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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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356
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Ilr.nuis,

Menschen nur deßhalb nackt zur Welt kommen, damit sie, von der Nothgetrieben, Gelegenheit bekommen, ihre geistigen Kräfte immer mehr zuentwickeln und selbst für ihre Kleidung zu sorgen, was die übrigen Thierenicht nöthig haben; woraus er dann den Schluß zieht, daß eS auch injenen Welten eben so wenig an großen Gelehrten, als an geschicktenSchneidern fehlen kann, und daß überhaupt Alle, so wie wir, gesell-schaftlich zusammen leben, sich des gegenseitigen Gesprächs erfreuen, zu-weilen auch, bloß der Abwechslung wegen, einander necken und plagenund die Ruhe ihres Lebens vergiften, oder sich in ihren Schlachten zuTausenden morden mögen, und was dergleichen löbliche Unterhaltungenmehr sind. Ob diese vernünftigen Wesen aber auch das Fleisch der übri-gen unvernünftigen Thiere essen, oder ob sie, den Lehren ihrer Pythagorasgehorchend, bloß von Pflanzen leben, wagt er nicht zu entscheiden; dochgeht seine Meinung dahin, daß es vielleicht nur die ausschließende Be-stimmung der Menschen ist, ut mnltoi-nm ul'iorum pernicie et eaestevivere stekennt. Auch wegen der Statur dieser vernünftigen Geschöpfeist er in einiger Verlegenheit. Er weiß wohl, daß seine Vorgänger aufdiesem Felde die Bewohner der Planeten im Verhältnisse dieser ihrerWohnorte angenommen und z. B. behauptet haben, daß die Menschenauf Jupiter und Saturn zehn- bis fünfzehnmal größer, als unsere Ele-phanten oder gar als unsere Wallfische seyn müßten. Aber dieser Schlußscheint ihm doch viel zu gewagt, da die Natur nicht einmal die Größedieser Planeten selbst nach ihrer Entfernung von der Sonne abgemessenhat. So ist der entferntere Mars kleiner, als die nähere Venus, undeben so ist Saturn kleiner, als Jupiter, und jener hat sieben Mondeund einen doppelten Ring, während dieser, der größte unter allen Pla-neten, sich schon mir vier Monden ohne allen Ring begnügen muß. An-dere meinten wieder, die Menschen auf jenen großen Planeten müßtensehr klein und nicht viel größer, als unsere Mäuse seyn. Allein auchdieß kann er nicht gelten lassen, und zwar aus dem völlig hinreichendenGrunde, weil dann diese Mäuse von Astronomen, deren Existenz schonfrüher erwiesen worden ist, die großen Instrumente nicht mehr gehörighandhaben und rectificiren könnten

Man sieht, wie unvollkommen dieß Alles ist, und wie viel sich da-gegen sagen läßt. Doch mag es wohl auch seine eigenen Schwierigkeitenhaben, sich auf diesem Felde solche kx^atiutiones ,'u^enii. wie Keplerdie ungeregelten Ausflüge der Phantasie genannt hat/mit Hoffnung aufeine nützliche Ausbeute zu erlauben. Es würde ohne Zweifel den Lesernlehrreicher und angenehmer zugleich gewesen seyn, wenn uns Huygensauch nur einen einzigen Sinn mehr, außer den bekannten fünf, genannthätte, mit welchem die Bewohner der anderen Planeten begabt seyn könn-ten. Und warum hat er ihn nicht genannt? Weil er nicht kann,und weil wir Alle es ebenfalls nicht können. Wir würden nicht mehrMenschen seyn, und die uns umgebende Natur würde uns ganz anderserscheinen, wenn uns einer unserer fünf Sinne fehlte, oder wenn unSim Gegentheile noch ein Paar solcher Löcher mehr, wie unsere Augen

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