Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
421
Einzelbild herunterladen
 

§. 1S8.

Kometen.

421

bahn, daß der Komet der Erde nie nahe kommen kann, und daß er,selbst im ungünstigsten Falle noch mehrere Millionen Meilen von ihrabsteht, während z. B. der Komet Biela's sich i. I. 1832 der Erdbahn(nicht der Erde selbst) auf 3006 Meilen genähert hat. Dieser Umstandmacht, daß die Erde von Halley's Kometen durchaus nichts zu besorgenhat, und daß die Furcht, welche einige mit diesem Weltkörper nicht genugbekannte Schriftsteller in ihren Blättern unter dem Volke erregt Haben,völlig ungegründet ist.

H. 168. (Frühere, ungewisse Erscheinungen dieses Kometen.) Wennman von den durch Rechnung erwieseneu, also constatirten Erscheinungendieses Kometen rückwärts, in die früheren Perioden unserer Geschichte,zurückgeht, indem mau z. B. von dem Jahre 145,6, wo er das erstemalgehörig beobachtet wurde, die Umlaufszeit von 75 bis 76 Jahren mehr-mals subtrahirt, so stoßt man in den Historikern jener Zeiten auf'meh-rere Nachrichten von großen Kometen, die sehr wohl den Halley'schenzum Grunde haben können. Da aber oft in wenig Jahren mehrerebedeutende Kometen erscheinen; da jene Kometen nicht näher beschriebenund noch weniger astronomisch beobachtet worden sind; da endlich dieGeschichtschreiber häufig Meteore und andere Erscheinungen für Kometengehalten haben, so haben diese Nachrichten kein wahres wissenschaftlichesInteresse. Wir wollen sie demnach auch nur kurz anführen.

Im Jahre 136 vor Chr. Geburt erschien, wie Justinus erzählt, eingroßer Komet zur Zeit der Geburt des Mithridates. Man wollte dieseErscheinung für die 21ste dieses Kometen vor der erwähnten des Jahres1456 halten, aber obne für diese Meinung einen andern Grund anführenzu können, als die Zwischenzeit von 1586 Jahren, die nahe 21 mal 75st,Jahre beträgt. Die zweite dieser älteren Erscheinungen unseres Ko-meten. deren in unsern Geschicktbüchern Erwähnung geschieht, ist die vondem Jahre 323 nach Chr. Geburt, zwischen welcher und jener also fünfWiederkünfte unbeachtet vorübergegangen seyn würden. Dieses Jahr 323ging unmittelbar dem großen Concilium zu Nicäa, der ersten allgemei-nen Kirchenversammlung unter K. Konstantin, voraus. Auf demselbenwurde die damals sehr verbreitete Lehre des Arius von der Consubstan-tialität verworfen und die noch jetzt bestehende Bestimmung der Zeitdes Osterfestes angenommen. Die Geschichtschreiber jener Epoche wußtendiese beiden Ereignisse sehr scharfsinnig mit dem Kometen in Verbin-det! Himmels einnimmt. In seinem Aphelium aber, wo ihm die Sonnenur mehr unter dem kleinen Winkel von zwei Secunden erscheint, istseine Winkelgeschwindigkeit so langsam, daß er 1840 Tage braucht, um,von der Sonne gesehen, den Winkel von einer einzigen Secunde vor-zurücken , so daß er also hier für die Sonne, die in dieser außerordent-lichen Entfernung nicht mehr beträchtlich auf ihn wirken kann, durchmehrere Fahre in einer absoluten Ruhe stille zu stehen scheint. Ausdiesen Wüikelgeschwindigkeiten, verbunden mit den Entfernungen von derSonne, lassen sich auch leicht die absoluten Geschwindigkeiten des Ko-meten in jenen beiden äußersten Punkten seiner Bahn berechnen. Manfindet so, daß er im PeriHelium, wo die Erd- nur 4 Meilen in einerSecunde zurücklegt, in derselben Zeit durch / a.58 Meile', von der dortsehr starken Kraft der Sonne fortgerissen wird, während er im Apheliumin einer Secunde nur 0.00054 Meile», d. h. nur 12'/^ Par. Fußzurücklegt.