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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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387
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5- 142. Der Mond. Z8?

Daß es auf diesem Schiffe ganz anders hergeht, als curf dem unse-ren, daraus folgt noch nicht, daß jene Reisenden weniger glücklich undzufrieden sind, als wir selbst, da auch sie wahrscheinlich wieder ganz an-dere Wesen sind, als die, welche wir hier unten kennen gelernt haben.Die Natur wird Mittel genug haben, sie für das, was wir Entbehrun-gen nennen, reichlich zu entschädigen. Ihre Fluren werden vielleichtdurch keinen Regen erquickt, aber dafür auch durch keinen .Hagel zerschla-gen. Sie kennen die Mvrgen- und Abendröthe nicht, aber sie wissenauch nichts von Wolken und Platzregen, der ihre Felder überschwemmt,und nichts von Orkanen, die ihre Wohnungen zerfrören. Wenn sie kei-nen Regenbogen sehen, so sehen sie auch die verheerenden Blitze nicht, soweckt sie das Brüllen des Donners auch nicht aus ihrem Schlafe, inwelchem sie still und friedlich ihre Tage verträumen, während wir dieunseren in stetem Kampfe mit uns selbst und unseren Umgebungen zu-bringen. Und während unseren Freuden nur zu oft Reue und Schmerzfolgt, sind ihnen vielleicht beide völlig unbekannt. Wenn wir, die wirmit einem vielleicht sehr übel angebrachten Stolze auf unsern sogenann-

eigentliche Sprache haben und sich auf ganz andere Art unter einanderverständlich machen. Und die Zeichen? Diese sind allerdings will-kührlich, aber dafür muß auch eine vorläufige Verabredung vorausgegan-gen seyn, wenn man anders sich gegenseitig verstehen will. Wie sollman aber diese Verabredung treffen, da uns auch dazu alle Mittel feh-len? In dieser Verlegenheit hat einer unserer ausgezeichnetsten Geo-meter einen Vorschlag gemacht, der Manchem auf den ersten Blick sehrungewöhnlich, der aber, genauer besehen, doch als der einzig möglicheerscheinen wird, und welcher, der Sonderheit der Sache wegen, hiereine kurze Erwähnung verdient, wenn gleich Niemand, und am wenig-sten der Erfinder des Vorschlags selbst, an eine Ausführung desselbendenkt.

Er ging von der Voraussetzung aus, daß die Leute im Monde,wie sie auch-übrigens beschaffen seyn mögen, mit Verstand begabte We-sen sind. Wer dieß nicht annehmen will, muß es auch überflüssig undselbst thöricht finden, mit ihnen eine Eorrespondenz irgend einer Art zuetabliren. Wenn sie also, schloß er weiter, in der That verständigeWesen sind, so werden sie, da der Verstand überall derselbe seyn muß,die eigentliche Verstandeswissenschaft, d. h. die Mathematik treiben.Wenn sie sich aber mit Mathematik beschäftigen, so können ihnen, da sieschon so lange zur Schule gehen, wenigstens die ersten Hauptsätze derGeometrie nicht unbekannt seyn. Wenn man ihnen daher eine der spre-chendsten Figuren der Elementargeometrie, z B. die bekannte des soge-nannten Quadrats der Hypotenuse, im großen Maaßstabe, etwa aufeiner weiten Ebene der Erde verzeichnet, vorlegte, so daß sie dieselbenerkennen könnten, so würden sie wahrscheinlich dadurch aufmerksam ge-macht werden und uns vielleicht mit der Zeit durch eine ähnliche Figur,die sie auf der Mondesfläche ausführen, eine Antwort und ein Zeichengeben können, daß sie uns verstanden haben. Dadurch würden wir alsowenigstens die Ueberzeugung erhalten, daß es dort oben Wesen gibt,die mit Verstand begabt sind und mit denen zu correspondiren es derMühe werth ist. wonach wäre der erste Schritt zu einer näheren Be-kanntschaft mit den Mondesbürgern gemacht und die andern werdenfolgen, wenn erst dieser ins Reine gebracht seyn wird.