicht, die er als sehr thöricht verschrie. Er wollte nämlichdie Kometen als bloße Ausdünstungen der Planeten betrachtet wißen.Kepler hielt sie, wohl nur in einer jener Stunden, in welchen er sichso gern den lebhaften Spielen seiner Phantasie zu überlassen pflegte, fürUngeheuer, die in den oberen Regionen der Luft, wie die Wallfifche imMeere, herumschwimmen und die sich von den bösen Dünsten nähren,welche zuweilen die Sonne verfinstern und unsere Atmosphäre vergiftensollen, daher sie denn auch, wenn sie sich der Erde zuweilen nähern,diese Dünste über sie ausathmen und Mißwachs und pestartige Krank-heiten verursachen. Andere Astronomen behaupteten, daß die Kometenböse Dünste seyen, die sich im Weltraume sammelt^ und dann von derSonne angezogen werden, wo sie, wie in einem Kessel ausgekocht, nachihrer Reiniguug, als Planeten am Himmel glänzen. Claudius Comirsläßt sie im Gegentheile aus der Sonne entstehen, und von derselben, wieSchaumblasen aus einem Schmelzofen, in die Höhe steigen, wo sie sichdann so lange erhalten, bis sie platzen. Fromond sah sie als Vorbotendes Untergangs der Aristotelischen Philosophie an, die damals, amEnde des ißten Jahrhunderts, bereits in ihren letzten Zügen lag. Lice-tus war der Ansicht, daß die Fenersäule,' welche die Juden durch dasrothe Meer führte, ein Komet gewesen sey, der dem israelitischen Volkeals Fackelträger zugegeben wurde. Damascenus sagt: oometa« a Deooreari et moveri, ljwo lilmerit, per anKklo« acl terromlo« mortale«,eine Meinung, die Tannerus eine opmiooem eluHtümo pltilosoßlioverouam lliANi««imam nennt. Aus eine analoge Weise läßt der spani-sche Mönch Valderama die Kometen durch eigene böse Geister aus demHöltenpfuhte herauf treiben, um dem sündigen Menschengeschlechte einen

heilsamen Schrecken einzujagen.

Ich könnte leicht noch eine gute Anzahl dergleichen Dmge anfuhren,wenn nicht zu besorgen wäre, daß die Leser bereits eben so müde sind,sie anzuhören, als ich, sie zu erzählen. Die meisten dieser Absurditätenvereinigen sich dahin, daß die Kometen Unglücksprvpheten sind und daßsie sich vorzüglich gern mit dem Schicksale der großen Herren, das heißt