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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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434
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Kometen

§. 180181.

stoßen sollten. Unsere Erde ist in der That einem Wagen zu vergleichen,in welchem wir alle um die Sonne herum fahren, und zwar mit einerso großen Schnelligkeit, daß wir in jeder Stunde gegen 17000 Meilen,also I2vmal mehr als eine Kanonenkugel zurücklegen, wenn sie eben ausder Mündung des Geschützes tritt. Wenn nun diese Erde an einen Ko-meten von solider Masse anstoßen sollte, so würden wir und Alles, wasin dem großen Wagen Bewegliches ist, die Gewäsier der Flüsse undMeere, unsere Häuser selbst und unsere Felsen, gegen den gestoßenenPunkt der Erde hinstürzen und gleichsam vorwärts fallen; der ganzeOcean würde sein Gestade verlassen und von allen Seiten an jenen Orthineilen, auf seinem Wege alle Menschen und Thiere verschlingen, unsereStädte und Wälder niederreißen, alle Länder überschwemmen und selbstdie höchsten Gegenden mit seinen schäumenden Fluthen bedecken. Diewahrhaft gräßlichen Folgen einer solchen Katastrophe mögen die Lesersich selbst zu schildern suchen.

H. 189. (Gründe gegen diese Besorgnisse.) Alle die fürchterlichenEreignisse, denen wir entgegen gehen sollen, beruhen aber auf der Vor-aussetzung, daß der Komet, welcher die Erde treffen werde, ein dichter,fester und in Beziehung auf die Erde auch ein beträchtlich großer Kör-per sey. Wir haben aber bereits im Vorhergehenden mehr als einmalGelegenheit gehabt, zu bemerken, daß die Kometen mit eigentlich festenKörpern ganz und gar keine Ähnlichkeit zu haben scheinen. Wir sehensie alle nur als leichte Wolken, als schwache, mattbeleuchtete Dünste,als bloße Luftgebilde, von welchen jene fürchterlichen Folgen abzuleitendurchaus kein Grund vorhanden ist.

Wenn aber selbst ein Zusammentreffen mit diesen Körpern für unswahrscheinlich ohne alle verderbliche Folgen Statt haben kann, so wirdvon einem bloßen näheren Vvrübergange eines Kometen noch wenigerzu besorgen seyn, schon aus der Ursache, weil die Bewegung dieser Him-melskörper so äußerst schnell ist, daß sie, selbst wenn sie uns einige Au-genblicke sehr nahe kommen können, schon nach wenigen Stunden sehrweit von uns entfernt seyn müssen, und daß daher auch ihre Einwirkungauf uns, wegen der ungemein kurzen Dauer ihrer größeren Anziehung,dadurch sehr verringert werden muß. Ein Komet, dessen kürzeste Ent-fernung von der Sonne gleich dem Halbmesser der Erdbahn ist und derdaher in seinem PeriHelium die Erde treffen könnte, hat in diesem Punkteseiner Bahn eine Geschwindigkeit, die ihn in einer Stunde schon durch21900 Meilen treiben würde, eine Geschwindigkeit, welche die einer Ka-nonenkugel schon 80 mal übertrifft. Aber noch viel größer ist, wie wirschon oben gesehen haben, die Geschwindigkeit mancher anderen Kometen,die in ihrem PeriHelium der Sonne viel näher kommen.

H. 181. (Aeltere Meinungen von den Kometein) Unsere Vorgänger,welche die Bahnen der Kometen, die sie, gleich den Planeten, nach den-selben Gesetzen zurücklegen, nicht kannten, und sie daher auch wederbeobachten, noch berechnen konnten, unterhielten sich größtentheils da-mit, ihre Meinungen von der Entstehung und Bedeutung dieser Him-melskörper aufzustellen; Meinungen, die zuweilen, was sehr viel ist,noch etwas abgeschmackter ausfielen, als die, welche einige unserer Na-turphilosophen erst in unseren Tagen aufgestellt haben. Wir wollen hiernur einige derselben mit der Kürze, die sie so sehr verdienen, näher an-führen.

Plinius, der Büsson des Alterthums, zählt zwölf Gattungen vonKometen auf, deren jede ihre besondere Eigenschaft hat: die mähnenför-

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