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Kometen.
Z. l8l.
Derjenigen abgeben, die sich von jeher nm sie am wenigsten bekümmerthaben. Der Glaube, daß die Kometen Unglück bedeuten, scheint so altzu seyn, als das Menschengeschlecht selbst. Wo immer Krieg, Krank-heit, Erdbeben, Ueberschwemmungen u. dgl. statt hatten, da waren esauch die Kometen, welche die Schuld daran tragen mußten. Besondersstark in diesem Glauben waren die Römer, die überhaupt zu den aber-gläubischsten Völkern der Erde gezahlt werden müssen. Ihre Schrift-steller, selbst die berühmtesten, sind voll von den Vorbedeutungen, welchedie Kometen mit sich führen sollen. Cicero, der sich doch sonst so klugdünkte, versichert ganz ernsthaft, daß alle Kometen Kriege und Bürger-zwiste bedeuten. Auch Pliuius d. Aelt. nennt sie teiiiliem et noi» levi-wn «aeva, «itlern und meint, daß besonders die dreieckigen nicht vieltaugen und sehr boshafter Natur sind. Seneca, der an einem andernOrte (Knt. 1ii8l. 1ä!>. VU. 13) so richtige und für seine Zeiten in derThat ganz unerwartete Ideen von ihnen mittheilt, erklart doch nichtohne niederträchtige Kriecherei, daß sie alle sehr tückische Wesen seyen,da sogar derjenige, der 1uoti88imo Nm'oiä8 imperi» erschien, und deralso unter einem so guten und vortrefflichen Fürsten nichts als Wohl-thaten hätte bringen sollen, cum ne läe Cometi8 veterein cie-tiaxerit iickümmm. Noch bezeichnendere Stellen findet man in den rö-mischen Dichtern, Virgil, Claudian, Tibull, u. a., die alle die Bosheitder Kometen nicht nachdrücklich genug beschreiben können. Aber auch dieeigentlichen Geschichtschreiber wollten nicht hinter jenen zurück bleiben,und Thucydides, Sueton, Josephuö Flavius u. a. erzählen uns eineMenge Unglücksfälle, die durch Kometen angezeigt oder selbst bewirktworden seyn sollen. Wer Lust an solchen Mährchen hat, kaun sie indes berühmten Jesuiten Riccivli's Werke (KIumAk8tmu novum) oder indes bereits oben erwähnten Imlweiäetsi Ilreutiruw eoinetiouin selbstnachsehen.
Aber auch selbst die eigentlichen und unter ihnen sehr ausgezeichneteAstronomen haben sich von diesen, die Menschen so lange beherrschendenVvrurtheilen nicht ganz frei halten können, wie der folgende Auszugaus einem Aufsatze zeigt, den D'Alembert in der 8Q
eingerückt und den erst im Jahr 1815 ein nicht minder geschätzter deut-scher Astronom in dem von ihm herausgegebenen Almanache wieder auf-genommen hat. Die Rede ist von dem großen, schon oben erwähntenKometen des Jahres 1680, von welchem noch zu Newtons Zeiten derschwärmerische Whiston in einem eigenen, nicht kleinen Werke dieNoachische Sündfluth abgeleitet hat. Beide oben erwähnte Astronomensetzen mit Whiston voraus, daß die Umlaufszeit dieses Kometen 575Jahre betrage, und aus diese Voraussetzung bauen sie ihre ganze Hypo-these. — Geht man, sagen sie, von dem Jahre 1680 um acht seiner Pe-rioden, d. h. um 4600 Jahre zurück, so fällt man auf das Jahr 2916vor Chr., auf welche Zeit die meisten unserer Chronologen die Sündfluthsetzen. Von da zwei Perioden vorwärts, gelangt man dem zu Jahre 1767v. Chr., wo uns neuerdings eine große Überschwemmung begegnet, näm-lich die des Ogyges, des Urvaters der alten Griechen, von dem seineNachfolger leicht desto mehr erzählen konnten, je weniger sie von ihmwußten. Die dritte Erscheinung dieses Kometen fällt auf das Jahr 1192vor Chr., in welchem nach der allerdings noch ganz unverbürgten Rech-nung einiger unserer Chronologen der trojanische Krieg augefangen ha-ben soll. Die vierte Erscheinung trifft in das Jahr 617 vor unsererZeitrechnung oder in die Zeit der Zerstörung Niuive's, wo der großeKomet gesehen wurde, von welchem in den sibyllinischen Büchern ge-