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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
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371
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§- 13Z. Der Mond. Z71

selben Zeit sowohl das Licht der Sonne, als auch das der Erde völligentbehren muß.

H. 133. (Berge des Mondes.) Mit unbewaffnetem Auge gesehen,erscheint uns der Mond als eine runde, ebene Scheibe, mit mehrerengrauen Flecken bedeckt, die uns entweder ihr eigenes oder das von einemandern Körper erhaltene Licht, gleich einem Spiegel, zuwirft. Allein dieAbwechslung seiner Lichtgeftalten und die Abhängigkeit derselben vonder Stellung des Mondes gegen die Sonne zeigt uns sehr bald, daß derMond keine ebene Scheibe, sondern eine Kugel ist, und daß diese Kugelkein eigenes Licht hat, sondern dasselbe nur von der Sonne geborgterhält. (Vergl. I. tz. 1l»3). Auch sieht man bald, daß die Oberflächedieser Kugel nicht «so glatt, wie die eines converen Spiegels seyn kann,weil sie sonst das Bild der Sonne nur von einem einzigen Punkte die-ser Kugel zurückwerfen könnte und weil wir dann den Mond nur wieeinen kleinen lichten Stern, aber nicht wie eine große beleuchtete Scheibesehen würden. Diese Oberfläche des Mondes wird also rauh und viel-leicht mit einer großen Menge von Unebenheiten, von Bergen und Thä-lern bedeckt seyn, von welchen jeder Theil für sich als ein kleiner Spie-gel betrachtet werden muß, der sein Licht nach irgend einer Seite hinversendet, und die alle zusammen die Ursache sind, daß wir den ganzenMond so sehen, wie er uns in der That erscheint. Wir werden sogleichsehen, daß schon sehr mittelmäßige Fernröhre uns von dem Daseyn die-ser Berge und Thäler vollkommen überzeugen.

Da nun aber unsere Erde, wie allgemein bekannt, ebenfalls eineKugel und da ihre Oberfläche auch mit Unebenheiten aller Art bedecktist, so ist kein Zweifel, daß die Erde den Bewohnern des Mondes ebenso, wie der Mond uns, als eine beleuchtete Scheibe, erscheinen wird.Mit Unrecht haben wir daher bisher unsere Erde als einen rauhen,dunklen Kloß von Erde angesehen, während wir die so hell leuchtendenPlaneten und andere Himmelskörper, ihrer Schönheit wegen, für ganzandere und höhere Wesen zu halten, durch diesen Irrthum veranlaßtworden sind. Auch hier hing also, wie in so vielen anderen Dingen,unser Urtheil nur von unserer Stellung und von der Art ab, wie wirdie Dinge um uns ansehen. Wer zwischen der Erde und dem Mondemitten inne stände, würde den rechten Standpunkt einnehmen, aus welchemer beide Körper gleich vortheilhaft und gleich richtig beurtheilen könnte.

Daß die grauen Flecken, die wir in dem Monde bemerken, in derThat Berge und Thäler sind, lehrt uns schon der erste Blick, denwir durch ein Fernrohr auf denselben werfen. Der bloße Anblick dieserGegenstände selbst läßt weiter keinen Zweifel über jene Voraussetzungentstehen, und die Schatten, welche sie werfen, überzeugen uns vollkom-men von der Richtigkeit derselben. Diese nicht weiter zu verkennendenSchatten stehen nämlich immer auf der der Sonne gegenüber liegendenSeite, und sie sind auch immer desto länger, je höher entweder dieseBerge selbst sind, oder je tiefer für sie die Sonne an dem Horizontederselben steht. An der Lichtgränze, wo die helle Phase des MondeSsich von der dunklen scheidet, liegen alle die Orte, denen die Sonne ebenauf- oder untergeht, und eben hier sind auch die Schatten, welche dieGipfel der Berge, so wie diejenigen, welche die hohen Wälle der Thälerin ihre Höhlungen werfen, durchaus die längsten. Im Gegentheile wer-den diese Schatten für alle Orte immer kürzer, je tiefer diese Orte selbstin der Lichtseite liegen, weil für sie der Tag schon längst angefangenund die Sonne schon eine größere Höhe über ihrem Horizonte erreichthat. Zur Zeit des Vollmondes endlich, wo die Bewohner der Mitte der

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