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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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426
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Kometen.

§. 172.

dessen schwantz vielmehr nach der Venere, als nach der Sonnen sich gerich-tet, so bekennet er doch auch, daß er nicht eingesehen, wie Venus so mäch-tig seyn solle, daß ihr licht einen so großen schwantz generiren könne u.s. w.«

H. 172. (Vierte Erscheinung.) Die vierte gewisse Erscheinung desHalley'schen Kometen fällt in das Jahr 1682, und dieß ist, wenn manso sagen darf, die Zeit seiner wissenschaftlichen Geburt. So oft er sichauch bisher den Menschen gezeigt hatte, immer hatte man ihn nur alseinen Fremdling angestaunt, oder als einen Vorboten des Unglücks be-trachtet. Zwanzig Jahre früher hatte wohl Hevel die Meinung aufge-stellt, daß die Kometen Himmelskörper seyen, die in Parabeln umdie Sonne laufen. Aber es war eben nur eine Meinung, die aller Be-weise ermangelte und fruchtlos wieder verhallte, so sehr sie auch geeig-net seyn mochte, uns der so lange verkannten Wahrheit endlich einmalnäher zu führen. Hätte Hevel durch Rechnungen gezeigt, daß mannur seine Hypothese annehmen dürfe, um sofort den Lauf und die Ge-schwindigkeit der Kometen für jede gegebene Zeit, den Beobachtungengemäß, zu bestimmen, so wäre Er, und mit Recht, für den eigentlichenBegründer der Kometenlehre angesehen worden. Aber es fehlte ihm viel,dieses hohe Ziel zu erreichen. Diese Palme war, wie so viele andere,dem ersten Menschen seiner und vielleicht aller Zeiten, sie war Newtonvorbehalten.

Dieser außerordentliche Mann hatte das Gesetz gefunden, nach wel-chem sich die himmlischen Körper um die Sonne bewegen: das Gesetz derallgemeinen Schwere, von welchem die drei sogenannten Kepler'schen Ge-setze nur ein Ausfluß, eine bloße Folge sind. Und nachdem er gezeigthatte, daß die Planeten in ihren Bewegungen diesem Gesetze gehorchen,wandte er da^elbe auch auf die Kometen, und zwar zuerst auf den gro-ßen Kometen von 1680 an, dehen Bahn und Geschwindigkeit er, denBeobachtungen vollkommen gemäß, bestimmte, so daß an der Wahrheitder von ihm anfgestellten Systeme weiter kein Zweifel Statt haben konnte.

Halley, Newtons Zeitgenosse und Freund, war der erste, der dieneue Lehre aufnahm und sie insbesondere zur weitern Ausbildung derKometenthevrie zu benützen suchte. Seine Absicht ging anfangs nur da-hin, die bis zu seiner Zeit eigentlich astronomisch beobachteten Kometennach Newtons Vorschriften zu berechnen, und dadurch die Richtigkeitdieser Vorschriften zu erweisen. Zu diesem Zwecke berechnete er anfangs24 Kometenerscheinungen, und da unter diesen auch jene von den Jah-ren 1531 und 1607 waren, so erkannte er, durch die Aehnlichkeit derElemente derselben mit der gegenwärtigen von 1682, sofort die Identi-tät dieser drei Kometen. Bisher hatte er alle diese Kometen nur in derabgekürzten, parabolischen Theorie berechnet, die auch in der That hin-reichte, die Orte derselben mit den Beobachtungen übereinstimmend dar-zustellen. Da er aber in den Erscheinungen der drei letztgenannten Jahreeine Periode von nahe 75 Jahren erkannte, so legte er, in einer zwei-ten Berechnung, denselben die elliptische Hypothese zu Grunde, und fanddadurch seine frühere Bemerkung der Identität dieser drei Kometen voll-kommen bestätiget. Anfangs zwar wäre er bald an der bereits erkann-ten Wahrheit wieder irre geworden, da er diese Periode zwischen denverschiedenen Erscheinungen nicht gleich groß bemerkte. So fand er dieZwischenzeit von den Durchgängen des Kometen durch sein Perihel inden Jahren 1531 und 1607 nur 27352 Tage, während diese Zeit für dieJahre 1607 und 1682 volle 27937 Tage, also 585 Tage mehr betrug,als zuvor. Aber er war scharfsinnig genug, zu finden, daß die unge-meine Nähe, in welcher der Komet bei den zwei großen Planeten Jupi-

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