§. 148—iso. Die Monde der drei äußersten Planeten. zyz
sition statt hat. Dieß ist offenbar der Schatten des Satelliten, derüber die Oberflache des Planeten während der Finsterniß hinsteht. Beidiejen Vorubergaugen der Satelliten, die mit lichtstarken Fernrohrensehr lcharf beobachtet werden können, sieht man den Satelliten auch zu-weilen als einen dunklen, nicht mehr runden, sondern unregelmäßigbegranzten flecken, dessen Dimensionen beträchtlich kleiner sind, als dieleines Schattens, woraus Schröter und Harding den Schluß gezogenbaben, daß diese Satelliten zuweilen auf ihrer Oberfläche oder in ibrerAtmosphäre große, dunkle Stellen haben.
h. 148. (Theorie der Satelliten Jupiters.) Die Theorie der Bewe-gungen und der gegenseitigen Störungen dieser Satelliten ist großenSchwierigkeiten unterworfen. Aber ihre große Entfernung von uns ge-stattet, bei den vorzuglichsten ihrer Perturbationen stehen zu bleiben,da wir die kleineren Ungleichheiten doch nicht mehr unterscheiden können.Bailly, der sich durch seine schöne, obgleich etwas dichterische Geschichteder Astronomie ausgezeichnet hat, und dessen grausamer Tod zur Zeitder Schreckensregierung in Frankreich ein entsetzlicher Beweis der Unbe-ständigkeit der Volksgunst ist, war der erste, der die Theorie dieser vierMonde durch Hülfe der Analyse zu bearbeiten suchte. Da aber seinVersuch noch zu unvollkommen war, so machte die k. Academie in Parisi. I. 1766 diesen schwierigen Gegenstand zu einer Preisfrage, die La-grange in ihrem ganzen Umfange in einer Abhandlung löste, welcheeine der schönsten ist, die je über die Einrichtung des Weltsystems er-schienen war. Im Jahre 1788 nahm Laplace dieselbe Arbeit noch ein-mal vor, bereicherte sie mit mehreren interessanten Entdeckungen undlegte dadurch den Grund zu den ersten genauen Tafeln dieser Satelliten,die Delambre berechnet hat. Diese Arbeiten lehrten uns auch die Massenjener Monde kennen, die, in der bisher angenommenen Ordnung 17,23, 28 und 43 Millioutheile der Masse Jupiters betragen. Verbindetman diese Massen mit der bereits oben mitgetheilten Größe dieserMonde, so findet man ihre Dichtigkeiten gleich 1, 4, 3 und 4 Zebntheileder Dichte der Erde, und daher auch den Fall der Körper auf ihrenOberflächen in der ersten Secunde 8, 16, 20 und 19 Zehntheile einesP. Fußes.
H. 149. (Merkwürdige Verhältnisse ihrer Bewegungen.) Wir habenbereits oben (I. H. 177) die merkwürdigen Verhältnisse angegeben, welchezwischen den mittleren Längen sowohl, als auch zwischen den mittlerensiderischen Bewegungen der drei ersten dieser Satelliten statt haben.Eine Folge dieser Einrichtung ist, daß diese drei Satelliten nie zugleichverfinstert werden können. In der That, wenn der zweite und drittedieser Monde, in demselben Punkte des Himmels, von Jupiter ans ge-sehen, sich befinden, so muß, jenes Verhältnißes wegen, der erste Mondjenen beiden gegenüber stehen; wird also dieser erste verfinstert, somüssen die beiden andern zwischen Sonne und Jupiter liegen und da-her ihren Schatten auf den Hauptplaneten werfen, und umgekehrt.
H. 150. (Anblick des Himmels von diesen Monden.) Ohne uns beider Beschreibung des Anblicks aufzuhalten, welchen die vier Monde denBewohnern Jupiters gewähren mögen, wollen wir nur mit einigenWorten des Genusses erwähnen, welchen Jupiter selbst den Bewohnernder Satelliten darbietet. Welch ein Schauspiel mag es für die Bewoh-ner des ersten Satelliten seyn, eine unserem Monde ähnliche Scheibe,mit denselben regelmäßig abwechselnden Lichtphasen, aber 1370 malgrößer, als uns die Scheibe des Mondes zur Zeit des Volllichtes er-scheint, immer unbeweglich an derselben Stelle des Himmels zu erblicken,