>;^c'r Mond.
für die Erde gedenken, die so einfach ist, daß ste auch dem gemeinstenManne, bei einiger Aufmerksamkeit, nicht entgehen kann. — Wenn dieBahn des Monds genau in der Ebene der Ekliptik läge, so wurde unsder Mond, ^ur Zeit seiner Enlmination, nie höher, als die Sonne zuMittag im Sommer, und nie tiefer, als die Sonne zu Mittag im Win-ter erscheinen. Allein die Mondsbalm ist gegen die Ekliptik um denWinkel von 5° 9' geneigt, und die Knoten der Mondsbahn gehen innahe 19 Jahren ganz um die Erde herum :c. (I. H. 167). Daraus folgtsofort, daß der höchste und tiefste Stand des Monds im Meridian auchum 5° 9' von dem höchsten und tiefsten Stand der Sonne im Mitragverschieden seyn kann. Während nämlich die nördliche oder südliche De-clination der Sonne nie 23° 28' übersteigt, kann die größte Declinationdes Monds bis auf 28° 37' sich erheben und zu einer anderen Zeitwieder nur bis zu 18° 19' gehen. Allein diese fünf Grade sind es wohlnicht, die dem gemeinen Manne besonders auffallen werden, und er wirddaher immerhin noch ferner annehmen können, daß die Bahnen desMonds und der Sonne zusammenfallen, da auch in der That die eineHälfte derselben 9'/- Jahr über und eben so lange unter die Ekliptikfällt. — Allein das, was auch er schon öfter bemerkt hat, ist das, daßder Mond zur Zeit seines Vollmonds im Winter immer sebr hoch,und im Gegentheile im Sommer immer sehr niedrig im Meridiansteht. Man sieht nämlich den Vollmond zur Zeit seiner Enlminationim Winter immer da, wo man die Sonne im Sommer, und im Som-mer immer dort, wo man die Sonne im Winter zu sehen pflegt. Dieseauf den ersten Blick sehr auffallende Erscheinung erklärt sich aber offen-bar ganz leicht aus der einfachen Bemerkung, daß der Mvl ^d, zur Zeitseines Volllichtes, der Sonne immer gerade gegenüber steht, und daßer also im Winter, zur Zeit des Vollmonds, in demzenigen Theile derEkliptik sich aufhält, den die Sonne nur im Sommer einnimmt, und dadieser Theil der Ekliptik am höchsten über dem Aeqnator steht, so mußauch der Mond, zu jener Zeit, sehr hoch über dem Aeqnator, also auchsehr hoch über unserem Horizonte stehen. Im Sommer aber hat, zurZeit des Vollmonds, das Gegentheil statt. In Wien z. B. ist die größteHöhe der Sonne im Sommer 65° 16', und die kleinste im Winter 18" 26'.Also wird auch die Höhe des Monds, zur Zeit seines Volllichtes, imWinter auf 65° 16' und im Sommer nur auf 18° 26' steigen, ja wegender oben erwähnten Neigung der Mondsbahnen gegen die Ekliptik kanndie erste Höhe des Monds, im Winter, sogar älss 76° 25' sich erbeben,und die zweite im Sommer bis auf 13° 11' herabsinken, und eine sogroße Differenz von mehr als 57 Graden wird auch wohl dem unauf-merksamsten Beobachter endlich auffallen müssen.
H. 136. (Tages- und Jahreszeiten auf dem Monde.) Ueber das son-derbare Verhältniß der Jahres- und Tageszeiten, das auf dem Mondeherrscht, haben wir schon oben (I. H. 167) gesprochen. Wegen der äußerstgeringen Schiefe seines Aeqnators gegen seine Bahn, von bloß 6°/,o Gra-den, verschwindet der Unterschied der Jahreszeiten beinahe gänzlich,und die Sonne steht dort beinahe immer im Aeqnator oder im Zenithe derBewohner dieses Aeqnators, daher auch alle übrigen Bewohner desMondes, so lange sie ihren Ort auf der Oberfläche desselben nicht ändern,die Mittags-Sonne, im Sommer wie im Winter, immer sehr nahe inderselben Höhe über ihrem Horizonte bemerken, die Bewohner des Aeqna-tors in ihrem Scheitel, und die Polbewohner immerwährend in ihremHorizonte, so daß also gleichsam dort ein ewiger Sommer und hier einewiger Winter herrscht, während in den Zwischengegenden ein immer-