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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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Der Mond.

§. 140

anwendbar wird diese Methode zur Zeit der Sonnenfinsternisie seyn, wodie scbwarze Scheibe des Mondes mir ihren Zacken ans dem hellen Hin-tergründe der Sonne sehr gut gesehen und mit aller Schärfe gemessenwerden kann.

Ein zweites Mittel, die Höhe dieser Berge zu messen, erstreckt sichauf alle uns sichtbaren Orte des Mondes, nicht bloß ans die Punkte,welche in dem Rande desselben liegen. Wer auch nur einmal den Mondmit einem mäßigen Fernrohre angesehen hat, wird bemerkr haben, das;man nabe an der Lichtgränze, die meistens, eben ihrer Berge wegen, sehrausgezackt und unregelmäßig erscheint, in dem dunkeln Theile des Mon-des viele isolirte, hellglänzende Punkte sieht, die gleich den Inseln ansdem Meere oder gleich den Thautropfen ans den von der Sonne beschie-nenen Blumen hervortreten. Man überzeugt sich bald, das; diese lichtenPunkte nichts anderes, als Berggipfel sind, die von der aufgehendenSonne beschienen werden, zu einer Zeit, wo der Fuß dieser Berge nochin dem Schatten der Nacht ruht, wie wir dieß auch auf unserer Erdekurz vor dem Aufgange oder bald nach dem Untergange der Sonne be-merken. Man sieht aber leicht, daß diese Berge desto hoher seyn werden,je weiter ihre von der Sonne vergoldeten Gipfel von der Lichtgränze ent-fernt, oder je tiefer sie in der Nachtseite des Mondes versenkt seyn wer-den, so daß man also ans dieser Entfernung von der Lichtgränze auchwieder rückwärts, auf die Höhe dieser Berge, wird schließen können.

Eine dritte Methode, die Höhe der Mondsberge zu messen, wirduns durch eine andere, noch bekanntere Erfahrung gegeben, die wir aufunserer Erde täglich zu machen Gelegenheit haben. Wer weiß nicht,daß die Schatten unserer Thürme und Berge Mittags, wo die Sonneam höchsten steht, am kürzesten und im Gegentheile beim Auf- oder Un-tergange der Sonne am längsten sind, und daß diese Schatten vor demMittage gegen Westen und nach demselben gegen Osten gerichtet sind.Ganz eben so sehen wir auch die Schatten der Berge des Mondes wäh-rend der Zeit seines dreißigtägigen Tages hin und wieder ziehen, beimzunehmenden Mond links und beim abnehmenden rechts fallen, und zu-gleich immer länger werden, je näher ihnen die Lichtgränze kommt, dadiese Gränze alle die Punkte des Mondes enthält, denen die Sonne ebenauf- und untergeht. Wir haben aber bereits oben (I. §.. 62) gesehen,wie man auf der Erde aus der bekannten Hohe der Sonne und derLänge des Schattens eines Thurmes die Höhe des letzten finden kann.Ist nämlich in der dort angeführten Fig. 9, HL der'Thurm und HEdie Lange seines Schattens auf dem horizontalen Boden, so ist die LinieEL, über L hin verlängert, nach der Sonne gerichtet, und der WinkelHEL ist die Höhe der Sonne (Einl. §. 16), die man mit Hülfe einesQuadranten (k. §. 43) leicht messen kann, während man die Länge HEdes Schattens auf die gewöhnliche Weise mit einem Maaßstabe bestimmt.Kennt man aber in einem bei H rechtwinkligen Dreiecke HLE eine SeiteHE mit ihrem anliegenden Winkel HEU, so findet man daraus leicht(k. H. 62) auch die diesem Winkel gegenüberstehende Seite HL oder diegesuchte Höhe des Thurmes. Ganz dasselbe Verfahren wird man nunauch auf die Berge des Mondes anwenden, deren Schattenlänge manmit dem Mikrometer mesien kann, und wo die Höhe der Sonne überdem Horizonte des Berges ebenfalls bekannt ist, da sie immer gleich derEntfernung des Berges von der Lichtgränze seyn muß.

§>. 146. (Atmosphäre und Wasser auf dem Monde.) Der Mond scheintkeine, oder auch nur eine äußerst feine Atmosphäre zu haben. Die Licht-granze degelb^n ist scharf abgeschnitten und das hellste Licht der einen