Kometen. §. ivg.
dung zu bringen. — Die nächstfolgende dritte Erscheinung desselbenfiel, 76 Jahre später, auf das Jahr 399. Auch dieses Jahr war durchein großes Concilium zu Alexandrien ausgezeichnet, das gegen die An-hänger des Origenes gehalten wurde. Auch überzogen in diesem Jahredie Vandalen zum erstenmale das südliche Europa. Der Komet soll zudieser Epoche besonders groß und schrecklich ausgesehen haben, da ihndie gleichzeitigen, meistens kirchlichen Geschichtschreiber einen EoinStuin
nennen, üoi'i 'l'ist nl aspeetn et eonmin mlleirmil u8czne stensttteiltem. Nach einem Zwischeuraume von nahe zwei-mal 75 Jahren findet man wieder die vierte Erscheinung deßelben, oderwenigstens irgend einen großen Kometen in d. I. 547, in welchem Romvon Totilas geplündert wurde. Nach weiteren vier unbeachteten Vor-übergängen erfolgte die fünfte Erscheinung i. I. 939, die, nach derMeinung der gleichzeitigen Chronikenschreiber, dem Tode Heinrich desVoglers und der großen Niederlage der Ungarn in Deutschland alsWahrzeichen vorausgegangen seyn soll. Die sechste bemerkte Wieder-kunst fiel in das Jahr 1005, von dem uns Haly Beu Rodoan berichtet.Die siebente Erscheinung desselben fiel auf das Jahr 1080, das To-desjahr des griechischen Kaisers Alexius Comnenus. Die achte fiel auf1155, in die Epoche des Conciliums zu Soisions, wo König Ludwig vonFrankreich und die Neichsbarone in die Hände der Bischöfe den Eid ab-legten, daß sie sich des bisher von ihnen ausgeübten Straßenraubes be-geben und wenigstens durch die nächsten zehn Jahre den Landfrieden er-halten wollten. Die neunte Erscheinung traf in das Jahr 1231, undwird nur von chinesischen Schriftstellern erwähnt. Die zehnte fiel ind. I. 1395. Der Komet dieses Jahres soll durch seine außerordentlicheGröße allgemeinen Schrecken verbreitet haben. Ihm folgte, unmittelbarnach einem sehr strengen Winter, eine verheerende Pest, die Europadurch sieben Jahre mit Leichen bedeckte. Die eilfte endlich traf in dasJahr 1379 oder 1380, in welchen Jahren Alstedius und Lubienie-st us zweier großer Kometen erwähnen. Der letzte dieser beiden Schrift-steller ist der eigentliche Vater der Kometographie, sofern diese Erschei-nungen der Geschichte und nicht der Astronomie angehören. Er hat unseine Sammlung aller in älteren Schriften zerstreuten Nachrichten überKometen überlassen, die er in seinem llmutrum Evmetieuin, 2 Bändein Folio, mit vielem Fleiße gesammelt hat.
Dieß sind die Erscheinungen von Kometen aus den früheren Zeiten,die man für Wiederkünfte des Halley'schen Kometen halten könnte, dadie Zwischenzeiten dieser Erscheinungen gut genug mit der bekannten Um-laufszeit dieses Kometen übereinstimmen. Allein da dieser Himmelskör-per in manchen Zeiten sehr viele erscheinen, und da man vor dem fünf-zehnten Jahrhunderte keine eigentlichen astronomischen Beobachtungenan denselben anzustellen pflegte, so wird die Identität der erwähntenKometen mit dem Halley'schen wahrscheinlich immer unbestimmt bleiben.
§. 169. (Spätere, gewisse Erscheinungen des Hallev'schen Kometen. ErsteErscheinung.) Die erste verläßliche, weil durch astronomische Beobachtun-gen conftarirte, Erscheinung dieses Kometen fällt, wie gesagt, in dasJahr 1456. Er zeigte sich in diesem Jahre in den Sternbildern vomStiere bis zum Löwen mit ungemeiner Pracht, da er der Sonne undder Erde zugleich sehr nahe stand. Sein Schweif hatte während seinerglänzendsten Periode eine Länge von 60 Graden, und er breitete sich gegenlein Ende in Gestalt eines Pfauenschweifes aus. Zur Zeit seiner Son-nennähe soll sein Kern das intensive Licht eines Fixsterns gehabt haben.Ta man ihn anfangs am Morgen oder vor Sonnenaufgang, und später,