Druckschrift 
Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
408
Einzelbild herunterladen
 

- Kometen. §. 158.

wickelten Dämpfe, sowohl von dem Kometen, als auch von der Sonneabgestoßen werden, und daß sie sich demnach dort anhäufen, wo beideAbstoßungen sich mehr das Gleichgewicht halten, daher sich auch diesesonderbare Gestalt bisher noch nicht gezeigt hat, weil wahrscheinlich beiden meisten Kometen die eine oder die andere dieser beiden abstoßendenKräfte zu sehr überwiegt, um mit der andern ins Gleichgewicht kommenzn können. Selbst durch die hellen parabolischen Reifen ließen sich nochSterne der 8ten und 9ten Größe gut erkennen, obschon ihr Licht merklichgeschwächt wurde. Die Länge des Schweifes betrug am iSten October12 Millionen d. Meilen. Es scheint, daß diese Dunsthülle der Kome-ten aus blassen, von einander abgesonderten, aus discreten Theilen be-stehe, da diese Hülle wohl das Licht der Sterne schwächt, da sie das aufsie fallende Licht der Sonne noch so stark reflectirt, aber dabei doch garkeine strahlenbrechende Kraft auf die Lichtstrahlen äußert. Denn dieseKraft müßte sichtbar werden, so oft kleine Fixsterne jenen hellen Reifender Kvmetenhülle nahe kommen. Diese Schweifmaterie hat also mitdem Aether, der den Himmelsraum erfüllt, nur gleichsam eine Men-gn ng, nicht aber eine eigentliche Mischung eingegangen, und es istmit ihm wie mit unserem Nebel, der ebenfalls nur auö abgesonderten,kleinen, mit der Luft gemengten Wassertheilchen besteht, den ebenfallsdas Licht stark schwächt, stark zurückwirft, der aber doch gar keine von derLuft verschiedene strahlenbrechende Kraft hat. Es scheint ferner, daß eskeineswegs immer dieselben Theilchen sind, die wir in den Kometen-schweifen schimmern sehen, sondern daß sich vielmehr unaufhörlich ausdem Kometen Stoffe entwickeln und von ihm abgestoßen werden, wo siedann in den Himmelsraum übergehen, um nie mehr mit dem Kometenwieder vereiniget zu werden. Diese Abstoßung findet zwar nur in derNähe des Perihels Statt, aber sie mag doch hinreichen, dem Kometenbei jeder Zurückkunft zur Sonne einen großen Theil seiner Masse zu ent-ziehen und ihn schwächer zu machen.

Die Zeichnung Fig. 83 endlich zeigt den Encke'schen Kometen, wieer am 30sten Nov. 1828 erschien. Der Unterschied der Gestalt mit demvon 1811 ist auffallend. Der gegenwärtige hatte die Form einer Kugel.Der hellste Theil Ic war weit von dem Mittelpunkte X, der Nebelkuge!entfernt und auch nicht im Mittelpunkte der ihn umgebenden hellerenKugel tt/ZxS. Die Linie deutet die Richtung von dem Kern k zurSonne an. Der Durchmesser des ganzen Nebels betrug nahe 9 Min.,der Durchmesser ax der helleren Kugel hat 4 Min. Die Begränzung«ad war eigentlich parabolisch und dieser ganze Theil ecla viel Heller, alsder übrige ellb, der mehr kreisförmig und schlecht begränzt war. ZurVergleichung mit den vorhergehenden Kometen sehe man noch den vondem Jahre 1819, der in Fig. 78 abgebildet ist, und dessen sich noch dieLeser lebhaft erinnern werden.

H. 158. (Entstehung und Ausbildung der Kometen.) Es ist möglich,daß der dunklere Ring, den man so oft zwischen dem Kern und dereigentlichen lichten Dunsthülle bemerkt, eine eigene, durchsichtige, elasti-sche Materie ist, welche diese beiden Gegenstände trennt. Auch kann diesehr geringe Schwere der Kometenmaterie die Ursache seyn, warum sichdie elastische, gasartige Masse dieser Himmelskörper durch die Äitze sogewaltig ausdehnt. Wenn unsere Erde in ihrem Innern ausgehöhlt unddie Masse derselben z. B. apf ihren tausendsten Theil reducirt wäre, sowürde sich wahrscheinlich unsere Atmosphäre eben so ausdehnen, weitüber die Oberfläche der Erde erheben und endlich, wegen dem schnellenLaufe der Erde, die Gestalt eines Kometenschweifes annehmen. Da man