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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Kometen.

§. 171.

imperitum vulgus erklärte. Desto mehr hingen aber dafür beinahe alleAstronomen jener Zeit noch an der Meinung, daß diese HimmelskörperVorzeichen von herannahenden Unglücksfällen seyn sollen. Zwar regtesich bereits da und dort die so lange verborgen gebliebene Wahrheit,daß diese Körper, den Planeten ähnliche Wesen, sich so, wie diese, amHimmel bewegen und mit den Schicksalen der Menschen nichts gemeinhaben. Aber diese Aeußerungen, so bescheiden und furchtsam sie auch

hensten Schriftsteller des sechszehnten Jahrhunderts, war einer der Vor-kämpfer in der Vertheidigung der alten Meinung von den Kometen,und nachdem er seine Gegner durch sehr triftige Gründe, wie er glaubte,widerlegt hatte, stellte er selbst die Behauptung auf, daß die Kometeneine Art von Zwittergattung unter den Weltkörpern wären, indem sieaus den Conjuuctionen der Planeten unter sich oder aus den Sonnen-und Mondes-Finsternisten entstehen. Auf diese Weise galt ihm dergegenwärtige Komet für ein Produkt der Conjunction des Saturnmit Mars und Merkur im Sternbilde des Stiers. Nicht so dachteder bereits oben erwähnte Lubieniecius. Zwar betrachtete er die Ko-meten nicht aus einem eigentlich astronomischen Standpunkte, aber erbemühte sich wenigstens, die Hinderniste wegzuräumen, welche einer sol-chen Betrachtung bisher im Wege gestanden waren, und vor Allem demVorurtheile und dem Aberglauben zu steuern, der, so lange er herrschte,keine bessere Erkenntniß auskommen ließ. So viel er kann, benützr ereifrig jede Gelegenheit, zu zeigen, daß die Erscheinungen der Kometeneben so oft von freudigen, als von traurigen Ereignissen begleitet find,und daß sie daher mit diesen Ereignissen selbst in keinem weiteren Zu-sammenhange stehen. Bald fanden sich auch andere Männer, die eswagten, gegen die allgemeine Meinung aufzutreten und den bisher soungerechter Weise verläumdeten Kometen das Wort zu reden. So sagtder bekannte Grynäus:Ich kann mich nicht genug über die Kühnheitund Unwissenheit einiger Menschen verwundern, die sich nicht scheuen,aus der Erscheinung der Kometen ohne allen Grund Mißwachs odersonst ein anderes Unglück vorher zu sagen." Und Thomas Erastus schriebin der Mitte des tüten Jahrhunderts die für jene Zeit sehr treffendenWorte:Wollte Gott, daß die Kriege keine andere Ursache hätten, alsdie durch die Wirkung der Kometen aufgereizte Galle der Machthaber.Ein einziger geschickter Arzt könnte dann mit einer kleinen Dosis Rha-barber oder Rosensyrup das Glück eines ganzen Landes erhalten."

H. 171. (Dritte Erscheinung.) Das drittemal erschien unser Ko-met i. I. I6t>7, wo er gegen das Ende Octobers sein PeriHeliumerreichte. Dieß war die Zeit, wo Elisabeth in England und Heinrich IV.in Frankreich ihre Völker groß und glücklich zu macheu suchten und woKepler das große Gesetzbuch des Himmels entdeckte. Die damalige Er-scheinung des Kometen hat viel Aehnliches mit derjenigen, die im Jahre1835 Statt hatte. Im Jahre 1607 trat er am 26sten October in seinPerihel, und seine kleinste Entfernung von der Erde war fünf Millio-nen Meilen. Er durchlief den untern Theil des großen Bären, gingdurch die Mitte des Bootes, durchzog dann das Sternbild der Schlangeund verschwand im Fuße des Bootes. Im Jahre 1835 aber erreichte ersem Perihel um die Mitte Novembers, näherte sich der Erde bis aufvier Millionen Meilen, durchlief die Sternbilder des großen Bären unddes Bootes und verschwand in der Schlange. Die besten Beobachtungen

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