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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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412 Kometen. §. lei.

nur von der Sonne erhalten, oder ob sie, so wie die letzte, mit einemeigenen, wenn gleich viel schwächeren Lichte leuchten. Diese Fragewäre beantwortet, wenn man mit Gewißheit sagen könnte, ob die Ko-meten solche Lichtphasen zeigen, wie sie unser Mond und selbst Venusund Merkur haben. Denn dann ließe sich nicht weiter zweifeln, daß siean sich dunkle Körper seyen.

Aber leider ist dieß letzte noch immer nicht ausgemacht. Man hatso oft behauptet, daß D. Cassini an dem Kometen von 1744 solche Pha-sen beobachtet habe. Aber wenn man die Stelle in den Par. Memoiren,wo er diese Erscheinung mittheilt, genauer betrachtet, so sieht man, daßer nur von der Unregelmäßigkeit in der Gestalt des Kerns dieses Kome-ten, nicht aber von eigentlichen Phasen desselben spricht. Ueberdieß sa-gen auch Heinsius und Chezeaux, die beide denselben Kometen ebenfallsbeobachtet haben, ausdrücklich, daß sie an demselben nichts einer PhaseAehnliches gesehen hätten. An dem Kometen von 1769 will zwar derEngländer Dunn etwas dergleichen bemerkt haben, aber Messier's Beob-achtungen desselben Kometen widersprechen einer solchen Wahrnehmunggänzlich. Den Kometen des Jahres 1819 sah Cacciatore in Palermoam 5. Junius d. I. unter der Gestalt des Mondes in seinen Vierteln.Diese Beobachtung könnte für entscheidend gelten, wenn derselbe Astro-nom nicht hinzugesetzt hätte, daß die Distanz der beiden Spitzen desHalbmonds in derjenigen geraden Linie gelegen wäre, welche die Sonnemit dem Kometen verband, da doch jene Distanz auf dieser Linie senk-recht stehen müßte, wenn das, was er sah, eine wahre Phase gewe-sen wäre.

Uebrigens mag es schwer seyn, bei einem mit so vielen Dünstenumhüllten Körper deutliche Lichtphasen zu bemerken, besonders wenn, wiees nicht unwahrscheinlich ist, diese Dünste selbst ein eigenes, phospho-rescirendes Licht haben sollten. Die neuere Physik hat ein anderesMittel gefunden, wodurch diese Frage vielleicht beantwortet werden kann.Man weiß, daß das Licht, wenn es von andern Körpern unter gewissenWinkeln zurückgeworfen wird, mehre Eigenschaften äußert, die es erken-nen lassen, ob dieses Licht ein directes oder selbst nur ein restectirtesLicht ist (vergl. II. §. 16). Allein die Versuche, die Arago in dieser Be-ziehung an demselben Kometen von 1819 auf der Sternwarte in Parisgemacht hat, haben den Gegenstand noch nicht zur Entscheidung bringenkönnen.

Z. 161. (Masse der Kometen.) Es ist bereits oben gesagt worden,daß die Materie, der Stoff, aus welchem die Kometen gewebt sind, äußerstfein und so wenig dicht ist, daß er nicht mehr mit unsern Wolken, undkaum mit unseren Nebeln verglichen werden kann. Es ist möglich, daßdiese ganzen Massen, so groß auch ihr Volum seyn mag, von den Son-nenstrahlen völlig durchdrungen werden, und daß daher nicht bloß dieOberfläche, sondern auch die inneren Theile derselben noch das Lichtder Sonne reflectiren, so daß es nicht nothwendig ist, ein eigenes schwa-ches Licht dieser Massen anzunehmen. Wahrscheinlich ist selbst ihr Kernnichts anderes, als ein etwas mehr verdichteter Dunst, und ein ganzergroßer Komet enthält vielleicht nicht mehr eigentliche Masse, als einerder größeren Meteorsteine, die so oft aus den oberen Räumen der At-mosphäre auf unsere Erde fallen und die wohl eben solche, nur viel klei-nere kosmische Körper sind, als die Planeten selbst. Der bloße Anblickdieser Himmelskörper zeigt schon, daß sie mit den uns bekannten festenKörpern durchaus keine Ähnlichkeit haben. Sie erscheinen, selbst in den