§. Uranus. Z57
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>,1 !> oder Ohren sind, in die Haut geschnitten worden waren und wir noch
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einen sechsten Sinn erlmlten hätten. Aber welcher Art soll dieser Sinn. >i seyn s — Von einein Sinne kann man sich doch nur wieder eine sinn-
^ liche, keine transcendente Vorstellung machen, und um dieß zu thun,
muß man zuvor den Sinn selbst haben. So wie aber der BlindgeborneUnrecht haben würde, die Unmöglichkeit des Sehens zu behaupten, ebenso wenig dürfen auch wir an der Möglichkeit noch anderer Sinne zwei-fele Die Beschaffenheit unserer Erde scheint der Art, daß wir alle Ge-nüge, die sie uns, den Menschen und den Thieren, anbietet, durch jenefünf Kanäle in uns aufnehmen können. Allein ein anderer Planet, eineandere Natur wird vielleicht aucb andere Sinne voraussetzen, und wirhaben keinen Grund, zu behaupten, daß auf jedem Planeten nur dieErscheinungen unserer Erde immer wieder kommen werden.
Obschvn es also wohl am klüasten wäre, über diese Dinae. von well
führten, allgemeinen Bemerkungen über jene Welckörper nicht be-gnügt, sondern er versuchte es, auf jeden einzelnen derselben herabzustei-gen und uns einige nähere Nachrichten von ihm mitzutheilen.
Auf dem Merkur, sagt er, wo die Sonnenscheibe siebenmal größer,als bei uns erscheint, herrscht eine so intensive Hitze, daß alle unserePflanzen verdorren und wir selbst in kurzer Zeit zu Grunde gehen müß-ten. Die Pflanzen und Thiere sind daher dort so eingerichtet, daß siediese höhere Temperatur sehr gut ertragen, und daß sie sich in einemZustande wohl befinden können, den wir für das größte Unglück anse-hen müßten. Die Bewohner dieses Planeten glauben gewiß, daß wirvor Kälte schon längst Alle erstarrt sind, wie wir wohl dasselbe von denLeuten im Uranus glauben, während wir Alle, jeder in seiner Welt,uns doch recht wohl befinden. Da aber, fährt Huygens weiter fort,mit der Warme das Leben des Körpers sowohl, als auch die Kraft undLebhaftigkeit des Geistes so innig zusammenhängt, so ist nicht zu zwei-feln, daß die Hermvpoliten uns armen Erdbewohnern an geistigen Fä-higkeiten weit überlegen sind. Warum aber, fragt er sich selbst, warumgilt nicht dasselbe auch von den Bewohnern Afrika's oder Südamerika's,die es doch auch viel heißer haben, als wir, und die demungeachtet anGeisteskraft den Europäern so weit nachstehen d Dazu kömmt, datz wir,indem wir die Bewohner Merkurs durchaus für Genies erklären, dievon Jupiter und Saturn aus demselben Grunde für Dummköpfe haltenmüßten, was ihm denn doch wieder leid thut, da dieie Leute, bei ihrenvielen Monden, eine so schöne Gelegenheit zu astronomischer Bildunghaben, daher er denn auch die ganze Sache lieber auf sich selbst beruhenlatzen will. Dadurch von weiteren Versuchen dieser Art abgehalten,wagt er es auch nicht, uns seine Meinungen von den Bewohnern deranderen Planeten mitzutheilen, sondern er beschränkt sich bloß auf dieKlimate und Jahreszeiten derselben und auf den Anblick des Himmels,dehen Verschiedenheiten er für die einzelnen Standpunkte der Beobachteraufzählt.
H. 124. (Kircher's Meinung von den Bewohnern der Planeten.) Nicht
so vorsichtig benahm sich Kircher in seinem bekannten Iter ec>lutk-ui!-.