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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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382
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382 Der Mond. z. ,4z

Genüsse, welche ihm der Anblick dieser Veränderungen gewährte, mitBegeisterung und in einer Art von dichterischer Sprache auszudrücken,wie z. B. bei Plato zu der Zeit, wo die Sonne eben über ihm aufgebt,und dieselbe anfangs nur die Gipfel der höchsten Gebirge vergoldet, wäh-rend der Fuß derselben noch unsichtbar und die ganze innere Fläche desRinggebirges mit finsterer Nacht bedeckt ist. Wenn dann allmählig dieSonne höher steigt, tritt immer mehr von dem das Ganze umfassendenhohen Wallgebirge hervor, die dunkle Farbe der inneren Ebene gehtdurch mannigfaltige Abstufungen in ein immer helleres Grau über, bisendlich auch sie im hellen Lichte auf der der Sonne entgegengesetztenSeite glänzen, während auf der andern Seite, wie in Fig. 68, die ho-hen Randgebirge noch ihre schwarzen Schatten auf diese Ebene werfenund auch diese noch verschwinden, wenn die Sonne, wie in Fig. 69,(entrecht über dem ganzen Flecken steht. So schnell gehen öfter dieseVeränderungen, ungeachtet die ganze Periode derselben gleich dem syno-dischen Monate von 29^ Tagen ist, an manchen Stellen des Mondesvor sich, daß besonders in der Nähe der Lichtgränze oft schon einigeStunden hinreichen, das anfangs gesehene Bild ganz umgestaltet zu fin-den. (M. s. die schon erwähnten topograph. Fragmente des Mondes vonSchröter, und Gruithuisen's Naturgesch. des Himmels. München 1836.)

H. 142. (Bewohner des Mondes.) Den in §. 149 erwähnten Um-ständen ungeachtet hat es, nicht bloß unsern Dichtern, sondern auch meh-reren Astronomen gefallen, diese Wüste mit Bewohnern, ja sogar mitmenschenähnlichen Bewohnern zu bevölkern. Jenen wird man diese poe-tische Licenz nicht verargen dürfen, da dieser Himmelskörper der Ver-traute, um nicht zu sagen, der Freund von uns Allen in jener, wohl denmeisten meiner Leser schon entschwundenen Rosenzeit der Jugend gewesenist, in welcher die lebhaftere Einbildungskraft sich so leicht und gern indie höheren Regionen schwingt, und da er selbst den Gefühllosesten,wenn er sein Auge einmal zu dem gestirnten Himmel erhebt, durch diewunderbare Abwechslung seiner Gestalt und durch sein Helles Licht ansich zieht, das nicht nur die Fixsterne, sondern selbst das Licht Jupitersund der Venus verdunkelt:

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Mögen nun die Astronomen selbst zusehen, wie sie sich entschuldigenkönnen, wenn sie, gegen ihre Gewohnheit, das Reich der Wahrheit ver-lassend, in das Gebiet der Phantasie hinübertreten und uns von denLeuten im Monde, an deren Existenz sie wahrscheinlich selbst nicht glau-ben, so viele und so sonderbare Dinge vorerzählen, daß ich beinahe An-stand nehmen muß, sie ihnen wieder nachzusagen.

Daß diese Leute, wenn sie überhaupt noch da sind, von uns selbstund Allem, was wir auf der Erde sehen, nicht wenig verschieden seynmögen, wird wohl Niemand bezweifeln wollen, der sich aus dem Vor-hergehenden auch nur daran erinnerte, daß der Mond keine, wenigstenskeine mit unserer Luft ähnliche Atmosphäre hat, und also auch keinWasser haben kann. Dieser Mangel an Luft und Wasser, diese allge-meine Dürre, verbunden mit der Abwesenheit aller eigentlichen Jahres-zeiten auf dem Monde, muß auf das animalische und vegetabilische Le-ben auf der Oberfläche dieses Weltkörpers einen großen und so wesent-