Z92 Die Monde der drei äußersten Planeten. §. 147.
die der Opposition Jupiters vorhergeht; diese letzte aber hat statt,wenn die Erde in »I, oder wenn sie selbst in der Schattenaxe liegt. Jenäher die Erde diesem Punkte l' der Opposition kömmt, desto näherkömmt auch die Gesichtslinie.^a, La. . zu ihrer Coincidenz mit derSchattenaxe liX, desto weniger sind beide Linien und M gegen ein-ander geneigt und desto näher an dem westlichen Rande Jupiters wer-den auch die Eintritts der Satelliten sich ereignen. Wenn die Erde inden Punkt L kömmt, wo die Linie Ld, die man von der Erde nach demSatelliten zur Zeit seines Austritts aus dem Schatten steht, den Pla-neten an seinem westlichen Rande berührt, so haben diese Austritte, wiesie von der Erde gesehen werden, an dem Rande Jupiters selbst statt,und können daher zu dieser Zeit eben so wenig gesehen werden, als diedarauf folgenden Tage, wo diese Austritte für uns sogar hinterder Scheibe Jupiters vor sich gehen. Noch später wird man auch dieEintritts bei a nicht mehr sehen, da auch diese, von der Erde gesehen,sich hinter dem Planeten ereignen.
Vor der Opposition Jupiters also, oder zu der Zeit, wo dieser Pla-net Vormittags durch den Meridian geht, fällt der Schattenkegel des-selben für uns auf die westliche, nach der Opposition aber auf die östlicheSeite, daher wir dort die Eintritts der Monde auf der westlichen, hieraber die Austritte derselben auf der östlichen Seite Jupiters sehen, wäh-rend uns dort die Austritte auf der östlichen und hier die Eintritts aufder westlichen Seite unsichtbar sind, indem uns beide von der Scheibedes Planeten selbst verdeckt werden. In der Mitte zwischen der Oppo-sition und Conjunction aber, wo Jupiter am weitesten oder neunzigGrade von der Sonne entfernt ist, nnd wo er daher um sechs Uhr Mor-gens oder Abends durch den Meridian geht, fällt sein Schatten aucham meisten gegen Ost oder West, und dieser Schatten ist dort, wo diezwei äußersten Satelliten durch ihn gehen, von dem Planeten schonso fern, daß keine der beiden Seiten des Schattens für uns von derScheibe des Planeten bedeckt werden kann, daher wir also auch dann,von diesen beiden Satelliten, die Eintritts sowohl, als auch die darauffolgenden Austritte, oder daß wir die Finsternisse derselben in ihrerganzen Dauer sehen können. Die zwei andern Satelliten aber stehenihrem Hauptplaneten immer so nahe, daß man vor der Opposition bloßihre Eintritts und nach der Opposition bloß ihre Austritte sieht, daherauch die Finsternisse dieser zwei nächsten Satelliten zu einer genauen Be-stimmung der geographischen Länge viel weniger geschickt sind, als dieder beiden anderen.
H. 147. (Verfinsterungen Jupiters durch diese Monde.) Anders ver-hält sich die Sache, wenn der Satellit in seiner Bahn zu dem Punkte 0kömmt, wo er zwischen der Sonne und seinem Planeten ist, und woman ihn dann von der Erde als einen runden Flecken über die Scheibedieses Planeten ziehen sieht, sobald er in die gerade Linie tritt, welchedie Erde in L oder e mit dem östlichen Rande des Planeten ver-bindet. Dieß sind wahre Sonnenfinsternisse für die Bewohner Jupiters(I. H. 175), während die vorher betrachteten Erscheinungen als Mondes-finfterniiie (I. §. 174) anzusehen waren. In der That wirft dann derSatellit in eck seinen eigenen Schattenkegel auf die ihm gegenüberstehende Oberfläche des Planeten und verdunkelt diesem dadurch dasLicht der Sonne. Zu derselben Zeit sieht man dann auch noch einenzweiten nahe eben so großen, grauen Flecken auf der Oberfläche Jupi-ters, dem Satelliten vorausgehen, wenn die Finsterniß vor der Oppo-sition Jupiters sich ereignet, oder ihm folgen, wenn sie nach der Oppo-