§. I.N.
Der Mond.
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dauernder Frühling seine Wohnung aufgeschlagen hat. Auch sind dieTage auf dem Monde beinahe durchaus den Nächten an Länge gleich,nicht wie der un6 un Sommer länger und im Winter kürzer. SolcherOrte, wie unsere Polarländer, denen die Sonne im Sommer lange Zeitnicht unter-, und im Winter nicht aufgeht, kann eö im Monde nicht neben.
Die Temperatur auf der Oberfläche des Mondes ist übrigensnicht ,o gleichsormtg vertheilt, wie auf der Erde. Bei uns werden dienäher bei den Polen liegenden Gegenden in ihrem Sommer beträchtlicherwärmt^ ,o wie auch die heiße Zone zur Zeit der Solstitien wegen desSchiefen Standes der Sonne wieder etwas abgekühlt wird. Niclst so aufdem Monde, wo die den Polen näheren Orte die Sonne immerfort tiefan ihrem Horizonte und die dem Aeqnator nahen Orte sie immer inrhrem Scheitel sehen, wo also der Sommer sowohl, als auch der Winteran bestimmte und unveränderliche Gegenden gebunden ist.
Noch mehr sind die Tageszeiten des Mondes von denen der Erdeverschieden. Wir haben bereits oben (?. tz. 168) gesagt, daß der Tagin weiterem Sinne des Wortes, d. h. die Zeit zwischen zwei nächstenAufgängen der Sonne bei den Seleuiten gleich dem Jahre derselben ist.Ich der Zeit von einem Neu- oder Vollmonde zum andern, d. h. in 29^unserer Tage, bewegt sich der Mond, in Beziehung auf die Sonne, umdie Erde und zugleich (l. tz. 326) um seine Are; jenes ist sein Jahr unddieß sein Tag. In dieser Zeit von 29'/- Tagen werden nach und nachalle Theile des Mondes von der Sonne beschienen und jeder Ort aufdemselben hat die Sonne ununterbrochen l^J Tage über und eben solange unter seinem Horizonte. Klima und Erwärmung ;st also auf die-sem Himmelskörper sehr ungleich vertheilt, aber die Beleuchtung istdafür desto gleichförmiger, und keine Zone sieht die Sonne längere Zeit,als die andere, da auf dem ganzen Monde Tag und Nacht beständigsehr nahe gleich sind und jede dieser Zeiten 14^J unserer Tage dauert,so daß die Mondbürger in 29 'I unserer Tage die Sonne und alle Sternenur einmal auf- und untergehen sehen.
H. 131. (Wie auf dem Monde der Himmel erscheint.) Allein bei die-ser zwar sehr langsamen, aber allgemeinen Umwälzung der Himmels-körper gibt es doch einen, der an dieser Bewegung keinen Theil nimmt,und in absoluter Ruhe am Himmel zu stehen scheint, und dieser Him-melskörper, scheinbar größer, als alle übrigen, selbst viel größer, als dieSonne, ist — unsere Erde. Da sich nämlich der Mond in derselbenZeit um die Erve bewegt, in welcher er sich um sich selbst dreht, und dader der Erde nächste Punkt seiner Oberfläche ihr auch immer der nächstebleibt, so daß er gleichsam, wie schon oben (I. tz. 166) gesagt wurde,durch eine feste Stange unveränderlich mit uns verbunden ist, so folgtdaraus, daß die Seleniten, so lange sie nur selbst ihren Ort auf demMonde nicht ändern, unsere Erde immer in derselben Entfernung vonihrem Zenirhe ruhig am Himmel stehen sehen. Die in der Mitte deruns sichtbaren Scheibe wohnenden Mvndbürger sehen die Erde immerrn ihrem Scheitel; die am Rande dieser Scheibe wohnenden sehen sieeben so immer in ihrem Horizonte; und die zwischen Rand und Mit-telpunkt wohnenden endlich» sehen die Erde das ganze Jahr durch stetsin derselben und zwar in einer um so größern Höhe über ihrem Hori-zonte, je näher sie selbst bei dem Mittelpunkt der uns sichtbaren Mond-scheibe sich aufhalten. Sonne, Planeten uud alle anderen Gestirne desHimmels gehen für den Mond alle 14 oder 15 unserer Tage einmal aufund unter, aber für die Erde hat weder Auf- noch Untergang statt.Diese Erde erscheint ihnen dreizehnmal größer, als uns der Mond, und
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