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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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373
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5. I-5S. Der Mond.

tergrunde der Sonne zehr deutlich erscheint. Bei einer solchen Gelegenheitwill der spani,che Admiral Don Utlva i. I. 1775 ein llvch gesehen ha-ben, das gleich eilwm Kanal durch den ganzen Mond ging, so das? mandurch dasielbe die Sonne durchscheinen sah. Allein Scbröter erklärt die-ses vermeintliche kchch durch eine jener Höhlen am Mondrande, durchwelches die Sonne, bei ihrem Austritte aus der totalen Verfinsterung^zuerst wieder als ein kleiner Heller Punkt sichtbar geworden ist, so daßalso Ulloa's Wahrnehmung auf einer optischen Täuschung beruht/

Wir werden weiter u»teutschen, daß die Masse des Mondes naheden 7nsten Theil der Erdmage beträgt, und daß die Körper ans derOberfläche demselben in der ersten Secunde nur durch 2^/z Fnsi, also nahefünfmal weniger tief fallen, als auf der Erde; daß also auch die Schwereoder die Kraft, mit welcher der Mond alle Körper auf seiner Oberflächean sich zieht, nur den fünften Theil von der Schwere der Erde betragt.Daraus folgch das? unser Schießpnlver, auf den Mond gebracht, daselbstviel größere Schußweiten, als bei uns, erzengen würde. Auf der Erdewürde eine Kanonenkugel, die mir einer anfänglichen Geschwindigkeitvon 80» Fuß in einer Secunde senkrecht in die Höhe geschossen wird,etwa 26 Secunden steigen, und eine Höhe von 10600 Fuß erreichen, eh'sie wieder anfängt, zur Erde zurückzukehren. 'Auf dem Mond aber würdesie mit derselben anfänglichen Geschwindigkeit durch volle 160 Secundenaufsteigen und eine Höhe von 61000 Fuß erreichen, wenn man den Wi-derstand der Nist u. dgl. hier außer Acht läßt. Wenn daher im Innerndes Mondes eben solche Kräfte, elastische Dämpfe n. dgl. wirken, wiein der Erde, und wenn die Cohäsionskräfte der Körper dieser beidenGestirne nahe dieselben sind, so werden diese Kräfte auch dort viel grö-ßere Wirkungen hervorbringen, wo die gegenwirkende Kraft der Schwereso viel kleiner ist, und jene hohen Gebirge sind vielleicht eine unmittel-bare Folge dieser Kräfte.

166. (Zwei Gattungen von Mondsbergen.) Diese Mondsgebirges ind im Allgemeinen zweierlei Art, nämlich Ringgebirge und Berg-ketten. Die Ringgebirge haben meistens die Gestalt von oft sehr regel-mäßigen, kreisförmigen, ausgetrockneten Teichen, die rings mit einemHoheit Walle umgeben sind, oft viele Quadratmeilen große Flächen ein-schließen und in der Mitte dieser Fläche gewöhnlich einen isolirten kegel-förmigen Berg haben. Zwei solche Ringgebirge sieht man in der er-wähnten Karre nnter den Namen Plato und Eudoxus an der nörd-lichen oder untern Seite derselben, denn die Zeichnung stellt den Mondin verkehrter lüage dar, wie er durch ein astronomisches Fernrohr er-scheint. Die Bergketten laufen gewöhnlich von sebr hohen Bergrückenans, von denen sie stch wie Lichtstrahlen nach allen Seiten oft auf großeWeiten ausbreiten. Solche sieht man auf der Karte bei Kepler undEopernicuö auf der Ostseite, besonders bei dem letzten, von dem viergroße Streifen gegen Norden herab ziehen, nebst mehreren kleinereu,die in der Karte nicht verzeichnet werden konnten. Häufig ist der Mit-telpunkt oder der Kern dieser Bergketten selbst wieder ein Hohes Ring-gebirg. Doch sieht man auch andere Bergzüge oder Ringgebirge, wiez. B. d,s sehr große, welches auf der Westleite von Eratostheues, Au-tolycus, Aristipp und Cassini hinzieht und öjtlich von Eudor endet.

In manchen Gegenden des Mondes findet man wieder eine Mengeein zelner Bergkegel verstreut, die sich isolirt und schroff aus der sieumgebenden Ebene erheben. An andern Stellen sieht man wieder Ver-tiefungen, die nach Art der Flühe oder der Straßen, bei geringer Breiteund Tiefe, oft viele Meilen weit fortlaufen, an mehreren Stellen mit