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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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§. 171-

Kometen.

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jener Erscheinung von 1607 sind von Kepler, Longvmontau und von denEngländern Harriot und Torporley. Nach Keplers Bericht hatte derKomet gegen Ende des Septembers 1607 noch einen sehr schwachen undkaum bemerkbaren Schweif, indem der Kopf desielben einem nicht ganzrunden Ballen von der Größe Jupiters glich, dessen Licht aber schwachund blaß, wie das des Mondes war, wenn er im Halbschatten der Erdesieht. Einige Tage später wurde sein Schweif bemerkbarer, doch war erabwechselnd kurz und plötzlich wieder sehr lang, ähnlich den Streifen inder Luft, die man oft bei der Sonne bemerkt, wenn sie, wie der ge-meine Mann jagt, Wazier zieht. Gegen das Ende der Erscheinung wurdeder Kopf immer kleiner, und der Schweif verschwand wieder einige Zeitvor dem Kopfe. '

Schon einige Jahre vorher hatten Tycho Brahe und Möftlindie Behauptung aufgestellt, daß die Kometen nicht Meteore seyen, diesich bloß in unserer Atmosphäre erzeugen, sondern daß sie als eigeneHimmelskörper betrachtet werden sollen, die sich in Kreisen um dieSonne bewegen. Die gegenwärtige Erscheinung brachte Kepler auf dieIdee, daß die Bahnen der Kometen gerade Linien seyen. BeideMeinungen waren irrig, aber sie sind doch immer als die ersten Schrittezur künftigen Theorie, "zu einer eigentlichen Bahnbeftimmung dieser Him-melskörper zu betrachten. <

Diese Erscheinung gab auch den Astrologen jener Zeit wieder Gele-genheit, ihre Künste zu üben. Im Anfange seiner Sichtbarkeit war Ju-piter in Opposition und Merkur in Conjunction mit der Sonne, undam Ende derselben stand Jupiter dem Mars gerade gegenüber am Him-mel. Stoff genug, um daraus eine Menge von Vorhersagungen abzuleiten.Am klügsten benahm sich noch Krüger, der, um ganz sicher zu gehen, dieMittelstraße hielt, und von Merkur Stürme und Ungewitter, von Ju-piter schönes Wetter und von Saturn Krankheiten und anderes Unglückableiten will, woraus er den Schluß zog, daß der Komet sagen wolle,es werde Krieg mit Frieden und Gutes mit Bösem abwechseln.

Die oben nach Kepler's Bemerkung angeführte schnelle Verkürzungund Verlängerung seines Schweifes ist sehr merkwürdig, und sie ist auchvon Cysatus an dem Kometen von 1618, von Hevel an denen von 1652und 1661, und erst in unsern Zeiten von Schröter an dem Kometen von1807 und von Chladni (oben H. 157) an dem von 1811 bemerkt worden.Die beiden letzten zeigten so schnelle Aenderungen in der Lange desSchweifes, daß die Geschwindigkeit, mit welcher die Lichtmaterie dersel-ben durch den Weltraum fuhr, selbst die des Lichtes bei weitem über-treffen haben müßte. Noch wollen wir bemerken, daß Gottfried Wen-delin aus der von ihm beobachteten Erscheinung des Jahres 1607 dieje-nige vorauszusagen wagte, welche mau in den folgenden Zeiten an ihmbemerken würde. In der Zukunft, sagt Wendelin, wird der Komet wieeine feurige Lanze oder gleich einem flammenden Schwerte erscheinen, dassich in eine feine Spitze endet; sein Licht wird sich kurz vor seinem Un-tergange auflösen und zerstreuen, ähnlich dem fliegenden Saamen man-cher Blumen u. f. Wir haben bereits gesehen, wie gut oder schlechtWendelin vor 228 Jahren rathen konnte. Von dem obgleich sehr un-ansehnlichen Schweife unseres Kometen zur Zeit seiner Erscheinung von1607 weiß der schon angeführte Krüger/ Astronom in Danzig, mancher-lei schöne, drollige Dinge zu erzählen, von denen wir nur Folgendeshier kurz und mit seinen Worten anführen: »Es haben mehrere befun-den, daß die Kometen ihren schwantz allzeit von der Sonnen hindan»gewandt, aber obwvhlen Tycho vom Kometen d. I. 1577 demonstriret, daß