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jetzt ganz beleuchteten Scheibe eben Mittag und daher die Sonne in ih-rem Zenithe haben, bemerkt man von dielen Schatten beinahe keineSpur mehr, so wenig, als man sie in unserer heißen Zone bei allensenkrechten Gegenständen in dem Mittage desjenigen Tages bemerkt, anwelchem die Sonne in dem Scheitel dieser Gegenstände steht. Aus die-ser Ursache ist auch die beste Zeit der Beobachtung, die Zeit, wo manden Mond in seinem günstigsten und auffallendsten Lichte sieht, keines-wegs der Vollmond, sondern vielmehr die Tage kurz vor und nach demNeumonde, wo er nur als ein feiner Silberfaden oder als eine schmaleSichel am Himmel steht und wo die Schatten seiner Berge und Schluch-ten am deutlichsten und grellsten erscheinen. Ueber die Benennungendieser Berge und Thäler, wie sie von verschiedenen Astronomen vorge-schlagen wurden, haben wir bereits oben (H. 61) einige Nachrichten mit-getheilt. Für das nun Folgende ersuchen wir die Leser, die Mondkarte(Fig. 65) aufzuschlagen.
H. 134. (Nähere Beschreibung der MondSbergc.) Bemerken wir zuerstvon diesen Bergen die wahrhaft ungeheure Hohe derselben. Der Chim-borasso, der sonst immer als der höchste Berg der Erde angegeben wurde,hat eine Höhe von 19326 Par. Fuß über der Meeressiäche und beträgtdaher nur den 10I7ten Theil des Erdhalbmegers. Der Dhawalagiri imHimalaja-Gebirge soll 24150 Par. Fuß Höhe haben, und würde daherden 8l2ten Theil des Halbmessers der Erde betragen. Ein Globus, aufwelchem der letzte Berg in der Höhe eines Zolles erscheinen sollte, müßtedaher gegen 180 Fuß im Durchmesser haben. Allein Schröter hat Bergeim Mond gefunden, deren Höhe 25000 Par. Fuß beträgt, die also, dader so viel kleinere Mond nur einen Halbmesser von 233 Meilen hat,im Verhältniß zu diesem Halbmesser nur den 214ten Theil desselben be-tragen, d. h. mit andern Worten: die Berge im Mond sind verhältniß-mäßig zu der Größe desselben viermal höher, als die Berge auf derErde. Welche Naturkraft hat diese großen Massen auf dem Monde biszu dieser entsetzlichen Höhe aufgethürmt!
Hier folgen einige der höchsten Berge des Mondes, die beinahesämmtlich, wie bei der Erde und den andern Planeten, auf der südlichenHemisphäre angetroffen werden. Nach Schröter's Messungen beträgt dieHöhe von
Purbach . . . 10200 Par. Fuß Bradley . . . 14600 Par. FußWolfs .... 11400 „ „ Huyghens . . 19800 „ „Hadley . . . 12600 „ „ Dörfel.... 25000 „ >,Montblanc . . 13200 » >> Leibnitz . . . 25200 „ »
Von den zwei höchsten Bergen liegt Leibnitz nahe am südlichenMondrande, zwanzig Grade über Maginus, und Dörfel liegt nahe inderselben Breite mit Leibnitz, aber drei Grade westlicher.
Aber auch die Höhlen und Klüfte, deren viele kraterähnlich scheinen,sind oft von ganz außerordentlicher Größe und Tiefe. Von den folgen-den Zahlen gibt die erste die Tiefe in Par. Fuß und die zweite denDurchmesser der obersten Oeffnung in geogr. Meilen.
Lambert, Euler, Autolycus 9000 Fuß und 2^ MeilenEudox, Pytheas .... 11000 „ „ 7 „
Helicon . > . . » » . 1-^000 „ 4
Bernvulli 18000 >> „ 3'/z „
Solche Berge und Höhlen sieht man auch zuweilen, mit guten Fern«röhren, an dem beleuchteten Mondrande, nicht bloß in der Lichtgränze,besonders bei Sonnenfinsternissen, wo der dunkle Mond auf dem hellen Hin-