l46. Die Monde der drei aus;ersten Planeten. j
der Erde. Diese Satelliten selbst sind überdieß gegen ihren Hanptpla-neten viel kleiner, als der Mond gegen die Erde, ihre Bahnen sind vielweniger gegen die Ekliptik geneigt und auch verhältnißmäßig bedeutendkleiner, als die Bahn unseres Mondes. Aus diesen Gründen gehen diedrei ersten oder nächsten Satelliten Jupiters, so oft sie bei uii mit derSonne, von Jupiter aus gesehen, in Opposition sind, immer durch denSchatten des Planeten, oder sie werden bei jedem Neumonde verfinstertund selbst der vierte muß, wenn er ja zuweilen diesem Schatten obenoder unten vorbeigeht, den Rand desselben meistens streifen. Aber dervorzüglichste Unterschied zwischen den Finsternissen dieser Satelliten undunseres Mondes besteht darin, daß wir jene nicht, wie diese, aus demMittelpunkte der Bewegung dieser Satelliten, sondern von irgend einemPunkte L, 0 der Erdbahn sehen, der nicht in der Richtung der gera-den Linie liegt, welche die l^onne, den Planeten und den Satelliten miteinander verbindet, so daß also die Schattenare M zu verschiedenen Zei-ten auch eine verschiedene Lage gegen die Gesichtslinie lU, < l habenwird, die von der Erde nach Jupiter geht. Dieser Umstand macht zwarkeinen Unterschied in der absoluten Zeit, wann diese Mondesfinster-nisse bei ud anfangen und enden, denn da sie wahre Beraubungen desnur geborgten Lichtes der Satelliten sind, so müßen dieselben aus allenOrten in demselben Augenblicke gesehen werden. Aber er hat dafür einendesto größeren Einfluß auf die Sichtbarkeit dieser Finsternisse, wiewir sogleich näher sehen werden.
Der Satellit wird in dem Augenblicke verfinstert, wo er in demPunkte a in den Schattenkegel Jupiters tritt: aber nicht plötzlich, dader Satellit zuerst in den Halbschatten tritt und doch immer einen be-trächtlichen Durchmesser hat, und daher nur nach und nach in den Schat-ten treten oder allmählig sich unsern Blicken entziehen kann. Diese Zeitder völligen Extinction seines Lichtes wird so groß seyn, als diejenigeZeit, die der Satellit braucht, in seiner Bahn einen Bogen, so großals sein eigener Durchmesser, zu beschreiben, oder eigentlich noch etwasgrößer, wegen des Halbschattens, der durch die zwei geraden Linienbegränzt wird, welche die Sonne an ihrem oberen und Jupiter an dementgegengesetzten, untern Rande berühren (vergl. Fig. 43). Daßelbewird auch am Ende der Finsterniß Statt haben, wenn der Mond bei l>wieder die zweite Gränze des Schattens verläßt. — Es wird also auchsehr schwer seyn, den eigentlichen Anfang der Verfinsterung des Satelli-ten, so wie das völlige Ende desselben genau anzugeben, und man sieht,daß die Güte des Auges und des Fernrohrs, so wie die Reinheit derAtmosphäre während der Beobachtung einen großen Einfluß auf dieselbeäußern kann. Diesen ungünstigen Umstand so viel als möglich zu ver-meiden, wird man sich daher, wo es seyn kann, nie mit der Beobach-tung des bloßen Ansanges oder auch des Endes einer solchen Finsternis?begnügen, sondern man wird mit demselben Fernrohre beide Momentebeobachten und aus ihnen das Mittel nehmen, wo man dann die Zeitdesjenigen Augenblickes erhält, wo der Satellit in der Schattenaxe Moder in Opposition mit der Sonne gewesen ist. Nur solche vollständigeBeobachtungen einer Finsterniß, wenn sie an mehreren Orten angestelltwurden, wird man mit Sicherheit zur Bestimmung der geographischenLänge dieser Orte (nach A. H. 579), so wie auch zur Verbesserung derTheorie der Bewegungen dieser Himmelskörper anwenden. ^
Der bloße Anblick der Zeichnung lehrt schon, daß diese Finsternipealle auf der Westseite von Jupiter Statt Haben, wenn die Erde selbstin ^ oder westlich von der Schattenare liegt, d. h. in der Zeit,